Bereits vor Saisonbeginn hatte der Superstar die Vorbereitungstour verpasst, woraufhin intensiv über Wechselabsichten spekuliert wurde. Der Konflikt eskalierte schließlich, als Ronaldo im Spiel gegen die Tottenham Hotspur eine Einwechslung verweigerte und das Stadion noch vor dem Schlusspfiff verließ.
Ten Hag strich ihn daraufhin für die darauffolgende Partie aus dem Kader. Knapp einen Monat später erhob Ronaldo in einem aufsehenerregenden Interview mit Piers Morgan schwere Vorwürfe und erklärte, er fühle sich von Ten Hag "betrogen", da dieser ihm den nötigen Respekt verweigere.
Ronaldo "lief weder mit noch gegen den Ball"
Gegenüber The Athletic fand Ten Hag nun deutliche Worte zu den Ereignissen: "Er hat die Mannschaft und auch mich im Stich gelassen, schließlich hatten wir fest mit ihm geplant. Vor meinem Amtsantritt bei United bin ich extra nach Portugal geflogen, um ihm meine Pläne persönlich zu erklären. Selbstverständlich ist er einer der besten Spieler der Fußballgeschichte, und ich hatte großen Respekt vor ihm. Als Trainer musste ich damals jedoch eine rationale Entscheidung treffen und auf die Spieler setzen, die voll mitziehen."
Das viel diskutierte Morgan-Interview führte schließlich zur raschen Trennung in beiderseitigem Einvernehmen. Laut Ten Hag lagen die Ursachen für Ronaldos Leistungstief und den anschließenden Abgang vor allem im Trainingsalltag: "Ich habe ihn direkt damit konfrontiert", so der heutige Technische Direktor des FC Twente.
"Ich habe ihm mehrfach gesagt: ‚Ronnie, alle sind bereit, für dich zu arbeiten, damit du in aussichtsreiche Positionen kommst. Aber wenn du es selbst nicht einmal in den Strafraum schaffst, kannst du auch keine Tore erzielen.‘ Dazu war er schlichtweg nicht in der Lage. Es wird fälschlicherweise oft behauptet, ich hätte von ihm unermüdliches Pressing erwartet. Aber die Realität war: Er lief weder mit noch gegen den Ball – und der Grund dafür war seine mangelnde Vorbereitung."
Zudem habe Ronaldo Mitspielern geraten, sich im Training zu schonen. "Ich verstehe diesen Ansatz, wenn man absolut austrainiert ist", ergänzte Ten Hag. "Aber um sich diesen Luxus erlauben zu können, muss man sich vorher erst einmal das nötige Fitnessniveau erarbeiten."
Auch im höheren Fußballalter bleibt der Angreifer ein Unruheherd: Zuletzt sorgte der mittlerweile 41-Jährige für Schlagzeilen, als er das Lager der portugiesischen Nationalmannschaft nach einer Auseinandersetzung mit Trainer Jorge Jesus vorzeitig verließ.
