Poulter ist bereits der zweite Profi innerhalb einer Woche, der der kriselnden Serie den Rücken kehrt. Kurz zuvor hatte der Südafrikaner Louis Oosthuizen angekündigt, im kommenden Jahr auf die European Tour zurückzukehren.
Die Zukunft von LIV steht auf wackligen Beinen, nachdem die Liga in den USA Insolvenzschutz beantragen musste. Vorausgegangen war der Rückzug des langjährigen Geldgebers, des saudi-arabischen Staatsfonds PIF (Public Investment Fund).
Zwar hat der neue Hauptinvestor BC Partners Credit eine Anschubfinanzierung von bis zu 300 Millionen US-Dollar (ca. 224 Millionen Pfund) in Aussicht gestellt, um LIV bis 2027 neu aufzustellen. Die DP World Tour (ehemals European Tour) stellte jedoch klar: Jeder Spieler, der bei der neu formierten LIV-Liga unterschreibt, verliert seine Tour-Mitgliedschaft – und ist damit automatisch vom Ryder Cup ausgeschlossen. Ausgerechnet dieser Kontinentalwettstreit gegen die USA prägte einige der glanzvollsten Momente in Poulters Karriere.
Poulter trotzdem "stolz" auf Rolle bei LIV Golf
Poulter räumte ein, dass die Spaltung zwischen den etablierten Touren wie der PGA und der LIV-Serie für enorme Spannungen im Golfsport gesorgt habe. Bereuen wolle er seine Rolle in dem Rebellen-Projekt jedoch nicht: "LIV Golf hat zweifellos die Meinungen gespalten. Aber Teil der Gründergruppe gewesen zu sein, die Weltklasse-Golf rund um den Globus gebracht hat. Darauf werde ich immer stolz sein", so Poulter.
"Veränderungen sind nie einfach, und der Profisport hat in den vergangenen Jahren extrem viele erlebt. Ich war jedoch schon immer davon überzeugt, dass Veränderungen neue Chancen eröffnen und am Ende zu etwas Positivem führen."
Erst Anfang des Monats hatte sich zudem der zweimalige Major-Sieger Jon Rahm mit LIV Golf auf eine Trennungsvereinbarung geeinigt. Diese muss noch von einem Richter im Bundesstaat New Jersey abgesegnet werden. Rahms Anwalt bestätigte bereits, dass der Spanier unter der neuen Finanzierungsstruktur nicht zu LIV zurückkehren werde.
Rahm galt mit ausstehenden Forderungen von 7,5 Millionen US-Dollar als der größte unbesicherte Gläubiger der Liga. Zuvor war er im Dezember 2023 für eine kolportierte Summe von 300 Millionen US-Dollar von der PGA Tour zu LIV gewechselt.
