"Nicht gut genug": City über Blamage in Norwegen verärgert – "Alles läuft gegen uns"

City-Trainer Pep Guardiola nach der Niederlage seines Teams in Bodö.
City-Trainer Pep Guardiola nach der Niederlage seines Teams in Bodö. Fredrik Varfjell / NTB via Reuters

Erling Haaland gratulierte bei seiner Heimkehr mit finsterer Miene den Sensationskickern von Bodö/Glimt, dann entschuldigte er sich bei den mitgereisten Fans für die Blamage. Der Norweger nahm nach seinem Abend zum Vergessen am nördlichen Polarkreis kein Blatt vor den Mund. "Wir sind Manchester City – so können wir nicht auftreten und keine Spiele gewinnen. Das darf nicht sein", wütete der Stürmerstar nach dem 1:3 (0:2) in der Champions League.

Ausgerechnet in der Heimat gab der Nationalheld den tragischen Nebendarsteller. "Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass ich keine Tore geschossen habe. Es ist peinlich", sagte Haaland selbstkritisch - und suchte vergebens nach Gründen: "Wir geben unser Bestes, aber offensichtlich fehlt etwas." Es sei "letztendlich nicht gut genug". Gerade einmal 57,5 Millionen Euro beträgt der Kaderwert von Bodö/Glimt, umso empfindlicher traf die Pleite das Milliarden-Ensemble von Pep Guardiola.

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Entsprechend hart ging die englische Presse mit den von zahlreichen Verletzungen geplagten Skyblues ins Gericht. "Jammer-City", titelte die Sun: "Eine demütigende Niederlage". Die BBC sah "eine der größten Überraschungen in der Geschichte der Champions League". Der Mirror schrieb von einer "Blamage" und "Sorgen um Erling Haaland". In der Tat steht der Goalgetter als Sinnbild für die derzeitige Krise in Manchester.

Ex-Frankfurter wird zum City-Gespenst

Haaland gelang in den vergangenen acht Partien lediglich ein Treffer – am 7. Januar verwandelte er einen Elfmeter gegen Brighton. Quasi synchron mit dem Torjäger schlitterte die gesamte Mannschaft in die Krise. Von den sieben Pflichtspielen in diesem Jahr wurden lediglich die beiden Pokalspiele gewonnen, in der Liga gab es drei Remis sowie die Derby-Niederlage gegen Manchester United. Entsprechend ist Arsenal bereits um sieben Punkte enteilt. Nun droht auch in der Königsklasse ein Umweg.

Für den direkten Einzug ins Achtelfinale wird es am kommenden Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) neben einem eigenen Sieg gegen Galatasaray Istanbul auch Schützenhilfe brauchen. "Seit Beginn des neuen Jahres läuft in vielen, vielen Dingen alles gegen uns", sagte Teammanager Guardiola. Blitz-Doppelpacker Kasper Högh (22./24.) und der frühere Frankfurter Jens Petter Hauge mit einem Traumtor (58.) schossen Bodö/Glimt bei minus neun Grad auf Kunstrasen zum ersten Sieg in der Champions League.

"Es war eine unglaubliche Chance für uns", haderte Guardiola: "Wir haben das Gefühl, dass alles, was schiefgehen kann, in vielen, vielen Details auch schiefgeht. Das ist eine Tatsache, und man muss versuchen, das zu ändern." Bestenfalls schnellstmöglich.