Und alle wollen sie dabei sein, wenn der Oberligist aus dem Ortsteil der Gemeinde Kolkwitz im Landkreis Spree-Neiße auf die Sensation gegen den Bundesligisten brennt. "Beim ersten Vorverkauf im Sportlerheim stand eine Schlange wie zu tiefsten DDR-Zeiten, in Doppelreihe", verriet Ortsvorsteherin Jeannine Mau der Lausitzer Rundschau vor dem Erstrundenspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Sky).
"Eigentlich schwebt das schon über der ganzen Vorbereitung. Gefühlt wird nur über dieses Spiel gesprochen", sagte auch Torjäger Andy Hebler. Wie er die Mainzer knacken will? "Erst einmal haben sie eine lange Trainingswoche, dann müssen sie 600 Kilometer in den tiefsten Osten fahren. Wir haben schon aus Spaß gesagt: Jetzt noch die Kabine auf 40 Grad aufdrehen und ein paar gammlige Bananen reinlegen, damit die richtig genervt sind", sagte der 37-Jährige.
Pokal-Einnahmen fließen in die Infrastruktur
Letztlich, so Hebler, wolle Krieschow aber "ein guter Gastgeber" sein. Dabei verzichteten sie auf einen Umzug ins viel größere Stadion von Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus, den der VfB überraschend im Landespokalfinale mit 2:1 bezwungen hatte. Stattdessen richteten sie lieber ihren Sportpark, in dem bei Oberligaspielen sonst 250 Zuschauer Platz finden, für den großen Fußball-Zirkus her. 4000 Fans haben auf den provisorisch errichteten Konstruktionen Platz, 1000 Tickets gingen nach Mainz.
Unter der Aufsicht von Platzwart Benno Neupetsch laufen die Vorbereitungen seit der Auslosung Anfang Juni auf Hochtouren. Von den 211.886 Euro, die Krieschow für die Teilnahme an der ersten Pokalrunde bekommt, fließt viel in die Umbauten. "Ich glaube, Benno kann seit vier Wochen gefühlt nicht schlafen. Der schaut jeden Tag jeden Zentimeter des Rasens durch, wie hoch der ist und ob es da noch eine Unebenheit gibt, die begradigt werden muss", sagte Hebler, der mit seinem Sohn als Einlaufkind auf den Rasen gehen wird.
Zum Match-Center: VfB Krieschow vs. Mainz 05
Sein Sprössling, sagte der Stürmer, freue sich "natürlich, wenn er sich im Fernsehen sieht." Auch er selbst werde sich die Partie aufnehmen und "wahrscheinlich in den nächsten Wochen noch zwei-, dreimal angucken." Egal ob Sieg oder Niederlage, wobei Hebler optimistisch denkt. "Wie groß die Chance ist? Vielleicht ein Prozent, zwei Prozent, keine Ahnung. Ich will das auf jeden Fall sportlich angehen und diese kleinen Chancen, die wir vielleicht haben, nutzen." Möglicherweise, so der Angreifer, bekomme er ja "einen Freistoß und der geht rein".
