Bundestrainer Christian Wück war schon da, als Laura Freigang in ihrem BMW-Oldtimer vorfuhr und Frühaufsteherin Jule Brand am Dienstagvormittag ihre zwei Koffer ins Teamhotel im Frankfurter Ostend schob. Beim Jahresauftakt der deutschen Fußballerinnen eine der größten Fragen im Gepäck: Wer trifft endlich zuverlässig das Tor?
Eine Knipserin – monierte Ex-Kapitänin Alexandra Popp jüngst im RND-Podcast – fehle den DFB-Frauen noch zur Titelreife. "Die Einzige, die sehr häufig für richtig Torgefahr gesorgt hat", sagte die einstige Torgarantin Popp sei Klara Bühl "mit ihren Einzelaktionen" gewesen.

Für ihre Erbinnen beginnt 2026 mit der Jagd auf das direkte Ticket für die Endrunde 2027 in Brasilien. Im Kampf um den nötigen Gruppensieg geht es zunächst am kommenden Dienstag (17:45 Uhr/ARD) in Dresden gegen Slowenien und vier Tage später in Stavanger gegen den wohl stärksten Gegner Norwegen (18:00 Uhr/ZDF-Livestream).
Match-Center: Deutschland vs. Slowenien / Norwegen vs. Deutschland
Schüller vs. Hoffmann
Nach ihrer "Winterflucht" von Bayern München zu Manchester United dürfte im Sturm der Fokus vor allem auf liegen. In der Nach-Popp-Ära war die 28-Jährige als Vollstreckerin vorgesehen, steckte aber im Formtief.
Nachdem Selina Cerci (TSG Hoffenheim) verletzungsbedingt kurzfristig absagen musste, dürfte der Fokus im Sturm noch stärker auf Lea Schüller nach ihrer "Winterflucht" von Bayern München zu Manchester United liegen. In der Nach-Popp-Ära war die 28-Jährige als Vollstreckerin vorgesehen, steckte aber im Formtief.

Bei der EURO lief ihr die derzeit verletzt fehlende Giovanna Hoffmann (Kreuzbandriss) von RB Leipzig den Rang ab. Nun aber prophezeite Wück, in England werde sich Schüller "körperlich, athletisch unheimlich weiterentwickeln".
Fudalla wieder nicht nominiert
Anstelle von Cerci darf sich nun die nachnominierte Newcomerin Larissa Mühlhaus (23) von Werder Bremen erstmals beweisen. Weiterhin keine Chance bekommt dagegen Vanessa Fudalla, mit zwölf Treffern führt die Leverkusenerin gleichauf mit Cerci die Liste der Bundesliga-Toptorjägerinnen an.
Doch Wück spricht der 24-Jährigen, die nur 1,53 m misst, (noch) die nötige Klasse ab – zum Unmut ihres Vereinstrainers. "Vanessa setzt sich auch regelmäßig in der Liga gegen Gegner durch, die international spielen. Ich kann dieser Argumentation nicht folgen", klagte Roberto Pätzold.

Weitere Kandidatinnen
Cerci indes setzt Wück gerne ein, allerdings nicht im offensiven Zentrum. Dort erhielt zuletzt Nicole Anyomi von Eintracht Frankfurt den Vorzug, die in der Liga bei neun Toren steht. "Ich sehe ihre Stärke", sagte Wück über Cerci, "wenn sie ihre Gegenspielerin vor sich hat, auf sie zudribbeln, ihre Schnelligkeit einsetzen kann."
Eine, die Wücks Profil als Mittelstürmerin erfüllt, ist Shekiera Martinez von West Ham United. Die 24-Jährige kam in Abwesenheit von Schüller, die aus familiären Gründen gefehlt hatte, im Kampf um die Nations-League-Krone gegen Spanien als Joker zum Zuge, blieb aber ohne Torerfolg.
