Die Stimmung angespannt, die Nummer eins verletzt - und nun ein Härtetest im Hexenkessel: Bayer Leverkusen will die Champions League nach einem kapitalen Fehlstart ins neue Jahr für den dringend benötigten Turnaround nutzen. "Wir müssen einen Gang höher schalten", forderte Sportchef Simon Rolfes, der im kniffligen Auswärtsspiel bei Olympiakos Piräus eine "heiße Atmosphäre" erwartet.
Und in dieser muss die Werkself am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) bestehen, wenn es mit dem vorzeitigen Einzug in die anvisierten Play-offs klappen soll. Zwei Spieltage vor Ende der Ligaphase haben die Rheinländer neun Punkte auf dem Konto, in der Vorsaison reichten elf Zähler für einen Platz in der K.o.-Runde. Ein Sieg soll also her - doch dafür muss sich Bayer nach zwei schmerzhaften Bundesliga-Niederlagen gegen direkte Konkurrenten zum Jahresstart und dem Absturz auf Rang sechs mächtig steigern.
Match-Center: Olympiakos Piräus vs. Bayer Leverkusen
Hjulmand "positiv"
"Wir haben immer gesagt, dass wir in dieser Saison nicht so stabil sein können. Wir haben eine gute Mannschaft, aber die muss weiter wachsen", sagte Rolfes, der es als "nicht verwunderlich" bezeichnete, "dass wir ab und zu Niederlagen einstecken". Besorgniserregend war dabei eher die Art und Weise, wie die Pleiten gegen den VfB Stuttgart (1:4) und bei der TSG Hoffenheim (0:1) zustande gekommen waren.
Keine Intensität, wenig Ideen, fehlende Kompaktheit: Die Mängelliste beim Team von Trainer Kasper Hjulmand ist lang. Zu allem Überfluss fällt auch noch Stammkeeper Mark Flekken, einer von wenigen Anführern beim deutschen Vizemeister, "längerfristig" mit einer Bänderverletzung im rechten Knie aus. Damit bekommt höchstwahrscheinlich Janis Blaswich in der griechischen Hafenstadt seine nächste Bewährungschance.
Und mit dem 34-Jährigen als Rückhalt soll ein Platz unter den Top 24 der Königsklasse gesichert werden. Auf ein "Endspiel" um die K.o.-Phase gegen den FC Villarreal in der kommenden Woche hat im Rheinland nämlich niemand Lust. "Wir sind positiv", betonte Hjulmand, für dessen Mannschaft die Königsklasse eine kleine Wohlfühloase darstellt: In den vergangenen drei Spielen gab es sieben Punkte.
