1990: Pedro Monzón und Gustavo Dezotti (Argentinien)
Bevor Andreas Brehme Deutschland im Finale von Rom zum Titel schoss, hatte sich der kurz zuvor eingewechselte Monzón einen Aussetzer geleistet. Sein übles Foul gegen Jürgen Klinsmann brachte ihm Rot ein, Argentinien musste fortan in Unterzahl spielen. Monzón stand nicht mal 20 Minuten auf dem Platz. Länger hielt Dezotti durch, doch auch er sah, bereits verwarnt, nach einer Tätlichkeit gegen Jürgen Kohler die Rote Karte.
Zum Match-Center: Deutschland vs. Argentinien
1998: Marcel Desailly (Frankreich)
Der einzige, dessen Team das Spiel in Unterzahl gewann. Desailly flog bei Frankreichs erstem WM-Triumph mit Gelb-Rot vom Platz, nach zwei Treffern von Zinédine Zidane lagen die Franzosen in Paris zu diesem Zeitpunkt 2:0 gegen Brasilien vorne. 20 Minuten mussten die Gastgeber noch die Führung verteidigen, legten später sogar das 3:0 durch Emmanuel Petit nach – und erlösten damit Desailly, der eigentlich zur Dopingprobe gehen sollte.
"Ich konnte es nicht aushalten, in einem Zimmer ohne Fernseher zu sein, nicht zu wissen, was los ist", sagte er: "Ich hatte wahnsinnige Angst. Ich bin rausgestürmt und habe mir das Spiel angesehen."
Zum Match-Center: Brasilien vs. Frankreich
2006: Zinédine Zidane (Frankreich)
Die wohl bekannteste Rote Karte der WM-Geschichte: Zidane hat im Finale in Berlin genug von den vielen Provokationen des Marco Materazzi, geht auf seinen Gegenspieler zu und streckt ihn mit einem Kopfstoß gegen den Oberkörper zu Boden. Schiedsrichter Horacio Elizondo sieht die Szene nicht, erhält aber einen Hinweis vom vierten Offiziellen.
"Er hat mir gesagt, dass der Platzverweis korrekt sei, aber auch gefragt, ob ich nicht gesehen oder gehört habe, was zuvor passiert war", berichtete Elizondo später über sein Gespräch mit Zidane. Der Franzose weiß sofort, dass er einen schlimmen Fehler begangen hat, verlässt das Feld ohne Widerstand. Im Elfmeterschießen verlieren seine Franzosen letztlich.
Zum Match-Center: Italien vs. Frankreich
2010: John Heitinga (Niederlande)
Das Endspiel von Johannesburg ist hart, Spanien und die Niederlande kämpfen um jeden Zentimeter. Schiedsrichter Howard Webb zeigt insgesamt 14 Gelbe Karten – zwei von ihnen sieht Heitinga. Der Verteidiger räumt in der Verlängerung ausgerechnet Andrés Iniesta übel ab und erhält kurz darauf die Quittung in Form eines verdienten Platzverweises. Iniesta schüttelt die Schmerzen ab, schießt Spanien wenig später zum ersten WM-Titel – und Heitingas Niederländer ins Tal der Tränen.
Zum Match-Center: Niederlande vs. Spanien
