Winners & Losers: Portos Renaissance, Thuns Märchen und der Albtraum von Wrexham

Der FC Porto ist einer der großen Gewinner des Fußball-Wochenendes.
Der FC Porto ist einer der großen Gewinner des Fußball-Wochenendes.Flashscore / FC Porto

Vom emotionalen Titelgewinn des FC Porto über das Schweizer Fußballwunder in Thun bis hin zum folgenschweren Phantomtor in England: Wir blicken zurück auf die bewegendsten Schlagzeilen der aktuellen Ausgabe der Winners & Losers bei Flashscore.

Winner: FC Porto

Ein Jahr nach dem dramatischen Titelverlust bei Ajax hat Francesco Farioli das Blatt gewendet. Der 37-jährige Italiener führte den FC Porto zurück an die portugiesische Spitze und rechtfertigte damit das Vertrauen von Präsident André Villas-Boas. Nach den gescheiterten Versuchen mit Vítor Bruno und Martín Anselmi galt Farioli zunächst als riskante Wahl, doch er lieferte prompt Ergebnisse und ließ die Zweifel aus seiner Zeit in den Niederlanden hinter sich.

Inmitten einer Umbruchphase – im zweiten Jahr unter Villas-Boas nach der legendären 42-jährigen Ära von Pinto da Costa – stabilisierte Farioli den Kader und holte die Meisterschaft erstmals seit 2021/22 wieder in den Norden Portugals. Die Feierlichkeiten zum 31. Titel waren hochemotional, besonders durch die Ehrung des verstorbenen Kapitäns Jorge Costa im Estádio do Dragão.

Loser: Wrexham

Was wie ein Hollywood-Märchen begann, endete in einer bitteren Enttäuschung. Der Klub der Schauspielstars Ryan Reynolds und Rob McElhenney verpasste den Aufstieg in die Premier League am letzten Spieltag. Ein 2:2 gegen Middlesbrough reichte nicht aus, da Hull City parallel gegen Norwich gewann und Wrexham auf den undankbaren siebten Platz verdrängte.

Ein einziger Treffer hätte gereicht, um dank des besseren Torverhältnisses an Hull vorbeizuziehen. Stattdessen drohen nun finanzielle Einbußen von rund 140 Millionen Euro. Für ein Projekt, das massiv in den schnellen Erfolg investiert hat, ist dieses Scheitern ein schwerer Schlag, der den weiteren Kurs des Klubs bestimmen wird.

Winner: FC Thun

Während Wrexham trauert, schreibt der FC Thun Geschichte. Nach fünf Jahren Abstinenz kehrte das Team in die Schweizer Super League zurück und marschierte als Aufsteiger direkt zum ersten großen Titel der 128-jährigen Vereinsgeschichte.

Trotz eines Bruchteils des Budgets der Schwergewichte aus Basel oder Bern übernahm Thun im Oktober die Spitze und gab sie nicht mehr her. Ein solcher Durchmarsch ist im europäischen Fußball eine absolute Rarität – vergleichbar nur mit den legendären Erfolgen von Nottingham Forest (1978) oder dem 1. FC Kaiserslautern (1998).

Loser: Ludogorets

In Bulgarien ist eine historische Ära zu Ende gegangen. Nach 14 Meisterschaften in Folge wurde die Dominanz von Ludogorets Razgrad durch Levski Sofia gebrochen. Levski feierte damit den ersten Titel seit 2009 und kommt nun auf 27 nationale Trophäen.

Ludogorets hingegen verpasste den angestrebten Weltrekord von 15 Titeln in Serie knapp und muss sich nach über einem Jahrzehnt wieder mit der Rolle des Jägers begnügen.

Ludogorets verpasste den Titel in Bulgarien
Ludogorets verpasste den Titel in BulgarienFlashscore

Winner: BK Häcken

Historischer Erfolg für BK Häcken: Als erste schwedische Mannschaft seit 2004 holte der Klub einen europäischen Titel. Im Finale des Women's Europa Cup gegen Hammarby IF avancierte Felicia Schröder zur Heldin. Mit einem Hattrick im Rückspiel sicherte sie den 3:2-Sieg (Gesamtstand 4:2).

Während Häcken feiert, bleibt Hammarby nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr erneut nur der zweite Platz.

Loser: Phantomtor in der League One

Die Debatte um den Videobeweis in den unteren Ligen Englands hat neues Feuer erhalten. Ein Treffer von Stevenage in der Nachspielzeit sicherte dem Team den Einzug in die Play-offs und warf gleichzeitig Plymouth und Luton aus dem Rennen.

Fernsehbilder legten jedoch nahe, dass der Ball die Linie nie vollständig überschritten hatte. Da in der League One keine Torlinientechnologie eingesetzt wird, blieb die Fehlentscheidung bestehen – ein „Phantomtor“ mit fatalen Folgen für die Konkurrenz.

Winner: Inter Mailand

Inter Mailand hat erneut die Spitze der Serie A erklommen. Mit einem souveränen 2:0 gegen Parma sicherte sich das Team von Trainer Christian Chivu den 21. Scudetto.

Dank der Tore von Marcus Thuram und Henrikh Mkhitaryan sowie Schützenhilfe der Konkurrenz ist den Mailändern der Titel nicht mehr zu nehmen. Nun winkt sogar das Double, sollte Inter am 13. Mai auch das Pokalfinale gegen Lazio gewinnen.

Loser: Atlético Ottawa

Vom Meister zum Sorgenkind: Atlético Ottawa erlebt einen klassischen Fehlstart. Nachdem man im Vorjahr noch spektakulär den Titel holte, kassierte das Team nun eine herbe 1:4-Klatsche gegen Inter Toronto.

Besonders alarmierend: Innerhalb von nur 13 Minuten fielen alle vier Gegentore. Mit bereits drei Niederlagen aus fünf Spielen ist die Souveränität der Vorsaison, in der man insgesamt nur zweimal verlor, völlig verflogen.