Torrekord dank offensiver Spielweise
Die Fußball-WM hat bislang für eine Rekordzahl an Treffern gesorgt. In den ersten 102 Partien fielen insgesamt 296 Tore. Durch die Aufstockung auf 48 Mannschaften wurden zwar mehr Spiele ausgetragen als jemals zuvor, dennoch liegt der Schnitt von 2,90 Toren pro Partie auf dem höchsten Niveau seit der WM 1970. Lediglich das Turnier 1954 weist mit 5,38 Treffern pro Spiel einen höheren Wert auf.
Als möglicher Grund für die Torflut wurde zeitweise auch der Spielball diskutiert. Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick bezeichnete ihn als "Kanonenkugel". Die auffällig hohe Zahl an Distanzschüssen, die den Weg ins Tor fanden, nährte diese Vermutung zusätzlich.
Das Finale: Spanien vs. Argentinien
Topstars machen erneut den Unterschied
Auch bei dieser Weltmeisterschaft zeigte sich, wie wichtig herausragende Einzelspieler für den Titelkampf sind. Lionel Messi, Kylian Mbappé, Erling Haaland und Harry Kane gehörten zu den treffsichersten Angreifern des Turniers und führten ihre Mannschaften teilweise bis in die Vorschlussrunde.
Eine Ausnahme bildet Spanien. Der Europameister überzeugte vor allem als geschlossen auftretendes Kollektiv. Selbst Ausnahmetalent Lamine Yamal ordnete sich konsequent dem taktischen Konzept von Trainer Luis de la Fuente unter.
Mutige Außenseiter sorgen für Highlights
Viele Außenseiter verzichteten bewusst auf eine rein defensive Ausrichtung und wurden dafür mit starken Auftritten belohnt. Kap Verde brachte Argentinien im Sechzehntelfinale beim 2:3 nach Verlängerung an den Rand einer Überraschung. Auch die Demokratische Republik Kongo hinterließ beim knappen 1:2 gegen England einen starken Eindruck.
Für den ganz großen Wurf reichte es allerdings nicht. In den entscheidenden Momenten setzte sich meist die höhere individuelle Qualität der Favoriten durch.
Überraschungen bleiben die Ausnahme
Die ganz großen Sensationen blieben bei dieser WM überschaubar. Mit Spanien, Argentinien, England und Frankreich erreichten vier der Topfavoriten das Halbfinale.
Für Schlagzeilen sorgte dagegen erneut das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft. Die Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen (3:4) gehörte zu den überraschendsten Ergebnissen des Turniers. Auch das Aus der Niederlande gegen Marokko (2:3 n.V.) sowie Brasiliens Achtelfinal-Niederlage gegen Norwegen (1:2) zählten zu den größten Überraschungen.
Trinkpausen sorgen für Diskussionen
Für Gesprächsstoff sorgten auch die von der FIFA eingeführten Trinkpausen. Zweimal pro Halbzeit wurde das Spiel unterbrochen, was nach Ansicht vieler Beteiligter den Spielfluss beeinflusste.
"Ich wünsche mir, dass das wieder aus dem Fußball verschwindet, ganz ehrlich", sagte MagentaTV-Experte Mats Hummels. "So ein erzwungenes Time-out, künstlich, manchmal in Drangphasen einer Mannschaft hinein, das gefällt mir gar nicht. Weil es das Spiel beeinflusst."
Einwechselspieler stechen als Matchwinner hervor
Auch die Joker spielten bei dieser Weltmeisterschaft eine wichtige Rolle. Insgesamt erzielten Einwechselspieler 55 der bislang 296 Turniertore. Damit liegt der Anteil der Joker-Treffer mit knapp 18,6 Prozent nur minimal unter dem Rekordwert der WM 2014.
Besonders in Erinnerung blieben Spaniens Mikel Merino, der sowohl im Achtel- als auch im Viertelfinale das entscheidende Tor erzielte, sowie Argentiniens Lautaro Martínez, der im Halbfinale gegen England als Joker zum Matchwinner wurde.
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