Nach der Lehrstunde im Prinzenpark beschwor der angeschlagene Arne Slot umgehend den Geist von Anfield. "Ich muss auf die Geschichte dieses Klubs verweisen, welchen Unterschied Anfield auf eine Leistung haben kann. Wir sind noch immer im Rennen", sagte Liverpools Teammanager nach dem noch schmeichelhaften 0:2 (0:1) im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain trotzig.
Slot steht unter Druck
Es war das verzweifelte Bemühen des 47 Jahre alten Niederländers, vor dem Rückspiel am Dienstag noch einmal alle Kräfte in einer bislang verkorksten Saison zu bündeln. "Wir brauchen unsere Fans, um uns zu helfen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der wir ein besseres Niveau erreichen können", betonte Slot, dem bei einem Ausscheiden in der Königsklasse die Entlassung droht.

Der Druck auf Slot habe sich "weiter erhöht", schrieb das Liverpool Echo, nachdem der englische Meister bei PSG chancenlos und mit zwei Gegentoren noch bestens bedient gewesen war. Der Finalort Budapest habe sich für die Reds "noch nie so weit entfernt angefühlt", schrieb das Blatt weiter. Das Selbstvertrauen von Virgil van Dijk, Florian Wirtz und Co. sei "womöglich auf einem Tiefpunkt angekommen".
Womöglich? Nur zwei Siege aus den vergangenen acht Spielen sprechen eine genauso deutliche Sprache wie 3:18 Torschüsse gegen PSG. "Wir sollten uns glücklich schätzen, dass wir nur 0:2 verloren haben", räumte Slot ein.

Allein die Hoffnung bleibt
Schon am Wochenende war der englische Meister beim 0:4 im FA-Cup-Viertelfinale bei Manchester City böse unter die Räder gekommen.
Entsprechend fiel es Kapitän van Dijk schwer, die Hoffnung auf ein Halbfinale gegen den Sieger des Duells zwischen dem FC Bayern und Real Madrid hochzuhalten. "Natürlich bin ich überhaupt nicht glücklich darüber, hier verloren zu haben", sagte der Abwehrchef: "Das einzig Positive ist, dass wir nächste Woche noch ein weiteres Spiel vor uns haben."

Ein Spiel, in dem Liverpool ein komplett anderes Gesicht zeigen muss, um nicht erneut an PSG – letzte Saison im Achtelfinale – zu scheitern. Im Prinzenpark sei sein Team "über weite Strecken im Überlebensmodus" gewesen. Man müsse nun "Wege finden, damit ihre Qualitäten nicht so sehr zur Geltung kommen", sagte Slot, schränkte aber gleich ein: "Das ist gegen dieses Team wirklich, wirklich schwer." Man habe nur noch deshalb ein Chance, "weil sie uns am Leben gelassen haben".
