Ein Jahr Anlauf: DFB-Frauen wollen im brasilianischen Titelkampf "dazugehören"

Die DFB-Frauen bereiten sich bereits auf die WM 2027 in Brasilien vor.
Die DFB-Frauen bereiten sich bereits auf die WM 2027 in Brasilien vor.REUTERS/Borut Zivulovic

Die Chefin entließ ihre Schützlinge am Mittwoch wohlwollend in den Urlaub. "Sie können sich verdient in die Sommerpause verabschieden", sagte DFB-Sportdirektorin Nia Künzer nach dem erfolgreichen Abschluss der WM-Qualifikation: "Wir haben Entwicklungsschritte gemacht." Doch auf den Lorbeeren ausruhen können sich die deutschen Fußballerinnen höchstens ein paar Wochen. Der Bundestrainer pusht jedenfalls schon mächtig in Richtung Brasilien 2027.

"Das war eine sehr souveräne Gruppenphase mit 16 von 18 Punkten und 18:1 Toren", gab Christian Wück im Anschluss an das 2:0 (1:0) zum Quali-Abschluss in Slowenien zu Protokoll. Doch das Hauptaugenmerk des Trainers richtet sich bereits darauf, bei der Endrunde in rund einem Jahr (24. Juni bis 25. Juli) ein konkurrenzfähiges Team im Kampf um den Titel an den Start zu bringen: "Wir wollen dazugehören, wir wollen unter die Top Fünf. Aber es ist ein ständiges Auf und Ab."

Zum Match-Center: Slowenien vs. Deutschland

Diesen Wankelmut zeigte die kräftig durcheinandergewürfelte Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auch in Ljubljana. Wück sah an seinem 53. Geburtstag eine mäßige Leistung seiner Schützlinge. Ein Eigentor von Lara Prasnikar (39.) sowie ein Treffer von Shekiera Martinez (50.) reichten dennoch für den Sieg. Es war der sechste deutsche Erfolg im sechsten Duell mit Slowenien.

Wück sieht "Potenzial" bei DFB-Frauen

Die Begegnung hatte keine große Bedeutung mehr für das DFB-Team. Der zweimalige Weltmeister konnte sich bereits am vergangenen Freitag durch den Sieg gegen Norwegen (2:0) das WM-Ticket sichern. Als Folge rotierte Wück personell. Der Coach änderte seine Startelf im Vergleich zur Norwegen-Partie gleich auf acht Positionen.

"Natürlich war das keine Glanzleistung von uns. Aber man darf nicht vergessen, an welchem Zeitpunkt der Saison wir stehen. Viele Spielerinnen sind müde", sagte Wück im ZDF: "Wir haben gesehen, dass wir vor Herausforderungen stehen. Aber wir haben auch gesehen, dass wir Potenzial haben."

Um dieses Potenzial abzurufen, möchte Wück keine Zeit verlieren. Der Ex-Profi will die Vorbereitungen auf die Endrunde zügig vorantreiben. Seine Reise ins Land des Gastgebers steht kurz bevor. "Ich möchte so schnell wie möglich die Pläne rund um das Basecamp enger schnüren", sagte Wück: "Ich weiß noch nicht, wann wir es endgültig festmachen. Aber ich möchte so schnell wie möglich im Kopf haben, was uns erwartet."

Die nächsten Länderspiele stehen dann ab Oktober an. "Wir wollen da die nächsten Schritte gehen - ohne den Druck zu haben, uns noch qualifizieren zu müssen. Da können wir Dinge ausprobieren", sagte Wück: "Das werden für uns Spiele sein, die wir als Vorbereitungsmaßnahmen nutzen. Mit Blick auf die Gegner werden wir die bestmöglichen Lösungen suchen. Davor werden wir viele Scouting-Touren machen und die Vereine besuchen, um bestens vorbereitet zu sein."