Die Klub-WM im Sommer, die verkürzte Winterpause zum Jahreswechsel: Viel Zeit zum Luftholen hatten die Profis von Borussia Dortmund bei ihrem Fußball-Marathon bisher nicht.
"Es ist anscheinend unser Schicksal", sagte Julian Brandt mit Blick auf die zehnte Englische Woche des BVB in dieser Saison, die den Bundesliga-Zweiten am Montag nach London führte. Lachend meinte der Nationalspieler: "Da müssen wir uns fügen."
Immerhin haben es die Dortmunder selbst in der Hand, für ein paar kleine Verschnaufpausen zu sorgen. Mit einem Sieg in der Champions League bei Tottenham könnte der BVB unter die Top acht in der Ligaphase zurückkehren – und im letzten Vorrundenspiel am 28. Januar gegen Inter Mailand den direkten Einzug ins Achtelfinale perfekt machen.

Damit blieben Brandt und Co. die beiden Play-off-Partien im Februar erspart. Ein bisschen weniger Stress, bevor es in die entscheidende Saisonphase im Frühling geht.
Match-Center: Tottenham Hotspurs vs. Borussia Dortmund
BVB will sich an Ergebnissen messen lassen
"Das sind sehr wichtige Spiele jetzt in London und dann mit dem harten Brocken Mailand", sagte Brandt nach dem Last-Minute-3:2 gegen den FC St. Pauli.
Auch wenn es spielerisch knirscht – was die Resultate angeht, ist der BVB absolut im Soll. Von 27 Saisonspielen hat die Mannschaft von Trainer Niko Kovac nur drei verloren – eines in jedem Wettbewerb. "Wir schaffen es überwiegend, die Ergebnisse zu holen", betonte Brandt, "das ist es, woran uns jeder am Ende misst."

In der Königsklasse stünde der BVB noch besser da, hätte er nicht im letzten Spiel beim 2:2 gegen den krassen norwegischen Außenseiter FK Bodö/Glimt zweimal einen Vorsprung verspielt. "Das müssen wir in den nächsten beiden Spielen ausmerzen", forderte Sportdirektor Sebastian Kehl.
Krise bei Tottenham
Die Spurs haben in der Champions League bislang alle Heimspiele ohne Gegentor gewonnen. Allerdings schwächelt der Europa-League-Sieger des Vorjahres in der heimischen Liga im eigenen Stadion gewaltig. Beim 1:2 am Samstag gegen West Ham United setzte es bereits die sechste Heimpleite in der Premier League.
Als Tabellen-14. hinken die Londoner den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Trainer Thomas Frank droht nach nur einem halben Jahr der Rauswurf. Nach Informationen der "Times" wird über eine Entlassung des Dänen diskutiert – das Duell mit dem BVB könnte sein persönliches Endspiel sein.

