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Bremsten Ärzte Belgien bei der WM aus? Trainer Garcia mit Vorwürfen gegen Mediziner

Rudi Garcia führte Belgien ins WM-Viertelfinale.
Rudi Garcia führte Belgien ins WM-Viertelfinale.REUTERS / Daniel Cole

Haben medizinische Versäumnisse den Erfolg der belgischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 verhindert? Rudi Garcia, bis vor Kurzem Nationaltrainer der "Roten Teufel", erhebt nun schwere Anschuldigungen gegen den Ärztestab des Verbandes. Garcia, dessen Vertrag nach dem Turnier nicht verlängert wurde, zieht im ersten Interview seit seinem Abschied eine kritische Bilanz.

Belgien war bei der WM bis ins Viertelfinale vorgedrungen, wo das Team am späteren Weltmeister Spanien scheiterte. Geht es nach Garcia, wäre jedoch deutlich mehr möglich gewesen: Dem medizinischen Personal wirft er eklatante Fehler vor, die den Auftritt der Mannschaft überschattet hätten. "Wir haben die Weltmeisterschaft aufs Spiel gesetzt – wegen Verletzungen und Krankheiten, die schlichtweg falsch behandelt wurden", erklärte Garcia gegenüber der Brüsseler Tageszeitung Le Soir.

Besonders drastisch schildert der Ex-Trainer den Fall von Star-Flügelstürmer Jérémy Doku. Dieser sollte als Leistungsträger glänzen, wurde jedoch von gesundheitlichen Problemen ausgebremst. Wegen Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge musste Doku während des Turniers sogar in die Notaufnahme.

Dokus Nacht in der Notaufnahme

"Eine Woche zuvor hatte ich auf eigene Initiative eine Untersuchung organisiert. Der Mannschaftsarzt hielt sie nicht für nötig, weil Jérémy bereits Antibiotika bekam. Da es ihm etwas besser ging, wollte er schließlich selbst nicht mehr zum Arzt. Doch nur sechs Tage später verbrachte er die Nacht in der Notaufnahme", berichtet Garcia.

Neben Doku fielen auch Kapitän Youri Tielemans sowie Charles De Ketelaere und Zeno Debast mit Verletzungen aus. Der belgische Fußballverband ließ die Vorwürfe bislang unkommentiert.

Trotz der Stolpersteine blickt Garcia versöhnlich auf seine 18-monatige Amtszeit zurück. Er empfinde keinerlei Bitterkeit über die Trennung und sieht sein Etappenziel als erreicht an. "Ich bin gekommen, um eine Mission zu erfüllen. Ich habe Belgien übernommen, weil die WM vor der Tür stand und mit Kevin De Bruyne, Thibaut Courtois sowie Romelu Lukaku drei echte Legenden im Kader standen. Ich war überzeugt, dass diese Spieler das Team tragen können und wir gemeinsam weit kommen würden. Nach dem Turnier war diese Mission erfüllt. Wir haben viele großartige Momente geteilt", so der Franzose.

Eine Vertragsverlängerung hätte er zwar angenommen – "das wäre auch die bequeme Entscheidung gewesen, da ich das Team und das Land schätzen gelernt habe" –, verließ den Verband nun aber erhobenen Hauptes. "Es ist nicht vermessen zu sagen, dass wir Belgien wieder auf die Landkarte des Weltfußballs gebracht haben. Meine Aufgabe ist erledigt, und es ist gut, weiterzuziehen. Ich gehe ohne Groll, bin vollkommen ruhig und stolz auf das, was wir erreicht haben."

Garcias Nachfolge auf der belgischen Trainerbank hat inzwischen Mark van Bommel angetreten.