Das ÖFB Frauen-Nationalteam steht vor dem ersten von zwei Duellen gegen Deutschland in Rahmen der WM-Qualifikation im Max Morlock-Stadion in Nürnberg.
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Voller Fokus auf Nürnberg
Vor dem morgigen Aufeinandertreffen mit den DFB-Frauen im Stadion des 1. FC Nürnberg konnten am späten Montagvormittag alle 23 Kaderspielerinnen das Abschlusstraining absolvieren. Teamchef Alexander Schriebl zieht vor dem Showdown in Nürnberg ein positives Resümee aus den vergangenen Tagen: „Wir blicken mit sehr guten Eindrücken aus den letzten Trainingseinheiten auf das Duell morgen Abend. Wir haben uns sehr gut vorbereitet, konnten an vielen Dingen arbeiten und die Mädels haben es wirklich sehr, sehr gut gemacht. Wir freuen uns, uns mit Deutschland vor einer tollen Kulisse und in einem tollen Stadion messen zu dürfen.“

Rückkehr an den Ort der letzten Hoffnung
Für Schriebl und das Frauen-Nationalteam ist es zugleich eine Rückkehr, denn vor 14 Monaten standen sich beide Teams an selbem Ort und Stelle bereits gegenüber. Nach früher Führung durch Annabel Schasching setzten sich die Deutschen beim zweiten Länderspiel von Teamchef Alexander Schriebl noch mit 4:1 durch. „Wir konnten beim letzten Duell auch viele Situationen für uns positiv gestalten, haben Zweikämpfe gewonnen und konnten Deutschland mit einer gesunden Härte viel beschäftigen. Für morgen denke ich schon, dass wir uns auch in unseren Ballbesitzphasen die nötige Ruhe holen und eine gute Balance hinkriegen müssen“, so Schriebl im Rahmen des Abschlusstrainings.
Für das morgige, achte Duell, bei dem die ÖFB-Frauen noch auf den ersten Punkt warten, gilt: „In erster Linie wollen wir ein Gesicht zeigen wie gegen Norwegen, wo wir sehr diszipliniert waren, sehr leidenschaftlich gearbeitet uns gegenseitig auf dem Platz unterstützt haben. Das werden wir morgen genauso zeigen müssen. Das ist es auch, was wir verlangen“, so Schriebl abschließend.
Underdog-Rolle als psychologischer Vorteil
Mariella El Sherif ist trotz großer Außenseiterrolle von ihrem Team überzeugt: „Wir haben einen sehr guten Matchplan und diesen müssen wir zu einhundert Prozent von Beginn an umsetzen. Dann ist auch in so einem Spiel vieles möglich. Natürlich sind wir der Underdog, aber in solchen Spielen kann man überraschen. Als Außenseiter verspürt man weniger Druck und kann freier aufspielen. Wir kennen unsere Stärken und werden am Ende sehen, was nach 90 Minuten herauskommt. Wir müssen alles zeigen, was wir zur Verfügung haben.“
Nach der letzten Niederlage im vergangenen Sommer (0:6) in Wien gegen die DFB-Elf verfolgt die Bremen-Legionärin ein klares Ziel: „Die letzten Duelle mit Deutschland waren immer sehr eindeutig, vor allem das letzte Spiel in Wien war sehr hart. Wir wollen auf jeden Fall zeigen, dass wir das besser können.“
HSV-Legionärin Melanie Brunnthaler kann der Underdog-Rolle vor dem Kräftemessen mit der DFB-Elf durchaus Positives abgewinnen: „Ich mag die Außenseiterrolle, weil man in jedem Zweikampf zeigen kann, dass man da ist und den Gegner ärgern will. Deutschland geht mit Sicherheit von einem Sieg aus. Wir wollen alles daransetzen, es ihnen so schwer wie möglich zu machen.“

Mit Punktezwang und Vorfreude in das Duell
Claudia Wenger meint: „Die Vorfreude ist groß, gleichzeitig natürlich auch der Respekt vor einem sehr guten Gegner. Wir dürfen aber auch nicht zu viel Respekt haben und müssen mutig in das Spiel gehen. Wenn ich an das letzte Duell in Nürnberg denke, haben wir in den ersten 60 Minuten wirklich ein gutes Spiel gemacht, dann sind wir leider eingebrochen. Wir müssen einfach stabil stehen, unsere Kräfte gut einteilen für die 90 Minuten. Die Außenseiterrolle ist an sich nie etwas Schlechtes. Man hat weniger zu verlieren, aber in unserer Situation ist jedes Spiel mitentscheidend.“
Nach zwei knappen 0:1-Niederlagen zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Norwegen und in Slowenien wartet das Frauen-Nationalteam noch auf die ersten Punkte der Qualifikation.
