Nach nur einem Einsatz in seiner Debütsaison 2018/19 folgte prompt der Durchbruch: In 26 Partien der darauffolgenden Spielzeit verbuchte er bereits ein Tor und fünf Assists.
Sakas Bedeutung für das Team wuchs stetig, und mit ihr seine Scorerwerte: Mittlerweile stehen 69 Tore und 48 Vorlagen in 245 Premier-League-Einsätzen zu Buche. Rechnet man die 21 Treffer und 18 Assists aus den Pokalwettbewerben hinzu, wird schnell klar, warum ihn die Fans ehrfürchtig ihren "Star Boy" nennen.

Doch in der aktuellen Spielzeit geriet der Motor ins Stocken. Mit lediglich sechs Toren und drei Vorlagen erlebt Saka statistisch gesehen seine schwächste Phase seit der Saison 2020/21.
Verletzungen bremsen den Rhythmus
Drei verschiedene Verletzungen kosteten ihn bereits zwei Monate der laufenden Saison – ein Hauptgrund für die magere Ausbeute. Das Dilemma für Trainer Mikel Arteta: Saka ist taktisch so essenziell, dass sein Fehlen die gesamte Statik des Spiels verändert. In Topform verleiht er dem Londoner Team eine Balance, die kaum zu ersetzen ist.

Besorgniserregend ist die medizinische Historie: Über 30 verschiedene gesundheitliche Rückschläge musste Saka in seiner jungen Karriere bereits wegstecken. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob hier ein ernsthaftes Risiko der chronischen Überlastung besteht. Die physischen und mentalen Strapazen des modernen Spitzenfußballs fordern früher oder später ihren Tribut.
Arsenal überzeugt auch ohne den Star
Ein Status als Schlüsselspieler nützt nur dann, wenn der Körper mitspielt. Dass Saka scheinbar jede verfügbare Minute für Klub und Nationalteam auf dem Platz stehen muss, erweist sich zunehmend als kontraproduktiv.
Interessanterweise beweisen die Gunners derzeit, dass sie auch ohne ihren Schützling funktionieren. Arsenal grüßt weiterhin von der Tabellenspitze und steht im Achtelfinale der Champions League.
Während Saka zwar kürzlich gegen Brighton traf, blieb er zuvor, abgesehen von einem Tor gegen das Tabellenschlusslicht Wolves, 16 Spiele lang ohne eigenen Treffer. Eine Durststrecke, die seit dem 3. Dezember gegen Brentford anhielt.
Im Schnitt benötigt Saka derzeit 318,5 Minuten für ein Tor: sein schlechtester Wert seit Jahren. Auch die Effizienz leidet: Eine Abschlussquote von nur 10,2 % und lediglich 59 Torschüsse markieren Tiefpunkte seiner bisherigen Entwicklung.
Formtief als Warnsignal
Sogar die Präsenz im Strafraum hat abgenommen. Mit nur 159 Ballkontakten in der gefährlichen Zone nähert er sich den Werten seiner Anfangstage an. Das ist schlichtweg nicht die Form, die man von einem Weltklasse-Akteur erwartet.

Angesichts der bevorstehenden Saisonentscheidung muss Arsenal Sakas Leistungsabfall intern adressieren. Zwar gibt es keine Wechselabsichten von beiden Seiten, doch eine kurze regenerative Pause unter Arteta könnte genau das Richtige sein, um Fokus und Frische zurückzugewinnen.
WM 2026 im Hinterkopf
Oft werden Talente im modernen Fußball zu früh wieder ins Feuer geworfen. Die Gunners dürfen nicht riskieren, dass Sakas Laufbahn durch ständige Blessuren zerstückelt wird. Mit einer klugen Belastungssteuerung kann er zweifellos wieder an seine glanzvollen Zeiten anknüpfen.
Da Arsenal kurz vor dem ersten Meistertitel seit 22 Jahren steht, ist Sakas Ehrgeiz verständlich. Doch auch die Weltmeisterschaft wirft ihre Schatten voraus. Es darf kein "Entweder-oder" zwischen Verein und Nationalelf geben. Wenn Saka in beiden Wettbewerben glänzen will, muss er lernen, auf seinen Körper zu hören. Nur wer rechtzeitig pausiert, kann am Ende ganz oben stehen.

