Mit zwei Toren in zwei Champions-League-Einsätzen für "Cimbom" scheint der im Winter aus Italien ausgeliehene Niederländer rechtzeitig seinen Rhythmus gefunden zu haben. Sein Doppelpack gegen Juventus markierte den eigentlichen Startschuss für seine Zeit in der Türkei und zeigte das enorme Potenzial des Angreifers. Jetzt, da die Herausforderungen größer werden, will Lang eine noch zentralere Rolle einnehmen und sein Team zu weiteren Erfolgen führen.
"Ein Spieler, für den man ins Stadion kommt"
Sein Abschied von Trainer Antonio Conte im Winter sorgte für viel Gesprächsstoff. Nach einer durchwachsenen Hinrunde bei Neapel, in der das Offensivtalent bei 18 Einsätzen nur einmal traf, waren die Erwartungen angesichts der Ablöse von 28 Millionen Euro enttäuscht worden.
Gekränkt, aber hochmotiviert, suchte Lang bei Galatasaray den Neuanfang. Gegen Juventus gelang ihm die prompte Antwort auf dem Platz. Doch der Flügelstürmer, der von sich selbst sagt, er sei ein Spieler, "für den die Fans ins Stadion kommen", steht nun vor der nächsten Reifeprüfung gegen Liverpool. Seine Fähigkeit, im Eins-gegen-Eins zu bestehen, das Tempo zu verschärfen und Räume in der Tiefe zu nutzen, wird entscheidend sein, um die Defensive der Reds zu knacken. Dass er sich bereits gut integriert hat, unterstrich er zudem mit einer Vorlage in der Süper Lig gegen Rizespor.
Dennoch bleibt die Konstanz sein größtes Manko. Während er im Hinspiel glänzte, blieb er im Rückspiel im Juventus Stadium blass: Er wirkte glücklos, gewann nur die Hälfte seiner Dribblings und kam zu keinem nennenswerten Abschluss.
Ein sportliches Paradoxon
Trotz seiner sichtbaren Klasse muss sich Lang immer wieder neu beweisen. Seit seiner Gala-Vorstellung kam er in fünf Pflichtspielen lediglich auf zwei Halbzeiten Einsatzzeit; im Derby gegen Beşiktaş (1:0-Sieg) saß er zuletzt über 90 Minuten auf der Bank.
Es ist ein Paradoxon: Die Erwartungen an ihn sind riesig, doch oft wechseln sich geniale Momente mit Phasen ab, in denen er komplett untertaucht. Um die Situation dauerhaft zu drehen, muss er mehr Konstanz und Einsatz zeigen – sei es in der Startelf oder als Joker, der von der Bank aus den Unterschied macht.
Trainer Okan Buruk scheint jedoch weiterhin auf das individuelle Talent des Niederländers zu setzen. Türkische Medien wie Fanatik.com berichten, dass nach dem Derby am Samstag ein Gespräch zwischen Trainer und Spieler stattfand, um Langs "entscheidende Rolle" für das Spiel am Dienstag zu definieren.
Noa Lang wird seine Chance bekommen. Nutzt er sie nicht, droht ihm jedoch erneut ein Platz auf der Tribüne. Andernfalls könnte dies der Beginn einer erfolgreichen Ära in Istanbul sein.
Zum Match-Center: Galatasaray SK vs. FC Liverpool
