König Willem-Alexander feiert mit: "Beast" Brobbey und Oranje im Rausch

Brian Brobbey war der überragende Mann beim Oranje-Sieg gegen Schweden.
Brian Brobbey war der überragende Mann beim Oranje-Sieg gegen Schweden.REUTERS/Phil Noble

Die Krönung eines unvergesslichen Tages erwartete Brian Brobbey in den Katakomben des Stadions in Houston. König Willem-Alexander adelte die Oranje-Show gegen Schweden (5:1) mit einem Besuch in der Kabine, für Doppelpacker Brobbey hatte der Monarch ein Extralob im Gepäck. Nach einem gemeinsamen Foto mit dem Team habe Willem-Alexander ihm persönlich gratuliert und gesagt, "dass ich es gut gemacht habe", erzählte Brobbey voller Stolz.

Der Stürmer hatte die Niederlande mit dem schnellsten WM-Doppelpack (5./17.) seit Lukas Podolski 2006 (2:0 im Achtelfinale gegen Schweden) auf die Siegerstraße und nahezu sicher in die K.o.-Runde gebracht. Dazu erzielte der 24-Jährige mit dem 2:0 den 100. WM-Treffer der Elftal. "Das ist sehr besonders, das wusste ich gar nicht", sagte Brobbey. Wohl aber, wie er launisch anmerkte, dass er "eigentlich einen Hattrick machen" wollte.

All der Druck, all die Kritik aus der Heimat sind auch dank des ehemaligen Leipzigers, der in der WM-Quali überhaupt keine Rolle gespielte hatte und auch zum Auftakt gegen Japan (2:2) erst in der 84. Minute eingewechselt worden war, erst einmal Geschichte; auch für Bondscoach Ronald Koeman, der Brobbey überraschend in die Startelf gehievt hatte und damit ein goldenes Händchen bewies.

Fans sehen "entfesselte" Oranje-Mannschaft

"Wir wissen, dass Brian das sehr gut kann. Er hat vor dem Tor hervorragend gespielt", sagte Koeman. Das "Beast" - wie De Telegraaf den bulligen Stürmer vom AFC Sunderland taufte - für den unter der Woche angeschlagenen Shootingstar Crysencio Summerville zu bringen, sei ein "genialer Schachzug" gewesen, schrieb das Blatt. "Er war bestialisch wichtig und entpuppte sich als das fehlende Puzzlestück."

Zum Match-Center: Niederlande vs. Schweden

Und so sahen die euphorisierten Oranje-Fans gemeinsam mit ihrem Königspaar eine "entfesselte" Mannschaft, die Schweden "in Stücke riss" (De Telegraaf). Summerville war nach seiner Einwechslung an beiden Treffern von Cody Gakpo (47./53.) direkt beteiligt und sorgte selbst für den Schlusspunkt (89.). Schweden, selbst 5:1-Sieger am ersten Spieltag gegen Tunesien, leistete nur in der ersten Halbzeit wirklich Gegenwehr. Den Treffer für die Skandinavier erzielte Anthony Elanga (59.).

Willem-Alexander war dennoch angespannt. Er habe er "ein paar Mal nach einem Defibrillator gesucht, denn dieses Spiel war nicht immer gut für mein Herz", sagte der royale Edelfan. "Natürlich", meinte auch Koeman, "wissen wir selbst, dass es noch besser geht. Man sieht aber auch die hohe Qualität dieser Mannschaft. Es war eine Freude, ihr zuzusehen." Gegen Tunesien geht es nun um den Gruppensieg.

Um Virgil van Dijk, der in der Schlussphase ein wenig humpelte, muss sich Koeman dabei wohl keine Sorgen machen. "Ich habe einen Schlag auf die Hüfte bekommen und konnte meinen Oberschenkel einen Moment lang nicht spüren. Das war ziemlich seltsam. Aber ich glaube, es ist nicht so schlimm", sagte der Kapitän.