Allerdings schaut er sicherlich nicht vorbei, um beim emotionalen Bundesliga-Restart Sentimentalitäten nachzuhängen oder "Freunde zu treffen". Oder doch, irgendwie schon. Aber nicht vor dem Spiel! Man ist ja Profi: "Das kann stattfinden, wenn wir die Punkte im Sack haben."
Zum Match-Center: Borussia Dortmund vs. Werder Bremen
Dabei würde der 33-Jährige, der als Bundesliga-Torschützenkönig nach Dortmund kam und um ein Haar die Champions League gewonnen hätte, zu gerne eine Lücke schließen. 167 Tore hat der frühere Nationalstürmer in einer bewegten Karriere geschossen und geköpft, er traf gegen Paris-Saint Germain und den SV Sandhausen, gegen Spanien und Peru, gegen Manchester City und den Goslarer SC. Nur gegen den BVB nicht.
"Risiko hat sich jetzt schon gelohnt"
Sollte ihm gegen den makellosen Tabellenführer im achten Anlauf ein Tor gelingen, wäre der Südtribüne mit ihren 25.000 Fans die Magie geraubt. "Extrem wuchtig" gehe es zu, sagt Füllkrug, aber: "Man kann es dem Stadion als Gegner auch schwer machen, wenn man den BVB klein hält."
Für ihn selbst bietet die Rückkehr Anlass, auf zweieinhalb wilde Jahre zurückzuschauen. Füllkrug wollte hinaus in die Fußball-Welt, er kam aber weder bei West Ham United in London noch bei der AC Mailand in Italien zurecht. Also, Cut: Er hörte auf sein Herz.

"Ich habe mich für den emotionalen Weg entschieden, zu Werder zurückzugehen. Damit bin ich ein Risiko eingegangen", sagte er. Das habe sich "jetzt schon gelohnt".
Guter Start in Bremen
Im Sommer klang das nach einer dieser fußballromantischen Geschichten, die zu selten ein Happy End nehmen. Ein großer Name mit zuletzt gedämpftem Klang, an alter Wirkungsstätte, um eine Karriere anzuschieben, die im Sande zu verlaufen droht.

Dann aber: Ein Elfmeter gegen den Lüneburger SK, ein Kopfball gegen RB Leipzig, ein Linksschuss gegen den 1. FC Köln, ein Rechtsschuss gegen den FC Augsburg. Füllkrug trifft wieder, in Bremen tutet das Nebelhorn. Schon wird wieder von der Nationalmannschaft geraunt.
Ansage an den BVB
Zuletzt gab es auf dem Werder-Weg einen Rückschlag, der es in sich hatte. Beim niederländischen Erstligisten Twente Enschede wollten sich die Bremer so langsam wieder auf die Bundesliga eintesten, und dann, naja, stand es zur Halbzeit 0:6. "Das ist alles ein Wahnsinn!", soll Füllkrug glaubwürdigen Augenzeugen zufolge über den Platz gebrüllt haben. Das Spiel endete 0:7.
Ihren Weckruf haben die Spieler gehört: "Der BVB kann sich darauf gefasst machen, dass wir bereit sind und marschieren wollen", sagt Niclas Füllkrug. Nach einer Gänsehaut vor der Südtribüne.
