"Das", warnte auch Bianca Rech nach dem 2:1 (0:1) im Rückspiel gegen Manchester United, "darf uns im Halbfinale nicht passieren. Wir müssen lernen, dass wir von der ersten Sekunde an da sind." Dennoch sprach die Klubdirektorin nach dem ersten Vorstoß unter die Top 4 der Königsklasse seit fünf Jahren ganz offen vom großen Wurf.
Zum Match-Center: FC Bayern vs. Manchester United
"Träumen darf man", sagte Rech mit leuchtenden Augen, "und man darf auch den Glauben daran haben, dass wir Barcelona ärgern können." Der Topfavorit galt schon vor seinem Rückspiel gegen Real Madrid dank eines 6:2-Polsters als sicherer Gegner für die Vorschlussrunde (25./26. April und 2./3. Mai). Ein gutes halbes Jahr nach der 1:7-Demütigung in der Ligaphase bei den Katalaninnen fühlen sich die Bayern bereit für die Revanche.
Bayern freut sich auf Rückkehrerinnen
Seit dieser "größten Lehrstunde", sagte Dallmann, die gegen United spät zum Sieg getroffen hatte (84.), "haben wir uns extrem weiterentwickelt". Rech schwärmte von der "Qualität" und der "Überzeugung" der Mannschaft, vom "Zug zum Tor" und Anführerinnen wie Pernille Harder ("Die will das!") oder Momoko Tanikawa ("Was die auf den Platz zaubert!").
Für die Chefin ist klar: An jenem schwarzen Oktober-Abend bei Barca "waren wir sicherlich noch nicht auf dem Niveau unterwegs wie wir es jetzt sind". Dass Säulen wie Klara Bühl, Katharina Naschenweng und Jovana Damjanovic bis zum Halbfinale zurückerwartet werden, verbessert die Chancen noch.
Diese Bayern, betonte Kapitänin Glodis Viggosdottir, die den wichtigen Ausgleich besorgt hatte (81.), hätten "so viel Herz, so viel Talent" - und den passenden Trainer. "Jose glaubt an uns", bekräftigte Dallmann, und diesen Glauben habe er ihnen in der Pause eingeimpft. Danach, sagte der Spanier, "haben wir die beste Version meiner Mannschaft gesehen".
Barcala: Bayern kennt "keine Grenze"
Rech würdigte Barcalas "große Rolle" auf dem Weg in Richtung europäische Spitze. Sichtlich stolz sprach sie von einem "kleinen Ausrufezeichen für den deutschen Fußball" und einem "großartigen Schritt für uns als Verein". Für den großen Coup braucht es aber eine weitere Steigerung - Barcala glaubt daran.
Seine Elf, sagte er, "kennt keine Grenze. Wie sie sich coachen, wie lernwillig sie sind - mit dieser Einstellung gibt es keine Decke. Die Entwicklung dieser Mannschaft ist unaufhaltsam."
Und träumen erlaubt.
