Julian Nagelsmann diskutierte am Trainingsplatz intensiv mit Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig. Einen Tag nach der Pleite gegen Ecuador bestand reichlich Redebedarf.
"Es sah nicht so aus, als würden wir durch die nächsten Runden marschieren", stellte Jürgen Klopp bei MagentaTV fest. Aber: Noch ist alles möglich.
Damit Deutschland weiterhin einer der Titelkandidaten bleibt, zog sich der Bundestrainer grübelnd ins stille Kämmerlein zurück. Die akribischen Vorbereitung auf Sechzehntelfinale gegen Paraguay hat begonnen.

Fehlerkette in der Defensive
So muss nicht nur der Gegner im Videostudium analysiert werden – sondern auch die eigenen Problem sollte das DFB-Team schleunigst in den Griff bekommen. Im Spielaufbau wirkte man gegen die spritzigen Ecuadorianer oft zu behäbig und unpräzise. Die Fehlerkette vor dem zweiten Gegentor sorgte wiederum für heftige Unruhe bei den deutschen Fans.
Auch das WM-Comeback von Manuel Neuer steht offenbar unter keinem guten Stern. In allen drei Gruppenspielen kassierte der Rückkehrer mindestens ein Gegentor. Vor dem zweiten Gegentor gegen Ecuador sah der 40-Jährige keineswegs souverän aus – wenngleich Experten die eigentlichen Mängel woanders sehen.

Zahlreiche Baustellen
So oder so: Klar ist, dass sich die DFB-Auswahl in sämtlichen Belangen verbessern muss, wenn sie ernsthaft ein Wörtchen um den Titel mitreden möchte. "Es ist wichtig, daraus die Lehren zu ziehen", sagte Nagelsmann nach dem Schlusspfiff gegen Ecuador. Er beklagte "Harakiri" und zu "viel Freestyle".
"Wir sind alle ernüchtert", räumte Neuer ein. "Wir dürfen nicht jedes Spiel ein, zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverlust-Quote minimieren", forderte Kapitän Joshua Kimmich.

Auf der Pressekonferenz wies der Trainer die meisten Vorwürfe zurück. Diese seien "zu plakativ". Dennoch gab er zu, dass sein Team dem Gegner in vielen direkten Duellen unterlegen war. Aber: "Körperlichkeit ist schwer zu trainieren", stellte Nagelsmann fest. Man müsse daher "den Ball früher spielen, um dem Zweikampf aus dem Weg zu gehen".
Auf der Doppelsechs machte Felix Nmecha ebenso ein enttäuschendes Spiel wie Aleksandar Pavlovic – auch wenn Nagelsmann fand, dass es das Duo grundsätzlich "gut gemacht" habe. Auch die Zauberfüße von Florian Wirtz und Jamal Musiala sind noch nicht wie erhofft in Schwung gekommen.

Oder doch ein anderer Gegner?
Nagelsmann tüftelt gemeinsam mit seinen Co-Trainern und Analysten, es mussen rasch neue Lösungen her. Dass Paraguay als Gegner zwar so gut wie sicher feststeht, aber durch den reformierten WM-Modus theoretisch auch noch Schottland und Schweden als Gegner möglich sind, erschwert die Arbeit
"Jeder kann sich vorstellen, dass es bessere Konstellationen gibt, als Samstagnacht durchzuschrubben, um dann am Sonntag der Mannschaft den Gegner vorzustellen", so Nagelsmann.
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