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Auf in die K.o.-Runde! Nagelsmann zieht im DFB-Camp die Zügel an

Aktualisiert
Julian Nagelsmann
Julian NagelsmannREUTERS/Annegret Hilse

Julian Nagelsmann gab gleich wieder Vollgas. In der Mittagshitze von Winston-Salem verschwendete der Bundestrainer nach zwei freien Tagen keine Gedanken an sein 1000-Tage-Jubiläum – sondern richtete den Blick sofort auf das erste Etappenziel seiner "Route 26": Im zweiten WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste soll der vorzeitige Einzug in die K.o.-Phase klargemacht werden.

Nagelsmann überließ in der ersten von drei Trainings vor dem Härtetest gegen die körperlich robusten afrikanischen Kraftkicker daher nichts dem Zufall: An zahlreichen Stationen auf dem Platz standen für Kapitän Joshua Kimmich und Co. im Spry Soccer Stadium von Winston-Salem Pass- und Spielformen, Torabschlüsse oder Standardvarianten auf dem Programm.

Zum Match-Center: Deutschland vs. Elfenbeinküste

Auch galt es, die Abstimmung im Defensivverbund zu verfeinern. Nagelsmann hatte sich angesichts der Fülle der Aufgaben eigens Notizen gemacht und einen Zettel mitgebracht.

Schließlich wartet nach dem Traumstart gegen Curacao (7:1) am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto ein ganz anderes Kaliber auf den viermaligen Weltmeister. "Die Elfenbeinküste hat spektakuläre Spieler in der Offensive", mahnte Kimmich. Zudem sei das Team um den Leipziger Turbo-Dribbler Yan Diomande "physisch sehr stark". Nach dem Spiel in der kanadischen Metropole werde man daher "erkennen, wo wir stehen".

"Immer auf die nächste Aufgabe konzentrieren"

Die Hoffnung: im neu eingeführten Sechzehntelfinale. Nach dem Auszug der Familien aus dem WM-Camp wurde der Fokus deshalb ganz schnell auf die Vorbereitung auf den kommenden Gegner gerichtet. "Das ist der Schlüssel, dass man während des Turniers nicht vergisst, gut zu trainieren", sagte Kimmich: "Alle müssen auf Spannung bleiben. Das passiert durch eine gute Intensität und den Inhalt im Training. Da haben wir noch ein bisschen zu tun."

Das gilt auch für Nagelsmann. Der 38-Jährige analysiert bereits seit Montag den ersten echten Prüfstein intensiv. Das forderte er auch mit Nachdruck von seinen Spielern ein. "Wir haben der Mannschaft eingetrichtert, dass wir uns immer auf die nächste Aufgabe konzentrieren", erklärte Nagelsmann. Auf das dritte Gruppenspiel gegen Ecuador oder den möglichen weiteren Turnierverlauf soll also noch keine Energie verschwendet werden.

Glaubt man den Worten Kimmichs, besteht diese Gefahr ohnehin nicht. "Außer Manu (Neuer) haben wir nur Spieler im Kader, die mit der Nationalmannschaft noch nichts gewonnen haben. Sie haben diesen besonderen Hunger und Antrieb, etwas Besonderes zu schaffen", sagte der Spielführer. Viele Spieler wüssten zu schätzen, "hier dabei zu sein", alle hätten "extrem Bock auf Fußball".

Mannschaft kann "zusammenwachsen"

Kimmich setzt große Hoffnungen in die aktuelle Generation. "Die Generation davor hat ausgezeichnet, dass sie über Jahre zusammengewachsen ist", sagte er mit Blick auf die Weltmeister von 2014. "Bei uns hatte ich in den letzten Jahren nicht so das Gefühl, dass etwas zusammengewachsen ist. Wir hatten nach den Turnieren immer einen Neustart."

Auch nach dem siebten Tor gratulierte noch jeder Torschütze Havertz
Auch nach dem siebten Tor gratulierte noch jeder Torschütze HavertzIMAGN IMAGES via Reuters/Troy Taormina

Jetzt aber könne unabhängig vom Ausgang der WM "eine Mannschaft zusammenwachsen, die sich über die nächsten Jahre entwickelt". Er habe "Vertrauen in die jungen Spieler, dass sie auch in zwei, drei Jahren noch da sind und eine feste Säule in der Mannschaft werden".

Das habe man nach 2018 "nicht so hinbekommen, dass wir übernehmen und uns zu festen Säulen entwickeln konnten", stellte der 31-Jährige selbstkritisch fest. Die jungen Spieler wolle er auf diesem Weg "unterstützen".

Der Schreck von der Begegnung mit der Schlange ist schließlich verdaut.