Havertz, Wirtz, Musiala: Was ist mit den deutschen Zauberern los?

Musiala (l.), Havertz (M.) und Wirtz (r.) suchen noch ihre Top-Form
Musiala (l.), Havertz (M.) und Wirtz (r.) suchen noch ihre Top-FormProfimediaaČTK / imago sportfotodienst / Markus Ulmer

Deutschland hat große Hoffnungen in das Angriffstrio mit Kai Havertz, Florian Wirtz und Jamal Musiala gesetzt. Doch das Dreigespann wurde den hohen Erwartungen noch nicht gerecht. Bundestrainer Julian Nagelsmann fordert vor dem ersten K.o.-Spiel gegen Paraguay am Montag (22:30 Uhr MESZ/Flashscore-Audioreportage, ZDF & MagentaTV) schnelle Verbesserung.

"Harakari bei der Positionierung"

Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz sollten in Nordamerika eigentlich ihre Gegner schwindlig zocken und wie Slalomstangen umspielen - doch die Realität bei der WM 2026 sieht bislang anders aus.

Bundestrainer Julian Nagelsmann monierte nach der Pleite im abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador (1:2), dass sein Offensivtrio "Harakari bei der Positionierung" betrieben habe.

Sein Vorwurf: Wenn irgendwann "keiner mehr weiß, wo er steht, wird es sehr schwer, das im Kollektiv aufzufangen, wenn sich die Ballverlustrate von null auf zehn steigert".

Nagelsmann kritisiert seine Schützlinge
Nagelsmann kritisiert seine SchützlingeREUTERS/Dylan Martinez

Er verordnete Havertz, Wirtz und Musiala eine deutlich höhere Positionstreue – und das Unterdrücken der Gier, "in jeder Aktion ein Tor schießen zu wollen". Höhere Disziplin wird auch im Sechzehntelfinale notwendig sein, wenn Deutschland in Foxborough auf Paraguay trifft.

Match-Center: Deutschland vs. Paraguay

Verschenktes Potenzial

Auch Jürgen Klopp hat ähnliche Beobachtungen. Der Fußball-Chef des Red-Bull-Imperiums stellte in seiner Rolle als TV-Experte fest: "Wirtz und Musiala waren überall". Was keineswegs als Kompliment gemeint war, wie auch sein Studiokollege Thomas Müller feststellte. Dieser warf dem deutschen Offensivtrio "Naivität" vor.

Dabei hat der Dreizack nicht auf ganzer Linie enttäuscht. Beim 7:1-Kantersieg gegen Curacao trug sich Champions-League-Finalist Havertz zweimal in die Torschützenliste ein, auch Musiala war erfolgreich. Wirtz hatte mehrfach gute Ansätze, kam bisher aber kaum Abschluss.

Havertz (M.) überzeugte immerhin gegen Außenseiter Curacao
Havertz (M.) überzeugte immerhin gegen Außenseiter CuracaoČTK / imago sportfotodienst / Markus Ulmer

Was schmerzt, ist der Gedanke an das Potenzial. Havertz, Wirtz, Musiala - in Bestform wäre das eine Weltklasse-Offensive. Aber: "Die Spieler, die eigentlich die Qualität haben, die lassen noch ein bisschen zu wünschen übrig", sagte Rio-Weltmeister Lukas Podolski.

Mehr oder weniger Laufwege?

"Ab und zu", berichtet Wirtz immerhin über das Zusammenspiel mit Musiala, "haben wir ganz gute Kombinationen." Aber es sei schwierig, gemeinsam ins Laufen zu kommen. "Wir haben beide meistens direkt jemanden im Rücken."

Wirtz würde sich am liebsten noch mehr bewegen
Wirtz würde sich am liebsten noch mehr bewegenČTK / imago sportfotodienst / Markus Ulmer

Sehr interessant wird es beim Thema Positionen: "Da muss es noch besser werden", betonte Wirtz, "insgesamt mit allen in der Mitte mehr zu rotieren und gegenseitig Platz zu schaffen." Mehr Rotation? Nagelsmann verlangt genau davon weniger.

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