Achtung, Klapperschlangen! Ungewöhnliche WM-Vorbereitung für die Schweizer Nati

Die Schweizer haben es in San Diego mit einem ungewöhnlichen Problem zu tun.
Die Schweizer haben es in San Diego mit einem ungewöhnlichen Problem zu tun.ČTK / AP / Peter Klaunzer

Die Schweizer Nationalmannschaft absolviert eine gelinde gesagt ungewöhnliche Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in San Diego. Statt sich ausschließlich auf die Taktik der Gegner zu konzentrieren, müssen sich Spieler und Betreuer mit einem handfesten Sicherheitsrisiko aus der wilden kalifornischen Natur auseinandersetzen: Im Trainingslager wimmelt es von Klapperschlangen.

Die Situation ist so ernst, dass der Schweizerische Fussballverband (SFV) eine offizielle Karte des Trainingsgeländes der San Diego Jewish Academy herausgeben musste. Darauf ist das sogenannte "Schlangengebiet" – ein bewaldeter Abschnitt des Areals – rot markiert und das Betreten für jedermann strengstens verboten. Während die Organisatoren eigentlich versucht hatten, das Team vor neugierigen Spionen der Konkurrenz abzuschirmen, hatte niemand damit gerechnet, dass die lokale Fauna diese Rolle übernehmen würde.

Die Präsenz der giftigen Reptilien beeinträchtigt bereits den Alltag der Mannschaft. Die Schweizer mussten liebgewonnene Gewohnheiten ablegen, um das Risiko einer gefährlichen Begegnung zu minimieren. "Aufgrund der Giftschlangen entlang der Wege haben uns die Partner vor Ort dringend davon abgeraten, das Fahrrad für den Weg zwischen Hotel und Trainingsplatz zu nutzen. Diese Gewohnheit, die bei den Spielern während der Europameisterschaft in Stuttgart noch sehr beliebt war, mussten wir aus Sicherheitsgründen sofort streichen", berichtete Tobias Wedermann, Journalist der Schweizer Zeitung Blick, bereits im April.

Experten aus San Diego County zeigen sich derweil besorgt über die diesjährige Reptilienaktivität. Zwischen April und Juni tauchen die Tiere vermehrt auch in Wohngebieten auf. In den sozialen Netzwerken kursieren etliche Videos von Klapperschlangen im Viertel La Jolla, wo die meisten Schweizer Journalisten untergebracht sind. Dass in diesem Jahr in Kalifornien bereits zwei Menschen nach Schlangenbissen starben, sorgt rund um das Team für zusätzliche Anspannung.

Laut den offiziellen Richtlinien der Behörden besteht jedoch kein Grund zur Panik, solange man sich an grundlegende Verhaltensregeln hält. Schlangen warnen vor einem Angriff durch ihr lautes Rasseln und attackieren nur, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen oder man versucht, sie zu fangen.

Vargas und die Schlangen

"Die meisten Bisse passieren, wenn Menschen versuchen, das Tier einzufangen, zu reizen oder zu töten. Lässt man der Schlange einen Fluchtweg, geht sie dem Menschen lieber aus dem Weg. Nach einem Biss ist es am wichtigsten, Ruhe zu bewahren, die Wunde zu säubern und ruhigzustellen, Schmuck wegen eventueller Schwellungen zu entfernen und sofort den Notruf zu wählen", heißt es auf der Website der Behörden.

Das größte Risiko für die Sportler lauert derzeit bei ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung rund um das Hotel Fairmont Grand Del Mar. In unmittelbarer Nähe der dortigen Golfplätze liegen unberührte Naturgebiete, in denen sich die Reptilien besonders gerne sonnen. Für den Schweizer Stürmer Rubén Vargas, der als einer der besten Golfer im Team gilt, ist das eine echte Nervenprobe. Er gab offen zu, dass Schlangen zu den drei Dingen gehören, vor denen er sich im Leben am meisten fürchtet.