Winners & Losers: Palmers historischer Hattrick – Džekos Renaissance bei Schalke

Edin Džeko erlebt einen gelungenen Start bei Schalke 04.
Edin Džeko erlebt einen gelungenen Start bei Schalke 04.Flashscore // kolvenbach / Alamy / Profimedia

Während Cole Palmer bei Chelsea Geschichte schreibt und Edin Džeko bei Schalke eine unerwartete Renaissance erlebt, wurde auf den Malediven der Klassenerhalt durch eine gezielte Spielwertung gefeiert. Die vergangene Woche brachte aber auch das bittere Scheitern des Girona-Stürmers oder die Verwandlung von Crysencio Summerville zum Helden von West Ham. Flashscore wirft einen Blick auf die Gewinner und Verlierer des jüngsten Spieltags.

Winner: Cole Palmer (Chelsea)

Mit gerade einmal 23 Jahren agiert er auf dem Platz mit der Abgeklärtheit eines Routiniers und schreibt bei Chelsea Geschichte. Am Wochenende erzielte Palmer gegen Wolverhampton seinen vierten Hattrick in der Premier League und setzte sich damit an die Spitze der Blues-Torschützen. Kein anderer Spieler in der jüngeren Klubgeschichte hat so viele Dreierpacks erzielt.

Mit dieser Leistung ließ er Klubikonen wie Frank Lampard, Didier Drogba oder Jimmy Floyd Hasselbaink hinter sich, die im blauen Trikot jeweils nicht über drei Hattricks hinauskamen. Während einige Legenden dafür viele Jahre brauchten, reichten Palmer weniger als drei Spielzeiten für diesen Rekord.

Loser: Cristhian Stuani (Girona)

Es war ein Schachzug, mit dem Trainer Míchel Girona drei Punkte sichern wollte, doch es wurde zum Albtraum. Als der Schiedsrichter in der Nachspielzeit des Duells gegen Sevilla beim Stand von 1:1 auf den Elfmeterpunkt zeigte, zögerte der Coach des katalanischen Klubs nicht. Er brachte Stuani mit einer klaren Aufgabe aufs Feld: den Strafstoß zu verwandeln und das Spiel zu entscheiden.

Die Logik war einleuchtend: der uruguayische Routinier gilt als Spezialist, dessen Erfolgsquote bei Elfmetern nahezu perfekt ist. In seiner Karriere verwandelte er 53 von 57 Strafstößen und kann eine beeindruckende Quote von 93 % vorweisen. Doch diesmal ging die "sichere Bank" nicht auf. Stuanis Schuss wurde vom griechischen Torwart Odysseas Vlachodimos pariert, der sich damit zum Helden von Sevilla machte.

Winner: Crysencio Summerville (West Ham)

Noch im Januar wurde er mit einem Wechsel von West Ham in Verbindung gebracht, da er dort angeblich unzufrieden war. Jetzt ist alles anders. Summerville ist zum unverzichtbaren Motor der Offensive der Hammers geworden und bestätigte das erneut gegen Burnley. In einer entscheidenden Phase des Spiels übernahm er Verantwortung, setzte sich mit einem typischen Dribbling durch und erzielte das Siegtor. Der niederländische Flügelspieler traf damit bereits im fünften Ligaspiel in Folge und ist plötzlich der Held, auf dessen Schultern der Erfolg des gesamten Teams ruht.

Die verbesserte Form der Hammers, die sich langsam aus der Abstiegszone kämpfen, hat aber noch einen weiteren, weniger auffälligen Faktor. Statistiken zeigen, wie wichtig Tomáš Souček für das Gleichgewicht der Mannschaft ist. Mit dem tschechischen Mittelfeldspieler in der Startelf kommt West Ham in dieser Saison auf eine solide Siegquote von 36 % (4 von 11). Fehlt er jedoch in der Anfangsformation, sinkt die Chance auf drei Punkte drastisch auf nur 14 % (2 von 14).

Loser: Hoffenheim

Jede Serie endet einmal, doch für Hoffenheim kam das Aus mit voller Wucht. Nach sieben Spielen ohne Niederlage rechneten sich die Schützlinge von Christian Ilzer auch gegen Bayern etwas aus, kassierten in München aber eine herbe 1:5-Klatsche. Hauptverantwortlicher für die Demontage der Gäste war Luis Díaz. Der kolumbianische Star erlebte einen Traumtag: nicht nur erzielte er einen Hattrick, sondern holte auch zwei Elfmeter heraus. Hoffenheim musste damit die höchste Niederlage der Saison hinnehmen.

Für Bayern war es eine wichtige Reaktion. Nach zwei Punktverlusten in der Liga durfte sich der Rekordmeister keinen weiteren Ausrutscher erlauben. Die Tabelle lügt nicht: auch wenn sie mit sechs Punkten Vorsprung an der Spitze stehen, sitzt ihnen Borussia Dortmund im Nacken. Der Rivale aus Westfalen ist seit 14 Ligaspielen ungeschlagen und hat wie Bayern erst eine Niederlage in dieser Saison kassiert. Hoffenheim bleibt trotz der Klatsche auf einem hervorragenden dritten Platz.

Winner: Edin Džeko (Schalke 04)

Im März wird er 40, doch in Gelsenkirchen hat er zu neuer Stärke gefunden. Džeko wurde nach seinem Wechsel im Winter sofort zum Führungsspieler, den Schalke im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga dringend brauchte. Am Wochenende erzielte er beim 2:2 gegen Dynamo Dresden beide Tore für sein Team und verbesserte seine Bilanz im neuen Trikot auf beeindruckende Werte: drei Spiele, drei Treffer.

Für den bosnischen Torjäger war es ein nostalgisches Déjà-vu. Zwei Tore in einem Klubspiel hatte er zuletzt fast genau vor einem Jahr erzielt, damals noch für Fenerbahce gegen Rizespor (3:2). Džeko beweist mit seinen Leistungen, dass er nicht gekommen ist, um seine Karriere ausklingen zu lassen, sondern eine Mission zu erfüllen: die Rückkehr des Traditionsklubs dorthin, wo er hingehört. Zudem ist er inzwischen auch der älteste Feldspieler, der je in der 2. Bundesliga in der Startelf stand.

Loser: Olympique Marseille

Das war keine gewöhnliche Niederlage, sondern eine regelrechte Hinrichtung im Live-Fernsehen. Das berühmteste französische Derby, Le Classique, zwischen dem heimischen Paris Saint-Germain und Marseille wurde zu einer einseitigen Demontage, an deren Ende auf der Anzeigetafel im Prinzenpark ein erschreckendes 5:0 stand. Es ist der höchste Sieg, den es je in einem Duell dieser beiden Klubs gab. Die Pariser übertrafen damit ihre bisherigen Rekordsiege von 5:1 aus den Jahren 1978 und 2017, bei denen Olympique zumindest ein Ehrentreffer gelang.

Momentum des Spiels.
Momentum des Spiels.Opta by Stats Perform

Die Zerstörung der Gäste leitete der zweifache Ballon-d'Or-Gewinner Ousmane Dembélé mit zwei Toren ein, den Rest erledigten die eingewechselten Spieler und ein Eigentor von Facundo Medina. Für das Team von Roberto De Zerbi ist das der Tiefpunkt einer Horrorphase. Nach dem Debakel in Brügge (0:3) verabschiedete man sich vergangene Woche auch aus der Champions League – und das bereits in der Gruppenphase. In der heimischen Liga steht das ambitionierte OM auf Rang vier. PSG führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung vor Lens an.

Winner und Loser: Green Streets

Das Team von den Malediven wurde dank einer Regel-Lücke gleichzeitig zum Sieger und Verlierer. Um in der ersten Liga zu bleiben, durfte Green Streets am letzten Spieltag nicht mit vier oder mehr Toren Unterschied verlieren. Die Klubführung entschied sich für eine zynische Lösung: Green Streets traten zum Spiel gegen New Radiant gar nicht erst an. Es folgte eine 0:3-Wertung, die dem Klub aber rechnerisch zum Klassenerhalt reichte.

Der Verband belegte sie zwar anschließend mit einer Geldstrafe von 2.800 Euro und einem Transferverbot für ein Transferfenster, entzog ihnen aber nicht die Erstligazugehörigkeit. Green Streets konnten die Regel-Lücke auch deshalb nutzen, weil ihr Spiel nicht zeitgleich mit dem von Valencia stattfand, die durch dieses Kalkül den Abstieg hinnehmen mussten. Alle zehn Teams der ersten maledivischen Liga teilen sich nämlich ein Stadion.