Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass PSV als klarer Favorit in die Saison gestartet ist. Die Mannschaft aus Eindhoven startete mit zwei Meisterschaften in Folge im Rücken in die Spielzeit, wobei der zweite Titel nach einer spektakulären Aufholjagd gelang, bei der PSV einen zweistelligen Punkte-Rückstand aufholte und Ajax den sicher geglaubten Titel noch entreißen konnte.
Starkes Transferfenster
Auch das Sommer-Transferfenster verlief erfolgreich: Peter Bosz konnte die meisten seiner Leistungsträger in Eindhoven halten. Ismael Saibari und Joey Veerman blieben ebenso wie Sergiño Dest, Ivan Perisic und Ricardo Pepi, der als Nachfolger von Luuk de Jong im Sturm vorgesehen war.
Einige große Verkäufe, darunter Malik Tillman (35 Mio. €), Noa Lang (25 Mio. €) und Johan Bakayoko (18 Mio. €), sorgten dafür, dass PSV im Gegensatz zu den Rivalen Ajax und Feyenoord mit prall gefüllter Kasse auf dem Transfermarkt agieren konnte. Ruben van Bommel kam von AZ, und eins der vieleversprechenden Talente der Bayern, Paul Wanner, wechselte überraschend nach Eindhoven – insgesamt investierte PSV 30,8 Millionen Euro.
Weitere Verstärkungen kamen mit Yarek Gasiorowski von Valencia, Alassane Plea von Borussia Mönchengladbach, Kiliann Sildillia von Freiburg, Dennis Man von Parma und Matej Kovar von Bayer Leverkusen per Leihe.
Noch stärkerer Start
Nach dem Gewinn der 15. "Johan Cruijff Schaal" (niederländischer Supercup) durch ein 2:1 gegen die Go Ahead Eagles startete PSV mit drei Siegen in Serie in die Eredivisie. Sparta (6:1), FC Groningen (2:0) und FC Twente (4:2) wurden besiegt, bevor der Aufsteiger Telstar nach Eindhoven kam und mit einem 2:0-Sieg für eine Sensation sorgte – es war Telstars erster Eredivisie-Sieg seit 1978.
Diese eine Niederlage schien die Mannschaft wachzurütteln. Nach der überraschenden Heimpleite blieb PSV in den nächsten 18 Ligaspielen ungeschlagen. Eine Serie von 13 Siegen in Folge beinhaltete ein 3:2 bei Feyenoord und den Rekord des 14. Auswärtssiegs in Serie. PSV baute diese Bestmarke auf 16 Auswärtssiege in Folge aus und ging mit einem Vorsprung von elf Punkten ins Jahr 2026.
Die Veerman-Achterbahnfahrt
Nachdem er in früheren Transferperioden einen Wechsel verwehrt bekam, spielte Joey Veerman eine überragende Hinrunde mit acht Toren und sieben Vorlagen. Das brachte ihn einem Wechsel zu Fenerbahçe sehr nahe, nachdem die Türken die Ausstiegsklausel im Vertrag des Mittelfeldregisseurs gezogen hatten.
Doch als alles auf einen Wechsel hindeutete, entschieden sich Veerman und die PSV um. Der gebürtige Volendamer blieb in Eindhoven, um die Saison zu Ende zu spielen und den dritten Eredivisie-Titel in Folge zu holen. „Wir werden mit dem gesamten Kader alles dafür tun, dass die zweite Saisonhälfte unvergesslich wird“, so Veerman in einem Statement.
Neben Veerman blieb auch Stürmer Ricardo Pepi in Eindhoven, nachdem PSV mehrere Angebote von Fulham abgelehnt hatte. Der Kern der Mannschaft blieb zusammen, sodass PSV mit besagten elf Punkten Vorsprung zur Saisonhalbzeit beste Chancen auf den dritten Titel in Serie hatte.
Meisterschaftsnerven
Nachdem die Rivalen Feyenoord und Ajax einen katastrophalen Start ins Jahr 2026 erwischten, setzte sich PSV früh ab und die Fans sangen bereits am 1. Februar vom Titel, als Feyenoord mit 3:0 besiegt wurde – alle drei Tore fielen in den ersten 18 Minuten. PSV baute den Vorsprung weiter aus, der Abstand betrug zu diesem Zeitpunkt bereits 17 Punkte und wuchs von Woche zu Woche.
Doch dann brach die Siegesserie von PSV mit einem 2:2 im Heimspiel gegen NAC Breda und weniger als zwei Wochen nach dem Sieg gegen Feyenoord folgte die zweite Saisonniederlage.
FC Volendam, ebenfalls ein Aufsteiger, setzte die beunruhigende Serie von PSV-Niederlagen gegen Neulinge fort: In Volendam verlor PSV durch ein Tor von Aurelio Oehlers in der 87. Minute mit 1:2. Plötzlich wirkte PSV nicht mehr unbesiegbar.

Es folgten wackelige Wochen, doch die Siege häuften sich schließlich wieder: Heerenveen (2:1), Heracles (3:1) und AZ (2:1) wurden in den drei Wochen nach der Niederlage besiegt. PSV lag nun 19 Punkte vorne – und dann kam die erste Chance, den 27. Eredivisie-Titel klarzumachen.
Über die Ziellinie gebracht
Doch Eindhoven nutzte die Gelegenheit nicht. Die Mannschaft von Peter Bosz zeigte Nerven und verlor zu Hause mit 2:3 gegen NEC Nijmegen. Die Nervosität wurde eine Woche später noch größer, auch wenn der Titel nach dem 1:1 von Feyenoord gegen Ajax am Sonntag ohnehin nicht hätte gewonnen werden können – im eigens verlegten Auswärtsspiel bei Telstar verlor PSV mit 1:3 und wurde damit als amtierender Meister zum ersten Mal seit 1958 dreimal in einer Saison von Aufsteigern besiegt.
Im dritten Anlauf klappte es dann endlich: Gegen den FC Utrecht gelang ein 4:3 nach Rückstand, sodass PSV nur noch darauf hoffen musste, dass Feyenoord am nächsten Tag gegen den FC Volendam Punkte liegen lässt. Die Mannschaft von Robin van Persie konnte in Volendam nichts ausrichten und spielte 0:0 gegen die Palingboeren – damit war PSV zum 27. Mal niederländischer Meister.
Der Titelgewinn ist der früheste nach Datum in der Geschichte der Eredivisie. PSV brach damit den eigenen Rekord aus dem Jahr 1978, als der siebte Meistertitel am 8. April feststand.
