EXKLUSIV: Luisão verrät sein Lieblingsteam und kritisiert die UEFA wegen Vini Jr.

Der ehemalige Verteidiger gewann die Copa América 2004 und spielte lange für die Selecao
Der ehemalige Verteidiger gewann die Copa América 2004 und spielte lange für die SelecaoFoto von FABRICE COFFRINI / AFP

Der ehemalige brasilianische Verteidiger und Benfica-Legende Luisão verriet exklusiv gegenüber Flashscore, welche Mannschaft sein Herzensverein ist, kritisierte die UEFA für die "verlogene" Strafe gegen den Benfica-Stürmer Gianluca Prestianni,, der Vini Jr. beleidigt hatte. Außerdem erzählt er uns, warum Jorge Jesus sein bester Trainer war.

Luisão gewann 2003 mit Cruzeiro die Triple Crown, spielte bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 und schrieb bei Benfica Geschichte. Er verbrachte 15 aufeinanderfolgende Spielzeiten beim portugiesischen Klub, wo er zum Spieler mit den meisten Titeln in der Geschichte der Encarnados (20 Trophäen) und zum Kapitän wurde, der am häufigsten das Trikot der Mannschaft trug und die Marke von 500 Spielen übertraf.

Der Brasilianer gewann mit der Seleção auch die Copa América 2004 - mit einem Tor im Finale gegen Argentinien - und zwei Confed Cups (2005 und 2009). Der 45-jährige Luisão ist derzeit als Experte für den Sender ESPN tätig.

Das Interview

Flashscore: Worauf führen Sie Ihre unglaubliche Langlebigkeit bei Benfica zurück? Waren Sie jemals in Versuchung, den Verein zu wechseln?

Luisão: Jedes Jahr, alle zwei Jahre, hatte ich Angebote von anderen Vereinen. Ich schreibe meine Langlebigkeit dem damaligen Präsidenten Luís Filipe Vieira zu, der diese Angebote nicht angenommen hat. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Es kam ein Angebot von Juventus, und ich war versucht, mich auf das Abenteuer einzulassen, weil sich die Abwehrspieler in Italien sehr gut entwickeln.

Ich habe mit dem Präsidenten gesprochen und er hat mich abblitzen lassen (lacht). Er sagte, er wolle es gar nicht wissen, wer interessiert sei. Er sah in mir einen zuverlässigen Spieler, und wenn er Spieler unter Vertrag nahm, war ich da, um sie wachsen zu lassen. Aber es gab mehrere Angebote. Camacho zum Beispiel, wollte mich zu Real Madrid holen, aber Vieira hat ihn nicht gelassen. Quique Flores war auch unser Trainer und ging dann zu Atlético Madrid. Dann rief er mich um die Zeit der Weltmeisterschaft 2010 an und wollte mich dorthin lotsen. Der Präsident hat mich auch dann nicht gehen lassen. Aber ich war nicht verärgert, weil ich damals dann im Kopf hatte, ein Vermächtnis zu hinterlassen.

Luisao ist bei Benfica eine Vereinsikone
Luisao ist bei Benfica eine VereinsikoneFoto von DPI / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP

Die spezielle Beziehung zu Jorge Jesus

Wer war der beste Trainer, mit dem Sie zusammengearbeitet haben?

Der beste Trainer für mich war Jorge Jesus. Und wenn Sie wollen, erzähle ich Ihnen eine Geschichte über ihn, als er zum ersten Mal bei Benfica auftauchte. Er kam in den Verein und rief mich in den Aufenthaltsraum. Er sagte: "Hören Sie, wenn ich Funktionär bei einem Verein wäre und Sie unter mir spielen wollen würden, würde ich Sie nicht unter Vertrag nehmen". Er fügte hinzu: "Aber du bist ja schon hier. Jetzt werde ich dir beibringen, wie man spielt". Das habe ich mir gemerkt. Ich stieg ins Auto, fuhr nach Hause und sagte mir: "Mann, er hat das mit so viel Autorität gesagt, dass ich alles tun werde, was er sagt".

Im ersten Spiel bin ich nicht einmal ins Schwitzen gekommen. Er hat uns beigebracht, wie man in der Abwehr spielt. Er hatte einen Satz, den er im Training immer wieder sagte: "Wenn eines Tages die Lichter ausgehen, möchte ich, dass meine Mannschaft im Dunkeln spielt, damit jeder weiß, wer wer und wer wo ist". Und es stimmte.

Jorge Jesus hat als Benfica-Trainer Geschichte geschrieben
Jorge Jesus hat als Benfica-Trainer Geschichte geschriebenProfimedia

War Jesus in taktischer Hinsicht oder im Gesamtpaket der Beste?

Taktisch! Er weiß nicht, wie man mit der menschlichen Seite der Spieler umgeht. Abseits des Platzes, ja, aber auf dem Platz ist er ein bisschen grob, auf Portugiesisch natürlich, in der Art, wie er die Spieler behandelt. Abseits des Platzes hat er ein großes Herz.

Kommt diese Brutalität seinen Mannschaften in die Quere?

Den jüngeren (Spielern), ja, den jüngeren. Denn in meinem Fall und bei den anderen erfahreneren Spielern wussten wir schon, wie wir damit umgehen müssen. Aber die jüngeren Spieler hat er unter Druck gesetzt. Diese energische Art zu sprechen, übte großen Druck auf die Spieler aus.

Scolari als Mentor

Bleiben wir bei den Trainern ihrer Karriere: Haben Sie eine besondere Beziehung zu Luiz Felipe Scolari, weil er Sie in den Profikader geholt hat?

Ganz besonders, denn es gab eine Trainingseinheit, in der sein Assistent Murtosa bei jedem Ball, den ich bekam, ein Foul gepfiffen hat. Ich dachte, er pfeift ein Foul, weil ich atmete (lacht). Dann habe ich den Verstand verloren. Ich sagte ihm, "er solle sich ein paar Cashews besorgen". Dann hat er mich aus dem Training geworfen. Ich rief meinen Vater an und sagte: "Dad, es ist vorbei, das gibt's nicht". Als ich am nächsten Tag wieder zum Training kam, waren meine Sachen nicht mehr in der Jugendumkleidekabine. Dann sagte Onkel Dássio, der Leiter der Jugendmannschaft, zu mir: "Aber das hat dir niemand gesagt? Du solltest dich doch bei der Profimannschaft melden. Mann, ich bin vom Juniorenplatz zum Profiplatz gerannt, ich sah aus wie Usain Bolt. Ich ging in die Umkleidekabine, und Felipão erteilte mir eine Lektion in Demut, die ich heute noch in mir trage.

Ich verließ sein Büro weinend, weil er Dinge sagte, die mein Herz wirklich berührten. Er sagte, wenn ich mich so verhalten würde (einen Assistenten zu beschimpfen), würde ich im Fußball nichts werden. Ich habe es aufgenommen und in Demut für mein Leben umgewandelt, verstehen Sie? Wegen des Gesprächs mit Felipão habe ich nie einen Fuß vom Boden genommen, deshalb hat er einen besonderen Platz in meinem Herzen. Es war ein harter Weg, aber ich bin immer auf dem Boden geblieben, immer in der Nähe meiner Familie, immer in der Nähe meines Vaters, habe immer auf Ratschläge gehört, immer auf den Trainer gehört, wollte immer besser werden.

Die einzige brasilianische Mannschaft, für die Luisão spielte, war Cruzeiro
Die einzige brasilianische Mannschaft, für die Luisão spielte, war CruzeiroCruzeiro EC

Klare Kante gegen Rassismus

Sie haben kürzlich Vini Jr. in der Auseinandersetzung mit Prestianni verteidigt. War es schwierig, sich mit Prestianni anzulegen, weil er ein Benfica-Spieler war?

Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass ich diese Haltung hätte einnehmen musste. Es war nicht einfach, denn es war ein Spiel gegen meinen ehemaligen Verein. Aber ich war zu keinem Zeitpunkt gegen die Institution. Ich war gegen die Tat selbst. Es war hart, weil ich in meinen sozialen Netzwerken von allen Seiten angegriffen wurde, auch von Leuten, die meinen Charakter zu Unrecht in Frage gestellt haben. Aber, das einzige, was ich tun muss ist: Ich muss stolz auf meinen Vater und meine Mutter sein, ich muss nicht stolz auf die Fans sein und ich muss nicht auf dem Zaun stehen, nur weil ich 15 Jahre als Spieler und 26 Jahre als Direktor (von Benfica) gearbeitet habe.

Warum ist Vini heute die aktivste Stimme gegen Rassismus im Fußball?

Vini leidet unter verschiedenen Arten von Vorurteilen. Da ist zum einen der Rassismus, aber auch die Tatsache, dass er ein schwarzer Brasilianer ist, der in einer der fünf besten Ligen der Welt spielt. Es ist für die Leute aus irgendeinem Grund schwer, das zu akzeptieren. Es ist schwierig. Es ist scheinbar hart, einen schwarzen Brasilianer zu sehen, der aus dem Nichts aufgetaucht ist und auf dem Spielfeld glänzt. Meiner Meinung nach leidet er also unter zwei Arten von Rassismus. Rassismus wegen des Landes, aus dem er kommt, und wegen der Situation, in der er sich befindet.

Hilft die Bestrafung von Prestianni durch die UEFA bei der Bekämpfung des Rassismus?

Nein. Erstens war sie für meine Begriffe unzureichend, zweitens denke ich, dass sie ein bisschen verlogen war. Die UEFA hat Prestianni nicht wegen Rassismus bestraft, sondern wegen Homophobie. Es war also eine Art der Tarnung und alles bleibt beim Alten und wird wieder passieren. Es war ein Weg für die UEFA, sich nicht zu exponieren und zu verschleiern, was am schlimmsten war, nämlich der Rassismus, der Vini widerfahren ist.

Haben Sie auch Unterstützung von Benfica-Fans erhalten?

Auf Social Media war es sehr schlimm: Ein oder zwei Fans haben mir zugestimmt, der Rest hat mich verflucht, mich einen Affen genannt, einen Judas. "Tritt nicht auf den Verein ein", haben sie gesagt, "warum machst du ihn so nieder?". Aber die Zahlen sprechen doch für sich, oder? Ich will nicht zu stolz sein, aber ich bin der Spieler mit den zweitmeisten Spielen, der Spieler mit den meisten Titeln für diesen Klub. Und als ich dort ankam, lag Benfica in Trümmern, wissen Sie?

Aber in Lissabon war es anders. Als ich dort war und die Straße entlangging, kam jeder auf mich zu und sagte: "Ich bin ein Benfica-Fan, ich gratuliere dir zu deinem Verhalten. Mann, du warst mutig und so".

Prestianni verfluchte Vini in einem Champions-League-Spiel
Prestianni verfluchte Vini in einem Champions-League-SpielReuters

Sein Lieblingsteam überrascht

Unterstützt du eine deiner früheren Mannschaften, wenn du Fußball schaust?

Ich bin ein großer Fan von Cruzeiro, Juventus SP und auch von Benfica. Aber hier in Brasilien - und das ist ein Novum - hier in Brasilien bin ich Corinthians-Fan, weil ich die Fans für spektakulär halte. Ich bin ein Fan, aber m professionellen Sinne bin ich davon ausgenommen. Über allem steht die Professionalität, und meine Professionalität bei meinem Experten-Job für ESPN bedeutet, dass ich unparteiisch sein muss.

Ist Ihnen die Verbundenheit zu Corinthians in die Wiege gelegt worden?

Ja, denn mein Vater war ein Ponte-Preta-Fan, und jeder Ponte-Preta-Fan unterstützt auch Corinthians, nicht wahr? (lacht) Aber wenn man anfängt zu spielen, verliert man diese Leidenschaft für einen Verein und fängt an, seinen eigenen zu verteidigen. Deshalb ist es während meiner Profi-Karriere ein wenig abgekühlt, um danach wieder intensiver zu werden. 

Luisão (rechts) bei Juventus im Jahr 1999
Luisão (rechts) bei Juventus im Jahr 1999CA Juventus/Upscaled

Der Traum der Weltmeisterschaft und ein Spiel ohne Erinnerungen

Wie würden Sie die Erfahrung einer Weltmeisterschaft für uns Normalsterbliche, die keine Profifußballer sind, beschreiben?

Es ist großartig, es ist wunderbar. Man befindet sich in einer anderen Welt. Es ist eine Sache, an der brasilianischen Meisterschaft, der portugiesischen Meisterschaft oder der Copa do Brasil teilzunehmen. Aber die Weltmeisterschaft ist etwas Unerklärliches. Außer dem Wort Stolz gibt es nichts, was sie definieren könnte, verstehen Sie? Denn dir gehen so, so viele Dinge durch den Kopf. Im Jahr 2006 gab es Cafu, Roberto Carlos, Dida, Ronaldo, Ronaldinho Gaúcho. Da läuft ein Film in deinem Kopf ab. Du bist stolz darauf, dein Land zu vertreten und zu wissen, dass 200 Millionen Menschen dich anfeuern und dir zusehen.

Adrianos Tor war das Symbol für den Titelgewinn Brasiliens bei der Copa América 2004, aber auch Sie haben in diesem Finale ein Tor erzielt. Ist das Ihr Lieblingstor?

Ich habe in diesem Spiel alles gegeben. Das Spiel begann, ich habe einen Elfmeter verschossen. Zum Glück habe ich doch noch ein Tor gemacht. Später bin ich auf dem Spielfeld in einen Zusammenprall verwickelt gewesen. Ich brach auf dem Spielfeld zusammen und musste den zweiten Teil des Finals aus dem Krankenhaus verfolgen.

Erinnern Sie sich an die Gehirnerschütterung?

Ich erinnere mich an den Schuss, und dann an das Tor. An mehr aber nicht mehr. Abgesehen von der Schokolade, die wir Argentinien beim Confed Cup geschenkt haben, war das für mich dennoch das denkwürdigste Spiel meiner Karriere.

Besondere Momente im Nationaltrikot

Vermissen Sie Ihre Zeit als Spieler?

Wenn man spielt, steht man unter großem Druck, wissen Sie? Ich vermisse es, aber ich habe keine Lust mehr, denn der Druck ist zu groß, man kann versagen, und jeder Fehler kann die eigene Karriere ruinieren.

Luisão nach seinem Zusammenbruch im Finale der Copa América 2004
Luisão nach seinem Zusammenbruch im Finale der Copa América 2004ČTK / AP / SILVIA IZQUIERDO

Wie sind Sie mit diesem Druck umgegangen, als Sie zu Beginn des Finales der Copa América gegen Argentinien einen Elfmeter verschossen haben?

Da ich Kontakt zu Psychologen hatte, war ich auf solche Situationen vorbereitet. Als ich den Elfmeter verschoss, dachte ich zuerst: "Mann, jetzt verfluchen mich alle in Brasilien". Aber dann hat mir der Psychologe beigebracht, dass man, wenn so etwas passiert, zwei oder drei Kontakte mit dem Angreifer haben muss, damit das Gehirn wieder auf die eigene Aufgabe fokussiert ist.

Also habe ich darüber nachgedacht, eine Strategie entwickelt und bin wieder ins Spiel gekommen. Denn man neigt dazu, das Vertrauen zu verlieren und einen weiteren Fehler zu machen. Das erste, was ich gemacht habe, war auf (Carlos) Tevez zuzugehen, um körperlich nah dran zu sein. Der Ball mag weit weg sein, aber du berührst ihn, provozierst ihn, weil dein Gehirn wieder auf das Spiel und den Wettbewerb ausgerichtet ist.

Zwei Jahre später spielten Sie auf dem Magic Square 2006 in Brasilien. Warum glauben Sie, dass diese Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Deutschland nicht funktioniert hat?

Bei dieser Weltmeisterschaft in Deutschland war Brasilien eigentlich einfach nur spektakulär. Aber sie trafen auf eine sehr starke französische Mannschaft, in der Zidane in Höchstform war. Und am Ende kassierten wir ein Gegentor aus einer Standardsituation, und die Kritiker schoben die Schuld auf Roberto Carlos. Aber das ist nicht die wahre Geschichte. Die wahre Geschichte ist, dass Roberto Carlos an der Strafraumgrenze stand und ein anderer Spieler Henry verteidigte. Leider war das Spiel hart umkämpft, und wir haben am Ende ein Gegentor aus einem Standard bekommen. In solchen Spielen entscheiden eben kleine Details. 

War das die schwerste Niederlage in Ihrer Karriere?

Das glaube ich nicht. Die schwerste Niederlage war die bei der WM 2010, weil es einen Generationswechsel gab und wir gegen die Niederlande schon in der ersten Halbzeit 3:0 hätten führen können. Die Mannschaft von 2006 bestand aus erfahreneren Spielern, von denen viele schon 2002 gewonnen hatten. Wenn man die WM gewinnt und das nächste Mal in einem K.o.-Spiel verliert, tut die Niederlage weniger weh. Aber wenn die Generation wechselt und man klarste Chancen hat, wie gegen die Niederlande in der ersten Halbzeit, wo man drei Tore hätte schießen können... Dann ist das sehr bitter. Vor allem weil wir in der zweiten Halbzeit zwei individuelle Fehler gemacht haben.

Wir waren drauf und dran, das Spiel zu gewinnen, und in fünf oder zehn Minuten sind wir raus (aus der Weltmeisterschaft). Ich glaube, das war die Niederlage, die am meisten geschmerzt hat.

Nicht CR7 war sein härtester Gegenspieler

Welcher Stürmer war der härteste Gegenspieler ihrer Karriere?

Bei dem Freundschaftsspiel der Seleção zur Hundertjahrfeier der FIFA (2004) waren Juan und Roque Jr. verletzt. Cris und ich saßen hinter diesen beiden zu dieser Zeit auf der Bank. Nachts klopfte (Trainer) Parreira an die Tür und sagte: "Ihr werdet morgen spielen, seid ihr bereit?". Da konnte ich doch nicht nein sagen, oder? Ich sagte: "Ich bin bereit". Aber dann schaltete ich in meinem Zimmer den Fernseher ein, und da waren sie: Henry, Zidane und wie sie alle hießen. Ich sah ihre Tore und sagte: "Mann, morgen werde ich spielen, und dann gehe ich nie wieder in die brasilianische Nationalmannschaft zurück, denn sieh dir an, was ich sehe". Ich schaltete den Fernseher aus, aber ich konnte auch nicht schlafen oder ich habe nicht viel geschlafen.

Aber als das Spiel anstand, beschlossen Cris und ich, alles zu geben und zu schauen, was dabei herauskommen würde. Das war unsere große Chance. Und das Spiel endete 0:0. Sogar mein Verhältnis zum Verein änderte sich, die Portugiesen änderten ihr Bild von mir - von einem Spieler, der mit dem Tempo der portugiesischen Liga nicht mithalten konnte, zu einem Spieler, der respektiert wurde, weil er für Brasilien gegen Frankreich in der Startelf stand und kein Gegentor kassierte.

Und Cristiano Ronaldo war leichter zu verteidigen?

(Lacht) Nein, er war definitiv nicht leicht zu verteidigen! Ich gebe zu, dass ich am Tag vor dem Spiel gegen ihn nicht schlafen konnte.

Erinnerungen an seine Mannschaften

Zum Schluss nenne ich Ihnen noch ein paar Mannschaften, und Sie können mir sagen, was Ihnen als Erstes einfällt. Erstens: Juventus da Mooca.

Sérgio Soares. Ich war dort Linienrichter und habe ihn spielen sehen, und danach habe ich ihn als Trainer erlebt. Und ich war erstaunt.

Cruzeiro?

Alex Talento, der diese Mannschaft 2003 verändert hat.

Das erste, was mir einfällt, wenn wir über Benfica sprechen? 

Die Fans von Benfica.

Und die brasilianische Nationalmannschaft?

Cafu, denn wer erreicht das, was Cafu mit seiner Geschichte erreicht hat? Er kommt in die Nationalmannschaft, spielt bei vier Weltmeisterschaften. Es könnten mehrere Gedanken sein, aber wenn es eine Erinnerung gibt, dann ist es Cafu.