Warum Manchester City im Sommer über einen Verkauf von Rodri nachdenken sollte

Manchester Citys Mittelfeldspieler Rodri jubelt nach seinem Treffer gegen Exeter City.
Manchester Citys Mittelfeldspieler Rodri jubelt nach seinem Treffer gegen Exeter City.Oli SCARFF / AFP / Profimedia

Wenn ein Spieler die Fußball-Philosophie von Pep Guardiola bei Manchester City perfekt verkörpert, dann ist es Rodri. Der dynamische Taktgeber im defensiven Mittelfeld kam einst für (aus heutiger Sicht fast schon bescheidene) 70 Millionen Euro von Atletico Madrid. Längst ist der bald 30-Jährige das Herzstück des Teams: Er ist der Anker, der es Offensivkünstlern wie Bernardo Silva, Erling Haaland oder Phil Foden erst ermöglicht, auf dem Platz zu glänzen.

Wie unverzichtbar der ehemalige Ballon-d'Or-Gewinner ist, zeigte sich schmerzhaft während seiner monatelangen Verletzungspause. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht seine Bedeutung: Von seinen 288 Pflichtspielen für City endeten unglaubliche 208 mit einem Sieg. Dem stehen lediglich 34 Niederlagen gegenüber.

Das wichtigste Tor der Vereinsgeschichte

Mit 29 Toren und 32 Assists weist Rodri zudem eine für seine Position beeindruckende Scorer-Bilanz auf. Unvergessen bleibt sein Treffer mit dem rechten Fuß im Champions-League-Finale 2023, der Manchester City den lang ersehnten ersten Henkelpott bescherte und ihn endgültig zur Vereinslegende machte. Doch trotz dieser Historie mehren sich die Anzeichen, dass sein Einfluss in der laufenden Saison leicht schwindet.

Zwar ist eine Passquote von 90,3 % in der Premier League noch immer Weltklasse, doch im Vergleich zum Vorjahr (92,5 %) ist ein leichter Rückgang spürbar. Was nach Nuancen klingt, summiert sich bei einem Spieler, der wie in der Saison 23/24 über 3.600 Pässe spielt, deutlich. In der aktuellen Spielzeit 2025/26 kommt er kurz vor Saisonende erst auf 1.220 Pässe.

Statistischer Formabfall

Auch die Kreativität scheint gelitten zu haben: Mit nur 20 kreierten Chancen steuert Rodri auf den schlechtesten Wert seit seinem Wechsel zu City zu (die verletzungsgeprägte Vorsaison ausgenommen). Zwar liest sich seine Zweikampfquote von 68,4 % zunächst stark, doch die geringe Gesamtzahl der Duelle macht diesen Wert weniger aussagekräftig als in den Jahren, in denen er konstant über 300 Zweikämpfe pro Saison bestritt.

Rodris Radar-Grafik – Premier League 2025/26
Rodris Radar-Grafik – Premier League 2025/26Opta by StatsPerform

Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Tacklings – einst eine seiner größten Stärken. In dieser Saison gewann er nur 17 von 33 Duellen am Boden. Diese Erfolgsquote von 51,5 % liegt deutlich unter den 61,4 % der Saison 23/24.

Ein strategisches Dilemma für Guardiola

Rodris physische Präsenz und seine Spielintelligenz sind nach wie vor Weltklasse. Genau deshalb stehen Guardiola und die Vereinsführung vor einer Herkulesaufgabe: Setzt man weiterhin auf die bewährte Erfahrung eines Spielers, der seinen Zenit womöglich überschritten hat, oder nutzt man den Sommer für eine radikale Verjüngung des Kaders?

Da Rodris Vertrag im Sommer 2027 ausläuft, rückt der kritische Zeitpunkt näher. Sollte er nicht verlängern, könnte er bereits in absehbarer Zeit offiziell mit anderen Klubs verhandeln.

Lockrufe aus der Heimat

Vor allem Real Madrid soll großes Interesse signalisieren, den verlorenen Sohn zurück in die spanische Hauptstadt zu holen. City muss nun entscheiden: Bietet man dem Top-Verdiener einen hochdotierten Rentenvertrag an, oder sucht man jetzt nach einem jüngeren Nachfolger, solange man für Rodri noch eine hohe Ablösesumme generieren kann?

Letztlich könnte die Entscheidung beim Spieler selbst liegen. Die Aussicht, für den "größten Verein der Welt" aufzulaufen und – ähnlich wie Kylian Mbappé – durch einen ablösefreien Wechsel oder ein geschicktes Timing beim Transfer ein enormes Handgeld zu kassieren, ist verlockend. Die kommenden Monate werden zeigen, wohin die Reise für den spanischen Regisseur geht.

Jason Pettigrove
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