Was so gut wie sicher kommt
1. Die Video-Assistenten werden künftig auch Eckball-Entscheidungen sowie die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte überprüfen. Bisher dürfen nur Tore, Strafstöße, Rote Karten und mögliche Verwechslungen bei Platzverweisen gecheckt werden.
2. Der seit Saisonbeginn von den Unparteiischen angezeigte Countdown bei der Acht-Sekunden-Regel für die Torhüter soll auch bei Einwürfen und Abstößen zum Einsatz kommen. Wird die Zeit überschritten, gibt es Eckball oder Einwurf für den Gegner.
3. Bei Auswechslungen müssen die Spieler innerhalb von zehn Sekunden vom Platz. Dauert es länger, darf der Einwechselspieler erst bei der nächsten Unterbrechung auf den Platz und fehlt seiner Mannschaft so lange.
4. Ein verletzter Spieler, der auf dem Platz behandelt wurde, muss für eine kurze Zeitspanne an der Seitenlinie warten, bevor er zurück ins Spiel darf.
Der Hintergrund der Neuerungen
Der Eckball-Check soll verhindern, dass nach ungerechtfertigten Ecken Tore fallen und so Diskussionen entstehen. "Normalerweise dauert es zehn bis 15 Sekunden, ehe die angreifende Mannschaft bereit ist. In diesen Sekunden kann geklärt werden, ob eine Ecke womöglich fälschlicherweise gegeben wurde", sagt FIFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Collina: "Warum sollten wir in dieser Zeit den Kopf in den Sand stecken und einfach hoffen, dass die Entscheidung nicht falsch ist?"
Die Maßnahmen gegen die Spielverzögerung zielen vor allem auf eine Erhöhung der Netto-Spielzeit ab, die vor allem vom Weltverband FIFA gefordert wird. Noch offen ist der Umgang mit einem verletzten Torhüter. Für ihn könnte ein Feldspieler kurz an die Seitenlinie verbannt werden.
Es bestehen keine Zweifel daran, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) die neuen Regeln übernehmen werden. Sie gelten dann ab der kommenden Saison in der Liga und im Pokal.
Was (noch) nicht kommt
Die Zeit für die Abseits-Revolution ist noch nicht gekommen. Erst einmal sollen weitere Tests durchgeführt werden. Konkret geht es dabei um die sogenannte "Tageslicht"-Regel, die von FIFA-Direktor Arsène Wenger präferiert wird. Demnach wäre ein Angreifer erst dann nicht mehr auf gleicher Höhe mit dem Verteidiger und somit im Abseits, wenn eine sichtbare Lücke ("Tageslicht") zwischen beiden Spielern erkennbar wäre.
Die Neuerung würde im krassen Gegensatz zur bisherigen Regel stehen, wonach schon ein minimal weiter vorne postierter Angreifer im Abseits steht. Die zuletzt auch immer wieder in der Bundesliga aufgekommene Debatte um Millimeter-Entscheidungen durch die halbautomatische Abseitstechnologie soll so beendet werden.
Die Entscheider
Die größte Machtposition im IFAB hat die FIFA inne. Der Weltverband vereint vier der acht Stimmen auf sich. Je eine Stimme haben traditionell die vier britischen Verbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland. Für Neuerungen braucht es eine Dreiviertelmehrheit. Da sich die Regelhüter meist schon im Vorfeld einer Generalversammlung geeinigt haben, sind Überraschungen selten.
