Taktisch bedeutet Rosenior einen Bruch. Während Maresca meist auf ein flexibles 4-2-3-1 setzte, bevorzugt der ehemalige Strasbourg-Trainer ein klares 3-4-3. Seine Teams agieren weniger ballbesitzorientiert und stärker über Dynamik auf den Flügeln. Ein Schlüsselspieler ist dort Diego Moreira, der die linke Seite praktisch allein bespielt – ein Profil, das Chelsea aktuell kaum hat.
Davon könnten Spieler profitieren, die stark im Umschaltspiel sind. Pedro Neto passt mit seiner Intensität und Defensivarbeit gut in dieses Konzept, Marc Cucurella könnte als linker Innenverteidiger einer Dreierkette neu aufblühen.
Chelseas Probleme liegen tiefer
Auch die Rolle von Sommer-Neuzugang Liam Delap wäre interessant: kein klassischer Zielspieler, sondern ein physisch starker Stürmer, der mit Tempo und klugen Laufwegen vor allem bei Kontern gefährlich ist.
Doch all das wirkt letztlich zweitrangig. Chelseas strukturelle Probleme bleiben bestehen: Entscheidungen fallen im Hintergrund, Verantwortung übernimmt kaum jemand, der Trainer ist austauschbar. Rosenior mag fachlich überzeugen und kommunikativ stark sein, bei Chelsea droht er dennoch an den gleichen Umständen zu scheitern wie seine Vorgänger.
Rosenior hat in Strasbourg gute Arbeit geleistet, doch Chelsea ist ein anderes Kaliber. Solange sich an den Machtstrukturen nichts ändert, wird auch ein neuer Trainer wenig bewirken. Wahrscheinlich sprechen wir in ein bis zwei Jahren erneut über dieselben Probleme.
