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Winners & Losers: Barcelona und City marschieren – Elf Tore in 45 Minuten in Schweden

Der FC Barcelona hat die ersten acht Saisonspiele gewonnen.
Der FC Barcelona hat die ersten acht Saisonspiele gewonnen.URBANANDSPORT / NURPHOTO VIA AFP

Nach der Länderspielpause meldete sich der internationale Vereinsfußball mit maximaler Intensität zurück. Zwischen historischen Torläufen, spektakulären Spielabbrüchen und bitteren Fehlern bot das vergangene Wochenende alles, was das Fußballherz bewegt. Hier sind die auffälligsten Gewinner und Verlierer der jüngsten Spielrunde.

Winner: Barcelona

Der FC Barcelona setzt seinen furiosen Saisonstart unter Hansi Flick ungebremst fort. Mit einem souveränen 3:0-Erfolg gegen Getafe feierten die Katalanen den achten Sieg im achten LaLiga-Spiel – ein Kunststück, das dem Klub in seiner bisherigen Historie erst ein einziges Mal gelungen ist. Zuletzt schaffte dies Barca in der Spielzeit 2013/14 unter Gerardo "Tata" Martino mit einem überragenden Lionel Messi im Aufgebot.

Neben der makellosen Punktausbeute beeindruckt vor allem die offensive Durchschlagskraft der Mannschaft: 34 Tore stehen nach acht Spielen bereits zu Buche. In der Historie der spanischen Eliteklasse war zu diesem Zeitpunkt nur der FC Sevilla in der Saison 1940/41 mit 41 Treffern noch treffsicherer. Vor dem anstehenden Auswärtsspiel bei Real Betis zeigt die Flick-Elf eine beeindruckende Frühform, die sie als klaren Favoriten für den bevorstehenden El Clásico etabliert.

Der FC Barcelona dominiert die spanische Liga nach Belieben.
Der FC Barcelona dominiert die spanische Liga nach Belieben.Flashscore

Loser: Vinicius Jr.

Während der FC Barcelona jubelt, erlebte Real Madrid trotz eines 1:0-Sieges gegen Villarreal einen bitteren Nachmittag rund um Starstürmer Vinícius Jr. Der Brasilianer, der in der Mannschaft unter José Mourinho zunächst auf der Ersatzbank saß, wurde eingewechselt und schien mit dem Treffer zum vermeintlichen 2:0 für die Entscheidung gesorgt zu haben. Das Tor wurde jedoch nach Intervention des Video-Schiedsrichters aberkannt, da Vinícius Jr. seinen Gegenspieler William Saliba an den Haaren gezogen hatte.

Die Unbeherrschtheit hatte gravierende Folgen: Der Angreifer sah für die Aktion die glatte Rote Karte – bereits der vierte Platzverweis in seiner Profikarriere (zwei im ersten Team von Real Madrid, jeweils einer bei Real Castilla und Flamengo). Für die "Blancos" wiegt der Ausfall schwer, da Vinícius Jr. aufgrund der bevorstehenden Sperre ausgerechnet im Clásico fehlen dürfte.

Winner: Manchester City

Manchester City ließ sich von den anhaltenden Diskussionen abseits des Rasens rund um die 114 vorgeworfenen Regelverstöße nicht beirren und setzte sportlich ein glanzvolles Ausrufezeichen. Im Topspiel beim Rivalen FC Liverpool dominierten die "Citizens" nach Belieben und setzten sich mit 3:0 durch. Damit schraubte das Team seine Bilanz auf sechs Siege aus den ersten sechs Spielen. Einen solchen Startrekord konnte lediglich City selbst in den letzten sieben Jahren in der Premier League hinlegen.

Symbolisch für die spielerische Dominanz stand das dritte Tor durch Rayan Cherki. Vor dem Treffer ließen die "Sky Blues" den Ball über 41 Stationen laufen, wobei ausnahmslos alle elf Spieler am Aufbau beteiligt waren. Es war ein eindrucksvoller Nachweis dafür, dass die Handschrift und Grundphilosophie von Pep Guardiola die Mannschaft weiterhin prägt.

Loser: Manuel Neuer

Selbst Torwart-Legenden bleiben vor Unkonzentriertheiten nicht verschont. Manuel Neuer erlebte im Auswärtsspiel des FC Bayern beim FC Augsburg einen rabenschwarzen Start, als nach wenigen Sekunden ein unpräziser Rückpass die Situation heraufbeschwor. Neuers Versuch, den heranstürmenden gegnerischen Angreifer mit einem gefühlvollen Heber zu überspielen, misslang gründlich.

Augsburgs Robin Fellhauer nutzte die unfreiwillige Vorlage gedankenschnell aus und verwandelte zum schnellsten Tor in der Historie der Bundesliga. Zwar kämpften sich die Münchner im weiteren Verlauf der Partie zurück, doch der eklatante Schnitzer des Ex-Nationalkeepers verhinderte möglicherweise die Übernahme der Tabellenführung.

Winner: Chelsea / Jordan Henderson

Nur ein paar Sekunden mehr brauchte der FC Chelsea im Duell gegen den FC Bournemouth: Bereits nach 149 Sekunden lag man nach einem historischen Blitzstart mit 2:0 in Führung – noch nie zuvor gelangen den "Blues" in einem Pflichtspiel zwei Treffer in so kurzer Zeit. Am Ende feierte die Mannschaft von Cheftrainer Xabi Alonso einen ungefährdeten 5:1-Kantersieg, bei dem vor allem ein erfahrener Neuzugang im Mittelpunkt stand.

Der 36-jährige Jordan Henderson erwischte einen Galatag und avancierte mit zwei eigenen Treffern sowie einer Vorarbeit zum ältesten Chelsea-Akteur, der in einer Premier-League-Partie an drei Toren direkt beteiligt war. Schneller als Henderson schaffte ein Tor nebst Assist nur Emile Heskey im April 1998 für Leicester City gegen Derby County (in unter zwei Minuten).

Loser: Rayo Vallecano

Ein bizarrer Fan-Protest überschattete das Heimspiel von Rayo Vallecano gegen Athletic Bilbao und führte zum vorzeitigen Abbruch der Partie. Aus Protest gegen die Vereinsführung um Präsident Raúl Martín Presa warfen die heimischen Anhänger massenhaft Papierflieger und Gummibälle auf den Rasen. Nachdem die Begegnung bereits in der 13. Spielminute unterbrochen werden musste und sich die Vorfälle nach dem Wiederanpfiff umgehend wiederholten, stellte der Schiedsrichter den Spielbetrieb endgültig ein.

Hintergrund des Unmutes ist die anhaltende Infrastruktur-Krise des Klubs: Es war Rayos erstes Spiel im heimischen Campo de Fútbol de Vallecas, nachdem der Verein wegen des unbespielbaren Rasens zuletzt ins Estadio Municipal de Butarque nach Leganés ausweichen musste. Der Unmut der Fans über das Management dürfte dem Team nun teuer zu stehen kommen, da das Spiel sehr wahrscheinlich am grünen Tisch mit 0:3 gegen Vallecano gewertet wird.

Winner: Brommapojkarna

In der schwedischen Allsvenskan bekamen die Zuschauer beim Aufeinandertreffen zwischen AIK Stockholm und IF Brommapojkarna ein historisches Spektakel geboten. Nachdem beide Defensivreihen in den ersten 45 Minuten noch ohne Gegentreffer blieben und es mit einem unspektakulären 0:0 in die Kabinen ging, folgte nach dem Seitenwechsel ein beispielloses Offensivfeuerwerk mit elf Toren im zweiten Durchgang.

Die Gäste von Brommapojkarna sahen nach einer 5:1-Führung in der 70. Minute bereits wie der sichere Sieger aus, ehe AIK eine furiose Aufholjagd startete und in der achten Minute der Nachspielzeit tatsächlich zum 5:5 ausglich. Das letzte Wort hatten jedoch erneut die Gäste: In der 99. Spielminute gelang Brommapojkarna der dramatische Siegtreffer zum 6:5-Endstand in einem der verrücktesten Spiele der europäischen Fußball-Saison.

Loser: Raków Częstochowa

Der polnische Ex-Meister Raków Częstochowa befindet sich im absoluten Sturzflug und erlebte beim 1:4 gegen GKS Katowice den nächsten Tiefpunkt. Nach zehn Spieltagen rangiert der Klub mit mickrigen drei Zählern am Tabellenende der Ekstraklasa. Trotz bereits drei verschlissener Trainer in der laufenden Spielzeit zeigt die Formkurve weiter steil nach unten, wobei ausgerechnet der ehemalige Raków-Akteur Bartosz Nowak die Demütigung mit einem Tor und zwei Vorlagen perfekt machte.

Zusätzlich zur sportlichen Talfahrt erschüttert ein Rassismusskandal das Umfeld des Vereins. Der ehemalige Spieler Michael Ameyaw enthüllte öffentlich, dass Teile der eigenen Fanszene sich geweigert hatten, die Namen dunkelhäutiger Akteure zu rufen, und berichtete von rassistischen Anfeindungen gegen seine Person. Zwar stellte Ameyaw klar, dass sich seine Kritik nur gegen eine kleine Gruppierung innerhalb der Anhängerschaft und nicht gegen den gesamten Verein richte, dennoch wirft der Vorfall ein denkbar schlechtes Licht auf den kriselnden Klub.

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