Nmecha ist ein tiefgläubiger Mann, daraus erklärt sich auch, dass er vor dem Spiel in Houston mit einer Bibel in der linken Hand aus dem Bus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestiegen war. Er studiere das Wort Gottes "jeden Tag", sagt der Profi von Borussia Dortmund. Nach seinem Tor legte er beim Jubeln eine virtuelle Krone auf den Rasen - auch dies eine religiöse Geste: Die Rückkehr des Königs Jesus Christus.
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Gegen Curacao war Nmecha, 25, mit Kraft und Zuversicht nach vorne gestürmt, er erzielte das 1:0 sehenswert selbst und holte den Foulelfmeter heraus, den Kai Havertz zum 3:1 verwandelte. Der Widerstand des kleinen Karibikstaates war damit gebrochen, er fügte sich in sein Schicksal. Doch ob Sieger, ob Verlierer, betonte Nmecha: "Wir glauben alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird."
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Nmecha: "Sehr besonderer Moment"
Mitspieler und TV-Experten jedenfalls waren zumindest von seiner sportlichen Glanzleistung schwer begeistert. "Wenn der jetzt noch immer die Balance findet, dann hat er alles", schwärmte Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels schloss sich bei MagentaTV an: "Er bringt alles mit, um absolute Weltklasse zu sein, ich traue ihm wirklich alles zu im Fußball." Julian Nagelsmann nennt ihn einen "super Fußballer, der uns noch viel Freude bereiten wird".
Was Nmecha mitbringt: Dynamik, Wucht, Passschärfe, Instinkt für die Balljagd und eine technische Brillanz, die bei 1,88 m Körpergröße ungewöhnlich ist. "Ich freue mich natürlich enorm und realisiere gerade erst, was passiert ist", sagte er im ARD-Interview, wie immer freundlich und bescheiden. "Das ist ein sehr besonderer Moment für mich, meine Familie und für uns als Mannschaft." Das 7:1, fügte er lachend hinzu, "das kann man definitiv mitnehmen".
Spätestens jetzt ist Felix Nmecha aus dieser deutschen Nationalmannschaft also nicht mehr wegzudenken. Das ist einigermaßen erstaunlich, denn Nagelsmann hatte noch im März in seinem kicker-Großinterview verbal ein Leon-Goretzka-Glanzbildchen auf die Sechserposition geklebt. Davon ist längst keine Rede mehr. Mit der Ruhe, die er aus dem Glauben zieht, wird Nmecha immer wertvoller für das deutsche Spiel.
Dass er sich an der Grenze zum Missionarischen bewegt, hat ihm aber auch schon Ärger eingebracht: Nmecha ist ein Posterboy der "Ballers in God", der Vereinigung der evangelikalen Fußballer. Er teilte und likte bei Instagram Inhalte, die als homophob und transphob gewertet werden können. Nach der Ermordung des radikalen Eiferers Charlie Kirk in den USA löschte er einen Post, in dem er geschrieben hatte, Kirk habe "friedlich für seine Überzeugungen und Werte eingestanden".
