"Exorbitant" teure WM-Tickets auf Resale-Plattform – FIFA: "Gängige Praxis"

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich bereits häufiger zur Kritik an den Preisen für WM-Tickets geäußert.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich bereits häufiger zur Kritik an den Preisen für WM-Tickets geäußert.Ulrik Pedersen/NurPhoto

Auf der offiziellen Weiterverkaufsplattform der FIFA sind die Ticketpreise für die WM 2026 auf teils schwindelerregende Höhen gestiegen. Nur wenige Wochen nach Ende der Hauptverkaufsphase werden zahlreiche Plätze zu einem Vielfachen des ursprünglichen Preises angeboten – ausgerechnet auf der Plattform des Weltverbands selbst. Damit sind genau jene Szenarien eingetreten, vor denen FIFA-Präsident Gianni Infantino zuvor gewarnt hatte.

Besonders drastisch zeigen sich die Preissteigerungen bei Top-Spielen: Ein Ticket der höchsten Kategorie für das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt wurde für 5.324 US-Dollar angeboten – ursprünglich kostete es 895 Dollar.

Noch extremer ist die Lage beim Finale in New Jersey: Dort tauchte ein Ticket für 143.750 US-Dollar auf, mehr als das 41-Fache des Originalpreises. Selbst das günstigste verfügbare Finalticket lag bei knapp 10.000 Dollar. Nur vereinzelt sind Preise gesunken: etwa beim Gruppenspiel von Österreich gegen Jordanien, bei dem ein Ticket unter dem ursprünglichen Kaufpreis angeboten wurde.

Nächste Verkaufsphase ab April

Fangruppen fühlen sich in ihrer Kritik bestätigt. Viele werfen Spekulanten vor, Tickets ausschließlich zum Weiterverkauf zu kaufen, während echte Fans mit überzogenen Preisen konfrontiert werden. Trotz allem bleibt die Nachfrage enorm: Rund 500 Millionen Ticketanfragen verzeichnete die FIFA. Der Verband betont jedoch, auf der Weiterverkaufsplattform lediglich als Vermittler zu agieren und die Preisgestaltung den Verkäufern zu überlassen (gegen eine Gebühr von 15 Prozent).

Rechtlich ist der Weiterverkaufsmarkt unterschiedlich geregelt: In den USA und Kanada ist er weitgehend unreguliert, in Mexiko sind Preisaufschläge nur unter bestimmten Bedingungen verboten.

Das Thema Ticketpreise bleibt eines der umstrittensten rund um die WM. Zwar führte die FIFA ein kleines Kontingent vergünstigter Tickets für offizielle Fangruppen ein, doch Kritiker sehen darin keine grundlegende Lösung. Weitere Verkaufsphasen, darunter eine "Last-Minute"-Runde, folgen ab April.