GENERATION S
Vor Italiens Endspiel gegen Bosnien-Herzegowina sorgte ein Video für Wirbel. Darin war zu sehen, wie sich die italienischen Nationalspieler über den Sieg Bosniens gegen Wales (4:2 n. E.) freuen. Hochmut? Arroganz? Derartige Vorwürfe stritt die Squadra Azzurra vor dem Duell natürlich ab. Doch die Tageszeitung La Repubblica spricht schon von der "Generation S", der Generation "Senza Mondiala", ohne WM also. Schon 2018 (Schweden) und 2022 (Nordmazedonien) scheiterte der viermalige Weltmeister an seiner Favoritenrolle.
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"Es ist eine große Nation, und da sie sich für die letzten beiden Weltmeisterschaften nicht qualifiziert haben, stehen sie unter Druck", sagte Edin Dzeko und versuchte, die italienischen Gedankenspiele zu befeuern. Sein Teamkollege Tarik Muharemovic ist sicher: "Zenica wird brennen. Wir fürchten nur Gott." Und eines, das hat Dzeko allen italienischen Nationalspielern ohnehin voraus: Zur "Generation S" zählt der 40-Jährige wahrlich nicht. 2014 war er in Brasilien dabei.
EINE MILLION GRÜNDE
Der Kosovo erlebt gerade den größten Fußballrausch seiner jungen Geschichte. Für das 4:3 über die Slowakei soll es 500.000 Euro von der Regierung geben, bei einem weiteren Sieg dürfte eine Million Euro in die Mannschaftskasse fließen. So lautet der Plan von Finanzminister Hekuran Murati auf Facebook. Doch für den Kosovo um Hoffnungsträger Fisnik Asllani geht es um viel mehr als Geld, dem noch jungen Land winkt ein beispielloser Erfolg.
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Noch nie war die Nationalmannschaft bei einer Fußball-WM oder -EM in der Endrunde vertreten. Der Staat gründete sich aus dem Zerfall Jugoslawiens, hatte 2008 seine Unabhängigkeit erklärt und ist erst seit 2016 Mitglied in den internationalen Fußballverbänden FIFA und UEFA.
Doch die Favoritenrolle obliegt der Türkei mit Emporkömmling Arda Güler. Seit dem dritten Platz 2002 - damals mit Hakan Sükürs Rekordtreffer nach 10,8 Sekunden - wartet das Land sehnsüchtig auf eine WM-Rückkehr. Behält das Team von Trainer Vincenzo Montella in Pristina die Nerven?
TORMASCHINEN
Zu sagen, dass das WM-Ticket in Solna eher an zwei rechten Füßen als an den Teamleistungen hängt, wäre falsch - und doch sind beim Duell Schweden gegen Polen alle Augen auf die Tormaschinen Viktor Gyökeres und Robert Lewandowski gerichtet.
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Der eine, Arsenal-Stürmer Gyökeres, schoss seine Schweden mit einem Dreierpack gegen die Ukraine (3:1) quasi im Alleingang ins entscheidende Duell. Der andere, Altstar Lewandowski, leitete gegen Albanien die Wende zum 2:1-Sieg ein - Polens Rekordtorschütze traf per Kopf. Das WM-Ticket hängt eben an mehr als zwei rechten Füßen.
FESTUNG
Wie schwer die Aufgabe für die dänische Nationalmannschaft in Prag wird, offenbart die tschechische Heimspielbilanz. 17 Spiele in Serie ist das Team um den Leverkusener Stürmer Patrik Schick vor dem eigenen Anhang ungeschlagen. Die letzte Heimniederlage datiert aus dem September 2022 (0:4 gegen Portugal). "Das sagt einiges über die Qualität des Gegners aus, der uns erwartet", sagte Nationaltrainer Brian Riemer: "Das müssen wir sehr ernst nehmen."
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Gleich sieben Bundesliga-Profis könnten am Dienstagabend in Prag zum Einsatz kommen. Die Schlüsselrollen kommen Schick und Wolfsburgs Mittelfeld-Regisseur Christian Eriksen zu. Knackt Dänemark die Festung Prag?
