Rory "on fire": McIlroy beim Masters in Augusta spektakulär auf Titelkurs

Rory McIlroy führt das Geschehen in Augusta souverän an.
Rory McIlroy führt das Geschehen in Augusta souverän an.Wu Xiaoling / Xinhua News

Rory McIlroy dominiert beim US Masters in Augusta. Die Titelverteidigung scheint nur eine Frage der Zeit - auch, wenn der Nordire davon selbst noch nichts wissen möchte.

Nachdem er seine spektakulären Back Nine im Augusta National Golf Club vollendet hatte, zeigte Rory McIlroy nur kurz die Faust und winkte hastig den begeistert johlenden Fans zu. Soeben hatte er sich mit Birdies an sechs der letzten sieben Löcher einen Rekordvorsprung zur Halbzeit beim US Masters erspielt, doch mehr Emotionen erlaubte sich der Titelverteidiger und große Favorit trotz sechs Schlägen Polster auf die Konkurrenz nicht. Die Geister von 2011 sind noch immer allgegenwärtig.

"Ich weiß, was hier alles passieren kann. Gutes wie Schlechtes, also muss man mich nicht daran erinnern, dass ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen darf", sagte McIlroy mit Blick in die Vergangenheit. 15 Jahre ist es her, damals ging McIlroy mit vier Schlägen Vorsprung als Führender in die Finalrunde, brach jedoch ein und fiel weit zurück. "Ich denke, in den nächsten zwei Tagen geht es für mich wirklich darum, mich auf mich selbst zu konzentrieren und in meiner eigenen kleinen Welt da draußen zu bleiben", sagte er.

Nach seinem Triumph im Vorjahr führt der fünfmalige Majorchampion aus Nordirland nun mit zwölf Schlägen unter Par, die ersten Verfolger sind die US-Amerikaner Sam Burns und Patrick Reed (je -6).

McIlroy knüpfte auf dem schnellen Grün in Augusta umgehend an die 67er-Runde an, die ihm am Vortag die geteilte Führung mit Burns beschert hatte. An den Löchern 2, 3 und 4 gelang McIlroy jeweils ein Birdie, danach unterlief ihm allerdings ein Bogey. Dann drehte der Star der Branche auf den Löchern 10 bis 18, den Back Nine, auf und verzauberte die Fans mit einem Birdie nach dem anderen. McIlroy sei "on fire", schrieb ESPN.

McIlroy sieht noch "langen Weg"

Den Höhepunkt lieferte er am 17. Loch. Aus 29 Yards chippte der 36-Jährige den Ball ins Loch. "Ich konnte gerade über den Hügelkamm hinwegsehen und dann sah ich, wie alle aufstanden. Ich wusste schon beim Abschlag, dass ich den Ball ziemlich perfekt getroffen hatte, dass er reinging, war ein Bonus", sagte er. Wenig später freute er sich über seinen "unglaublichen Abschluss der Runde. Als ich am zwölften Abschlag stand, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich mit sechs Schlägen Vorsprung ins Wochenende gehen würde."

Nun winkt Historisches: McIlroy, der im vergangenen Jahr mit dem Gewinn seines ersten grünen Jacketts den Karriere-Grand-Slam vollendet hatte, könnte bei der 90. Ausgabe an der berühmten Magnolia Lane als erst vierter Golfer nach Tiger Woods, Nick Faldo und Jack Nicklaus das Masters zweimal in Folge gewinnen. Es sei "noch ein langer Weg", mahnt der Favorit.

Deutsche Golfer sind in diesem Jahr nicht dabei. Bernhard Langer hatte sich 2025 nach 41 Teilnahmen aus Augusta verabschiedet. Auch Tiger Woods fehlt nach seinem Autounfall unter Schmerzmitteleinfluss. Die Bühne gehört derzeit nur einem: Rory McIlroy.