Winners & Losers: Senegal gewinnt Afrika-Cup – Superjoker Michael Olise

Senegal hat den Afrika-Cup gewonnen.
Senegal hat den Afrika-Cup gewonnen.AA/ABACA / Abaca Press / Profimedia

Senegals Nationalmannschaft ist nach einem dramatischen Spiel in Rabat neuer Afrikameister, Manchester United feierte einen überzeugenden Derbysieg gegen den Erzrivalen City und die Fans in Anfield und im Santiago Bernabeu machten ihrem Unmut über die eigenen Spieler deutlich Luft. Das sind nur einige der Geschichten, die am Fußballwochenende besonders ins Auge fielen und die wir in unserer wöchentlichen Rubrik "Winners & Loser" beleuchten.

Winner: Senegal

Das diesjährige Finale des Afrika-Cups wird den Fans von Marokko und Senegal sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Schlussminuten der regulären Spielzeit waren an Spannung kaum zu überbieten. In der 92. Minute traf Senegal, doch das Tor wurde wegen eines Fouls aberkannt. In der 97. Minute bekam Marokko nach VAR-Überprüfung einen Elfmeter zugesprochen. Fünf Minuten später verließen die senegalesischen Spieler wütend das Spielfeld – sie waren mit der Entscheidung des Schiedsrichters alles andere als einverstanden.

Nach neun Minuten kehrten sie zurück und in der 114. Minute trat Brahim Diaz zum Strafstoß an. Marokko hätte den ersten Titel seit 50 Jahren gewinnen können, doch der Panenka-Versuch des Stars von Real Madrid misslang völlig.

Es ging in die Verlängerung und das Tor von Pape Gueye entschied schließlich die Partie. Senegal sicherte sich damit den zweiten Titel in den letzten drei Ausgaben des Africa Cup of Nations.

"Alles gegeben und nicht betrogen" - Senegal gewinnt Afrika-Cup

Loser: Real Madrid

Es kommt selten vor, dass ein siegreiches Team zu den Verlierern zählt, doch in diesem Fall geht es weniger um das Ergebnis auf dem Platz als vielmehr um die Stimmung rund um den Verein.

90 Minuten lang pfiffen die Fans im Santiago Bernabeu ihre eigenen Spieler aus – selbst als die Anzeigetafel beim Spiel gegen Levante ein 2:0 für Real zeigte. Es war offenbar nicht so sehr die 2:3-Niederlage gegen Barcelona im Supercup oder das Aus in der Copa del Rey (2:3 gegen Albacete), die die Los-Blancos-Fans endgültig aufbrachten, sondern vielmehr die Art und Weise, wie sich der Verein von Trainer Xabi Alonso trennte.

Präsident Florentino Perez soll sich Berichten zufolge auf die Seite der Spieler und nicht des Trainers gestellt haben – eine Entscheidung, die die Fans erzürnte und sie dazu brachte, den Rücktritt des Mannes zu fordern, der den Klub seit über 25 Jahren führt.

Zu den Spielern, die besonders im Fokus der Pfiffe standen, gehörten Jude Bellingham und Vinicius Jr. – letzterer deutete sogar an, dass er nach dem Sommer nicht mehr im Bernabeu weitermachen möchte.

Ein kleiner Lichtblick für Real: Kylian Mbappe erzielte sein 50. La-Liga-Tor – und das in nur 53 Spielen. Damit ist er nach Cristiano Ronaldo (2011, 51 Spiele) der zweitschnellste Spieler, der diese Marke erreicht hat.

Zorn im Bernabéu: Vinicius gerät ins Kreuzfeuer der wütenden Fans

Loser: FC Liverpool

Auch in Anfield ist die Geduld der Fans am Ende. Nach einem Sommer, in dem der Klub die beiden teuersten Transfers der Vereinsgeschichte tätigte, erwarteten die Anhänger nicht weniger als die Titelverteidigung.

FC Liverpool patzt trotz Wirtz-Treffer

Doch die "Reds" liegen inzwischen 14 Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal, haben in den letzten vier Ligaspielen nicht gewonnen (vier Unentschieden, zuletzt das 1:1 im Heimspiel gegen Burnley) und einen Negativrekord aufgestellt: Sie sind der erste amtierende Premier-League-Meister, der kein Heimspiel gegen einen der drei Aufsteiger gewinnen konnte.

Winner: Manchester United

Manchester United war zuletzt Stammgast in der Verlierer-Rubrik, doch diesmal haben sie sich ihren Platz unter den Gewinnern redlich verdient. Unter Michael Carrick dominierten die Red Devils ihre Rivalen von City deutlich mehr, als es das 2:0-Endergebnis vermuten lässt.

Sensationelles Carrick-Debüt: Manchester United dominiert City im Derby

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: United hatte sechs Großchancen, City keine einzige, und auch bei den Torschüssen aufs Tor war das Bild eindeutig – 7:1. Carrick kann damit einen weiteren namhaften Gegner auf seiner Trainerliste abhaken.

Loser: Tottenham Hotspur

Tottenhams schwierige Lage sorgt dafür, dass wir noch etwas länger in der Premier League verweilen. Die Zahlen sind eindeutig: Thomas Frank ist in der jüngeren Vergangenheit der erfolgloseste Trainer des Klubs, mit einem Schnitt von wettbewerbsübergreifend nur 1,32 Punkten pro Spiel. Zu Hause hat er die niedrigste Siegquote aller Spurs-Trainer seit 1992 – nur zwei Siege aus elf Partien, was einer Erfolgsquote von lediglich 18 % entspricht.

Die Niederlage am Wochenende gegen West Ham bringt ihn an den Rand des Aus und ironischerweise hat der siegreiche Trainer Nuno Espirito Santo seit April genauso viele Liga-Siege im Tottenham Hotspur Stadium eingefahren (zwei) wie Frank selbst.

Die Spekulationen um eine mögliche Entlassung nehmen zu und ein schlechtes Ergebnis gegen Borussia Dortmund in der Champions League könnte das Fass endgültig zum Überlaufen bringen.

Winner: Michael Olise

Michael Olise zählt spätestens seit seiner Zeit bei Bayern München zu den besten Flügelspielern der Welt. Auch mit begrenzter Spielzeit hat der Franzose großen Einfluss auf die Leistung seiner Mannschaft. Als er in der 57. Minute beim Auswärtsspiel gegen RB Leipzig eingewechselt wurde, stand es 1:1. Danach legte er drei Tore auf und traf selbst, sodass Bayern am Ende mit 5:1 gewann.

"Robbery"-Vergleiche in München: "Mag das überhaupt nicht"

Olise erhielt zum zweiten Mal in den letzten drei Spielen die perfekte Note 10 von Flashscore!