EXKLUSIV | Pafos-Kapitän Goldar glaubt an CL-Weiterkommen – Titelfavorit? Bayern!

David Goldar während des Spiels im Juventus Stadium im Dezember
David Goldar während des Spiels im Juventus Stadium im DezemberČTK / imago sportfotodienst / BEAUTIFUL SPORTS/Carabelli

Am Vorabend des alles entscheidenden Spiels gegen Slavia Prag sprach der Kapitän von Pafos mit Flashscore News über das europäische Märchen des zypriotischen Klubs: den Traum von den Playoffs, die Nächte in der Champions League, die Duelle mit Bayern, Chelsea und Juventus, das Erbe von Luis Enrique und den enormen Wert der Erfahrung eines David Luiz.

Vom langen Weg über die Plätze der spanischen Provinz bis auf die größte Bühne Europas: David Goldar, ausgebildet in der Jugend von Celta Vigo und einst unter Luis Enrique aktiv, fand auf Zypern seine sportliche Bestimmung. In Pafos wurde er nicht nur zur zentralen Figur, sondern auch zum Symbol der größten Überraschung dieser Champions-League-Saison.

Im Sommer 2023 an die Mittelmeerküste gekommen, gewann er innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren Pokal und Meisterschaft, übernahm die Kapitänsbinde und führte einen erst 2014 gegründeten Verein mit ruhigem Charisma in die Ligaphase des wichtigsten europäischen Wettbewerbs.

Am morgigen Abend empfängt Pafos Slavia Prag zum letzten Spiel der Champions-League-Hauptrunde. Die Ausgangslage ist schwierig, die Hoffnung auf die Playoffs lebt – dafür braucht es drei Punkte und ein wenig Glück.

Wir sprachen mit dem galicischen Verteidiger über diesen außergewöhnlichen Weg, über die Herausforderungen eines Spiels, das man nicht verpassen darf, über Duelle mit Europas Elite, das Projekt Pafos, den Einfluss von Luis Enrique und die Bedeutung eines Europameisters wie David Luiz in der Kabine.

Do-or-Die-Spiel gegen Slavia Prag

Herr Goldar, vor dem letzten Spieltag besteht noch eine kleine Chance, unter die ersten 24 zu kommen. Mit welcher Einstellung geht Pafos in dieses entscheidende Spiel gegen Slavia Prag?

"Mit derselben Haltung wie in allen Champions-League-Partien: Wir wollen unser Bestes geben. Uns fehlt die Erfahrung der großen Klubs, aber wir treten jedem Spiel mit großer Begeisterung und maximalem Einsatz entgegen. Die Chancen sind gering, doch solange die Möglichkeit besteht, werden wir bis zum Schluss kämpfen."

Zum Match-Center: Pafos SC vs. Slavia Prag

Die Tabelle der CL-Ligaphase
Die Tabelle der CL-LigaphaseFlashscore
Platz 24 reicht zur Qualifikation für das Achtelfinale
Platz 24 reicht zur Qualifikation für das AchtelfinaleFlashscore

Die Qualifikation hängt nicht allein von Ihnen ab. Wie geht man mental mit einem Spiel um, in dem man zuerst seine Pflicht erfüllen und dann abwarten muss?

"Unser Ansatz bleibt unverändert. Wir bereiten uns darauf vor, gegen die besten Mannschaften Europas zu spielen. Das haben wir in dieser Saison bewiesen. Unser Ziel ist es zu gewinnen. Wenn am Ende noch eine zusätzliche Belohnung dazukommt, umso besser. Aber wir können es uns nicht leisten, in der Champions League auch nur ein Spiel herzuschenken."

Slavia Prag ist zwar bereits ausgeschieden, kommt aber aus einem starken Spiel gegen Barcelona. Was erwarten Sie für einen Gegner?

"Wir haben selbst bei Chelsea an der Stamford Bridge gezeigt, dass wir mithalten können. Wir wissen, dass unser Niveau stimmt. Vor Slavia haben wir großen Respekt, wie vor jedem Gegner in diesem Wettbewerb."

Goldar: Bayern spielt "auf einem anderen Niveau"

Slavia hatte mehr Zeit zur Vorbereitung. Ist das ein Vorteil für sie?

"Sie hatten mehr Ruhe, ja, dafür aber auch weniger Spielpraxis. Für uns sind Demut und Respekt entscheidend, kombiniert mit Ehrgeiz, Hunger und der Bereitschaft, alles zu geben."

Wo sehen Sie mögliche Ansatzpunkte im Spiel gegen Slavia?

"Sie sind ein sehr komplettes Team. Wir müssen im Ballbesitz konsequent sein, Räume klug nutzen und zugleich defensiv sehr kompakt und aggressiv auftreten. Unser Ziel ist klar: Wir wollen dieses Spiel gewinnen."

Sie haben gegen Bayern, Chelsea und Juventus gespielt. Welche Mannschaft hat Sie am meisten beeindruckt?

"Ganz klar Bayern. Für mich spielen sie auf einem anderen Niveau – technisch, taktisch und mental. Besonders beeindruckt hat mich ihre Wettbewerbsmentalität. Ich hatte die Aufgabe, Harry Kane zu verfolgen, wenn er sich zwischen die Linien fallen ließ.

Doch was mich am meisten überraschte, war seine Defensivarbeit: Er ging mit höchster Intensität in Zweikämpfe, selbst aus 40 Metern Entfernung. Wenn sich der beste Stürmer der Welt so verhält, weiß man, wie schwer diese Mannschaft zu schlagen ist. Meine Bewunderung für Kane war groß – nach diesem Spiel ist sie noch gewachsen."

Ist PSG unter Luis Enrique für Sie ein Favorit auf den Champions-League-Titel?

"Nach allem, was ich über Bayern gesagt habe, sehe ich sie leicht vorne. Aber PSG ist auf demselben Niveau. Ich hoffe sehr, dass Luis Enrique mit seinem Team triumphiert – aus persönlicher Verbundenheit und aus großer Bewunderung für seine Art, Fußball zu denken und zu führen."

Was zeichnet die Methode von Luis Enrique aus?

"Gerade für junge Spieler ist er enorm prägend. Er ist zuerst Mensch, dann Trainer – eine natürliche Führungspersönlichkeit. Seine Stärke liegt in der Klarheit: Wenige, einfache Konzepte, klar vermittelt, reichen aus, um ein Spiel zu lenken. Diese Philosophie begleitet ihn bis heute."

David Goldar im Trikot von Celta Vigo
David Goldar im Trikot von Celta VigoMIGUEL RIOPA / AFP

Die Niederlagen gegen Juventus und Chelsea kamen erst spät. Überwiegt Stolz oder Bedauern?

"Ganz klar Stolz. Wir sind nicht in die Champions League gegangen, um Erinnerungsfotos zu sammeln, sondern um uns mit den Größten zu messen – und das ist uns gelungen. Wer überrascht war, kennt vermutlich das wahre Niveau des zypriotischen Fußballs nicht."

Welchen Eindruck hat Juventus bei Ihnen hinterlassen?

"Ein großartiges Spiel, ein beeindruckendes Stadion und eine sehr starke erste Halbzeit von uns. Manuel Locatelli hat mich besonders beeindruckt – auf und neben dem Platz. Er ist der Kopf dieser Mannschaft, ein echter Anführer mit Eleganz."

Wie wichtig ist David Luiz für die Mannschaft?

"Seine Karriere spricht für sich. Seine Erfahrung ist für uns enorm wertvoll, besonders für die jungen Spieler. Er gibt sein Wissen weiter, ist immer hilfsbereit und ein echtes Vorbild."

Hat Pafos bereits Geschichte geschrieben oder ist noch mehr möglich?

"Die Mannschaft weiß, dass sie etwas Besonderes erreicht hat. Aber wir wollen weiter wachsen. Es ist schwer, an die Spitze zu kommen – dort zu bleiben ist noch schwerer. Als Kapitän möchte ich vermitteln, dass wir unseren Fans weiterhin magische Nächte schenken müssen. Wir dürfen uns nicht mit Erinnerungen zufriedengeben."

Ist eine mögliche Playoff-Qualifikation ein Endpunkt oder ein Anfang?

"Ganz klar ein Prozess. Wir haben viel erreicht, aber wir wollen nicht stehen bleiben. Bescheidenheit und Ehrgeiz müssen Hand in Hand gehen."

Und wo steht David Goldar persönlich?

"Ich genieße diese Phase meiner Karriere sehr. Ich bin stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein und zur Geschichte dieses Vereins beigetragen zu haben. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt – aber ich habe gezeigt, dass ich mit den Besten in Spanien und Italien mithalten kann. Als Kind träumt man von großen Ligen und der Champions League. Einige dieser Träume sind bereits wahr geworden."

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