Forsch und unbekümmert: Neuling Karl darf sich Hoffnung auf WM-Teilnahme machen

Lennart Karl überzeugt bei seinem Debüt - und träumt von der WM.
Lennart Karl überzeugt bei seinem Debüt - und träumt von der WM.ALEXANDER HASSENSTEIN / GETTY IMAGES EUROPE / GETTY IMAGES VIA AFP

Lennart Karl überzeugt bei seinem Debüt - und träumt von der WM.

Als Lennart Karl seinen Gegenspieler Miro Muheim mit einer Finte ins Leere laufen ließ, ging ein Raunen durch den St. Jakob-Park. Der fünftjüngste DFB-Debütant seit dem Ersten Weltkrieg ließ sein enormes Potenzial nach seiner Einwechslung beim WM-Härtetest in Basel aber nicht nur in dieser Szene aufblitzen - und überzeugte damit auch den Bundestrainer.

"Er hat sich viel zugetraut, aber er hat nicht übertrieben. Das war gut. Ich bin sehr positiv angetan", lobte Julian Nagelsmann nach dem letztlich gelungenen Jahresstart in der Schweiz (4:3). Forsch, unbekümmert, selbstbewusst - Karl knüpfte nahtlos an seine teils starken Leistungen beim FC Bayern an.

Reden wollte er danach nicht, doch seine Mitspieler hatten viel über den 18-Jährigen zu sagen. Auch der Mann des Abends zeigte sich angetan vom Neuling. "Ich habe ihn diese Woche das erste Mal im Training gesehen - ein Top-Spieler. Es macht sehr viel Spaß, mit ihm zusammen zu spielen", sagte Florian Wirtz.

Nach Einwechslung "frischen Wind reingebracht"

Der Liverpooler hob nach seiner mitreißenden Show aber auch mahnend den Finger. Man solle "nur nicht zu viel Druck auf ihn geben", sagte Wirtz. Dann werde Karl "für die nächsten Jahre sehr viel Spaß bringen".

Spaß brachte Karl schon in der Schweiz. Er suchte das Dribbling und war nach seiner Einwechslung für den unauffälligen Leroy Sané ein belebendes Element. "Er hat Spielwitz. Er versteckt sich nicht und hat frischen Wind reingebracht", sagte Pascal Groß.

Bei ihrem Debüt im DFB-Trikot waren seit dem Ersten Weltkrieg nur Uwe Seeler, Youssoufa Moukoko, Jamal Musiala und Friedel Holz jünger als Karl, der seine Unbekümmertheit weiter einbringen will. Ob ihm seine "Scheißegal"-Einstellung, wie Kapitän Joshua Kimmich das nannte, auch das WM-Ticket bringt?

Diese Frage wird Nagelsmann am 12. Mai beantworten. Die Zeit bis dahin muss Karl nutzen. Beim Spiel gegen Ghana am Montag (20.45 Uhr/ARD) dürfte er weitere Minuten sammeln - und könnte wieder für ein Raunen in der Arena sorgen.

Zum Match-Center: Deutschland vs. Ghana