Selbst wenn die Vereinsführung bereit wäre, über seine verbalen Ausrutscher hinwegzusehen, sprechen die sportlichen Fakten eine deutliche Sprache. Mit lediglich fünf Toren und sechs Vorlagen in 21 Premier-League-Partien bleibt Salah weit hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück.
In jeder seiner bisherigen Spielzeiten für Liverpool erzielte er mindestens 18 Ligatreffer. In diesem Jahr scheint diese Marke angesichts der verbleibenden neun Spiele und seiner aktuellen Verfassung fast unerreichbar.

Vor diesem Hintergrund wäre es fahrlässig, wenn sich die sportliche Leitung nicht nach Alternativen umsehen würde, die ideal in das System von Arne Slot passen. Ein Name, der dabei immer wieder an der Merseyside fällt, ist Yan Diomandé von RB Leipzig.
Diomandé: Der Shootingstar von RB Leipzig
Mit gerade einmal 19 Jahren steht Diomandé am Anfang einer vielversprechenden Karriere, während der bald 34-jährige Salah seinen Zenit überschritten haben dürfte. Diomandes Bilanz von 10 Toren und fünf Assists in 24 Bundesliga-Einsätzen hat europaweit für Aufsehen gesorgt. In Leipzig wurde er in dieser Spielzeit nur noch von Christoph Baumgartner übertroffen.
Obwohl sein Marktwert auf rund 50 Mio. Euro taxiert wird, dürfte ein Transfer deutlich teurer werden. Da sein Vertrag in Leipzig noch bis 2030 läuft, besteht für die Sachsen kein Verkaufszwang. Es wird gemunkelt, dass die Schmerzgrenze der Leipziger erst bei etwa 80 Mio. Euro liegt.
Warum passt der Youngster perfekt zu Liverpool?
Man könnte einwenden, dass Diomandé nach Stationen bei Leganés und Leipzig noch die Erfahrung auf ganz großer Bühne fehlt. Doch seine Qualitäten sind bestechend: Er ist extrem beidfüßig und auf beiden Flügeln einsetzbar. Seine Dribbelstärke und die Fähigkeit, Verteidiger im Eins-gegen-Eins alt aussehen zu lassen, prägten das Leipziger Offensivspiel in dieser Saison. Zudem bringt er trotz seiner Schnelligkeit eine physische Wucht mit, die ihn für die robuste Premier League prädestiniert.
Besonders auf dem rechten Flügel glänzte Diomandé zuletzt. Im Gegensatz zu Salah kann er Verteidiger variabel über die Innen- oder Außenseite angreifen. Die statistischen Vergleiche sind frappierend.

Diomandé benötigte für seine Treffer deutlich weniger Versuche als Salah und zeigte sich auch bei der Verwertung von Großchancen (nur 4 von 10 vergeben) wesentlich nervenstärker als der Ägypter (9 von 12 vergeben). Auch spielerisch hat der Youngster die Nase vorn: Mit 772 Pässen und 39 kreierten Chancen aus dem Spiel heraus überflügelt er den Routinier knapp.
Die Zahlen lügen nicht
Am Ende ist Fußball ein Ergebnissport, und die Daten sprechen eine klare Sprache. Es wäre tragisch, wenn Salahs Legendenstatus in Liverpool durch einen zu späten Abschied Schaden nehmen würde. Mit dem lukrativen Interesse aus der Saudi Pro League bietet sich eine Lösung an, die für alle Seiten finanziell und sportlich sinnvoll ist.
Sollte es Liverpool gelingen, Diomandé als Nachfolger zu präsentieren, würde der Verein nicht nur den Kader verjüngen, sondern sich die Dienste eines Spielers sichern, dem der Weg an die absolute Weltspitze vorgezeichnet ist.

