Einen Monat nach dieser Szene aus der 35. Minute des Ligue-1-Spiels mit dem OGC Nizza gegen den FC Metz am 17. Mai holt Wahi das Foul gleichsam brutal ein. Der Leihspieler von Eintracht Frankfurt soll die Karte provoziert haben, auf eine Verwarnung liefen hohe Wetten: Die französische Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht auf "organisierten Betrug, organisierte Korruption im Sport, Hehlerei und Geldwäsche" nach.
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Um ein Haar wäre Wahi die Einreise nach Kanada zum WM-Spiel gegen Deutschland in Toronto am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) verweigert worden. Sie wurde erst nach Verzögerung genehmigt, zunächst stellten sich die kanadischen Behörden quer. Am Donnerstagabend teilte der ivorische Verband auf X mit, dass sich "die administrative Situation positiv entwickelt" habe. Der 23-Jährige könne "mit der Delegation nach Kanada reisen".
Entscheidend im Wahi-Wirrwarr, das große Unruhe in die Vorbereitung des deutschen Gegners bringt, war, dass bisher "nur" Ermittlungen laufen. Korrekt, der Spieler sei im Mai "für einige Stunden" befragt worden, berichtete seine Anwältin Marie Dose, aber: "Elye Wahi ist derzeit nicht angeklagt und unterliegt keinen gerichtlichen Auflagen oder Einschränkungen." Letztlich also doch: freie Bahn.
Drogba in Euphorie
Cote d'Ivoire ist in WM-Euphorie, Didier Drogba beispielsweise steht emotional in Flammen. Selbstverständlich bewege ihn das Turnier zutiefst, sagt der größte Fußball-Star in der Geschichte der Elfenbeinküste: "Es ist mein Land. Dort liegt meine Nabelschnur in der Erde."
Als er seine "Brüder" dann auch noch gegen Ecuador (1:0) siegen sah, da rief Drogba dem Torschützen Amad Diallo zu: "Ich bin stolz auf dich. Du bist nicht nur die Zukunft – du bist auch schon die Gegenwart!"
Diese Gegenwart erscheint rosig. Die Elfenbeinküste hat eine erstaunliche sportliche Entwicklung vollzogen: Sie hat wie einst in der Drogba-Zeit spektakuläre Starspieler wie Yan Diomande von RB Leipzig, der 90 Millionen Euro wert sein soll, ist aber vor allem eine kompakte Einheit aus Profis, die in Europa Erfahrung gesammelt haben. Sie spielen bei Inter Mailand, Manchester United, Crystal Palace, dem FC Porto – oder wie Bazoumana Touré (Marktwert: 40,8 Millionen Euro) in Hoffenheim.
"Die deutsche Mauer einreißen"
Keinen Gegentreffer hat die Elfenbeinküste in zehn Spielen der afrikanischen WM-Qualifikation kassiert, keinen auch gegen Ecuador – obwohl der Anfang etwas wacklig war. Es spielte allerdings die Ersatz-Innenverteidigung, gegen Deutschland könnten die früheren Bundesligaprofis Odilon Kossounou und Evan Ndicka zurückkehren.
DFB-Gegner im Check
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Das stärkt das Selbstvertrauen. "Wir werden versuchen, die deutsche Mauer einzureißen", tönte Trainer Emerse Faé, Diomande sprach forsch von der "Mentalität, alles zu gewinnen".
Drogba, der zuletzt in New York beim Kicken auf der Straße gesehen wurde, ist bei ihnen. "Unsere Brüder und Söhne", schrieb er bei Instagram, "jeder eurer Schritte wird von unseren Gebeten und Segnungen begleitet sein. Bleibt vereint, die Elfenbeinküste wird neue Erfolgsgeschichten schreiben." Am besten schon am Samstag gegen Deutschland. Mit Elye Wahi.
