Sollten die Ergebnisse an diesem Spieltag zugunsten der Londoner ausfallen, würde das direkte Duell gegen City am kommenden Wochenende eine noch massivere Bedeutung gewinnen. Für das Team von Mikel Arteta stehen die wohl wichtigsten Wochen der jüngeren Vereinsgeschichte an – die erste Meisterschaft seit 22 Jahren ist zum Greifen nah.
Zum Match-Center: FC Arsenal vs. AFC Bournemouth
Bournemouth: Unentschieden-Könige auf Rekordjagd
Trotz Arsenals beeindruckender Heimbilanz (12 Siege aus 15 Spielen) ist ein Erfolg gegen die Mannschaft von Andoni Iraola kein Selbstläufer. Die "Cherries" sind seit elf Ligapartien ungeschlagen und stellten damit bereits einen Vereinsrekord ein. Dass Bournemouth ein unangenehmer Gegner ist, erlebte Arsenal bereits beim mühsamen 3:2-Erfolg im Hinspiel.

Interessant: Die letzten fünf Partien der Gäste endeten allesamt Remis (unter anderem gegen West Ham und Man United). Sollten auch am Samstag die Punkte geteilt werden, wäre Bournemouth der erste Premier-League-Klub seit Manchester City im Jahr 2009, der sechs Unentschieden in Folge verbucht.
Zudem präsentierte sich Bournemouth zuletzt als kleiner Angstgegner: Zwei der letzten drei Ligaspiele gegen Arsenal konnten sie gewinnen – mehr als in den 14 Duellen zuvor zusammen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Junior Kroupi: Trifft der Youngster auch im Emirates, wäre er nach Robbie Keane (1999/00) erst der zweite Teenager, dem in seiner Premier-League-Debütsaison mindestens zehn Tore gelingen.
Taktik-Fokus: Declan Rice und der Faktor Truffert
Auch defensiv müssen die Gunners hellwach sein. Bournemouths Adrien Truffert ist mit 74 Überläufen der aktivste Außenspieler der Liga und belegt bei den Vorlagen aus dem Spiel heraus einen Spitzenplatz unter den Verteidigern. Arteta wird einen klaren Plan brauchen, um diese Offensivläufe zu neutralisieren.
Arsenal selbst geht mit Rückenwind in die Partie. Nach Rückschlägen im Carabao Cup und FA Cup sorgte der 1:0-Erfolg bei Sporting Lissabon – der erste Europapokal-K.-o.-Sieg in Portugal – für neues Selbstvertrauen. Ein Schlüsselspieler könnte erneut Declan Rice werden: Gegen keinen anderen Gegner trifft er so gerne wie gegen Bournemouth (fünf Tore, sieben Scorerpunkte).
Personallage und Defensiv-Bollwerk
Hinter den Einsätzen von Bukayo Saka und Jurrien Timber steht nach wie vor ein Fragezeichen; beide müssen den späten Fitnesstest bestehen. Während Eberechi Eze auf eine Rückkehr hofft, fehlen Mikel Merino und Piero Hincapie sicher. Auch Iraola muss bei den Gästen improvisieren: Mit Tyler Adams, Lewis Cook und Justin Kluivert fallen wichtige Stützen im Kampf um die Europapokalplätze aus.
Die statistische Hürde für Bournemouth bleibt jedoch hoch: Arsenal stand in dieser Saison bereits 15 Mal defensiv sicher ("Clean Sheet") und lässt pro Spiel nur 0,71 erwartete Gegentore (xGA) zu – der beste Wert einer englischen Spitzenmannschaft seit Jahren.
Showdown in der Schlussphase?
Da in den jüngsten Duellen meist viele Tore fielen, dürfen sich Fans auf ein Spektakel freuen. Neben Arsenals Dauerbrenner Saka (meiste Schüsse aufs Tor) und Torjäger Viktor Gyokeres rückt bei den Gästen Marcus Tavernier in den Fokus, der als kreativer Dreh- und Angelpunkt die meisten Chancen für die Cherries kreiert.

Besonders spannend könnte es kurz vor dem Abpfiff werden: Da beide Teams ihre statistisch aktivste Phase – sowohl bei erzielten als auch bei kassierten Treffern – in der letzten Viertelstunde haben, ist eine dramatische Schlussphase fast vorprogrammiert.

