"Perfekter Start" in WM-Mission: DFB-Frauen nehmen Kurs auf Brasilien

Das DFB-Team hat auch Norwegen dominiert
Das DFB-Team hat auch Norwegen dominiertCARINA JOHANSEN / NTB / AFP

Mit der nächsten Torgala in Norwegen machen die deutschen Fußballerinnen einen Riesenschritt Richtung WM 2027. Die Entwicklung stimmt – und eine "Gewinnerin" heimst Sonderlob ein.

Als Christian Wück und seine Überfliegerinnen zurück in die Heimat düsten, konnte sich der Bundestrainer entspannt zurücklehnen. Sechs Punkte, 9:0 Tore – der Grundstein für das WM-Ticket ist optimal gelegt. "Das war ein perfekter Start", lobte Wück nach der 4:0 (3:0)-Torparty in Norwegen, sprach seinem Team "ein großes Kompliment" aus – und trat doch "ein bisschen" auf die "Euphoriebremse".

Schwächere Phasen in beiden Hälften wollte Wück bei aller Dominanz auf dem ungewohnten Kunstrasen von Stavanger nicht unerwähnt lassen. Die DFB-Sportdirektorin unterstrich aber lieber die sichtbaren Fortschritte. "Für mich ist es wichtig, dass wir die Spiele zu null gestaltet haben", betonte Nia Künzer und verwies auf die in Topspielen sonst oftmals schmerzlich vermisste Effizienz: "Das Manko haben wir abgestellt."

Match-Center: Norwegen vs. Deutschland

Wück vollauf zufrieden

Noch dazu mit einer variablen und spielfreudigen Offensive, wie bereits beim 5:0 vier Tage zuvor in Dresden gegen Underdog Slowenien. Elisa Senß (18.), Carlotta Wamser (45.+1), Vivien Endemann (45.+3) und Jule Brand (58.) festigten nun mit ihren Toren gegen erstaunlich anfällige Norwegerinnen die Tabellenführung in der Gruppe A4 – direkt für die Endrunde 2027 in Brasilien qualifizieren sich nur die Gruppensieger.

Elisa Senß (l.) am Ball
Elisa Senß (l.) am BallČTK / imago sportfotodienst / Hendrik Hamelau

Besonders das Umschalten funktionierte prächtig, "Passspiel, Einlaufverhalten und Timing" hob Wück bei seiner Analyse im ZDF hervor, "das trainieren wir, es freut mich, dass sich die Mädels belohnen". Und vor allem Wirbelwind Endemann überzeugte auf der linken Seite in den beiden Spielen als Ersatz für die verletzt fehlende Klara Bühl mit insgesamt zwei Toren und vier Vorlagen.

"Sie ist wirklich die Gewinnerin dieses Lehrgangs", schwärmte Wück am ARD-Mikrofon und lobte Einsatzwillen, Technik und Schnelligkeit der 24-Jährigen, die zuvor ein Jahr lang nicht mehr im Nationalteam zum Zuge gekommen war. "Sie hat die richtigen Schlüsse gezogen", erklärte der 52-Jährige.

Benotungen der deutschen Startelf
Benotungen der deutschen StartelfFlashscore

Die Wolfsburgerin selbst war nach ihrem Comeback "einfach happy, wieder da zu sein. Ich fühle mich wohl, das Team macht es mir leicht, solche Spiele abzuliefern."

Auch Linksverteidigerin Franziska Kett und Wamser über rechts konnten mit ihrer Dynamik im WM-Casting punkten, in der Abwehr durfte zum Schluss noch Jella Veit (20) debütieren.

Berger gibt Entwarnung

Wurde es doch mal brenzlig, glänzte Ann-Katrin Berger mit starken Paraden. Dabei musste die Nummer eins auch einiges einstecken und mehrfach behandelt werden. "Mir geht es gut, wir haben zu null gespielt, da muss es einem immer gut gehen", gab Berger Entwarnung, nachdem sie kurz vor dem Abpfiff noch eine schmerzhafte Blessur am Knie erlitten hatte.

Statistiken zum Spiel in Stavanger
Statistiken zum Spiel in StavangerFlashscore

Auch sie machte auf dem langen Weg zum anstrebten ersten Titel seit Olympiagold 2016 noch Luft nach oben aus. "Man sieht teilweise, dass wir auch gegen größere Mannschaften richtig gut Fußball spielen können. Wir müssen nur noch die Konstanz über 90 Minuten haben", so die 35-Jährige.

ÖFB-Team wartet 

Weiter daran feilen kann das DFB-Team, wenn am 14./18. April der Doppelpack gegen das punktlose Schlusslicht Österreich in Nürnberg und Ried ansteht.