Der eindrucksvolle 4:1-Erfolg war ein echtes "Das muss man erlebt haben"-Spiel und wird allen Newcastle-Fans, die ein Ticket ergattern konnten, noch lange im Gedächtnis bleiben.
Wie sich später herausstellte, markierte diese Partie allerdings auch den Höhepunkt des Champions-League-Abenteuers der Magpies in jener Saison. Verletzungen und Formschwankungen führten dazu, dass der Premier-League-Klub die Gruppe F als Tabellenletzter abschloss und komplett aus dem europäischen Wettbewerb ausschied.
Nun hat es das Fußballschicksal so gewollt, dass sich beide Teams in der letzten Partie der Ligaphase der Saison 2025/26 erneut gegenüberstehen. Da sich die besten acht Mannschaften direkt für die K.-o.-Runde qualifizieren, ist vor dem letzten Spieltag weiterhin alles offen – zumal PSG und Newcastle mit nahezu identischen Bilanzen in dieses Duell gehen.
Identische Ausgangslage in der CL
Paris Saint-Germain liegt mit 13 Punkten und einer Tordifferenz von +10 auf Rang sechs, Newcastle folgt mit exakt denselben Werten direkt dahinter. Beide Teams haben gleich viele Tore erzielt und kassiert.
Zum Match-Center: Paris Saint-Germain vs. Newcastle United
Brisant ist jedoch die Gesamtsituation: Sechs weitere Klubs lauern ebenfalls mit 13 Punkten, drei weitere liegen mit 11 oder 12 Zählern in Schlagdistanz. Ein sicheres, direktes Weiterkommen ist also nur dann gewährleistet, wenn PSG oder Newcastle gewinnen – und dabei idealerweise auch die Tordifferenz verteidigen.

Gespielt wird im Parc des Princes, wo sich beide Teams beim letzten Aufeinandertreffen mit einem 1:1 trennten. Damals glich Kylian Mbappé per umstrittenem Handelfmeter in der 98. Minute die Führung von Alexander Isak aus. Beide Akteure sind inzwischen weitergezogen: Mbappé zu Real Madrid, Isak zu Liverpool.
Mit zwei Siegen und nur einer Niederlage im bisherigen Heimverlauf der laufenden Champions-League-Saison ist das Team von Luis Enrique erneut ein äußerst unangenehmer Gegner. Dennoch zeigt die jüngste Form leichte Schwächen: Zwei Niederlagen in den letzten sechs Pflichtspielen, darunter zuletzt das Champions-League-Spiel gegen Sporting, werfen Fragen auf.
Gordon in Torlaune
Newcastle blickt in den letzten sechs Partien auf eine ausgeglichene Bilanz aus zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen zurück – bei jeweils zehn erzielten und kassierten Treffern. Besonders bemerkenswert: In jedem Champions-League-Spiel dieser Saison gelang den Magpies mindestens ein Tor.
Anthony Gordon präsentiert sich dabei in bestechender Form und gehört mit sechs Treffern zu den treffsichersten Spielern des Wettbewerbs. Gemeinsam mit Erling Haaland und Victor Osimhen belegt er aktuell Rang drei der Torschützenliste der Saison 2025/26.
Ein Blick in die Statistik dürfte Eddie Howe allerdings eher weniger gefallen: Newcastle konnte nur eines der letzten zehn Auswärtsspiele gegen französische Teams gewinnen (fünf Niederlagen, drei Unentschieden). Auch PSG kann auf eine lange Historie gegen englische Klubs zurückblicken – es ist bereits das 16. Heimspiel gegen ein Team von der Insel. Achtmal siegten die Pariser, viermal endete die Partie remis, viermal gingen sie als Verlierer vom Platz. In 14 dieser 16 Spiele trafen beide Mannschaften mindestens einmal.
Verletzungssorgen auf beiden Seiten
Personell müssen die Magpies auf mehrere Stammkräfte verzichten: Fabian Schär, Tino Livramento, Emil Krafth und Jacob Murphy stehen definitiv nicht zur Verfügung. Auch Joelinton ist fraglich, könnte aber ebenso wie Kapitän Bruno Guimarães noch kurzfristig zur Mannschaft stoßen.

Bei PSG fehlen Kang-In Lee und João Neves voraussichtlich komplett, nachdem sie zuletzt mehrere Spiele verpasst hatten. Nuno Mendes und Fabián Ruiz wurden im Ligaspiel gegen Auxerre geschont und könnten ebenfalls pausieren. Auch Désiré Doué und Ousmane Dembélé kamen dort nicht zum Einsatz – vermutlich eine bewusste Entscheidung von Luis Enrique mit Blick auf dieses Schlüsselspiel. Achraf Hakimi hingegen könnte nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup erstmals im neuen Jahr wieder für seinen Verein auflaufen.
Vitinha im Fokus
Taktisch dürfte das Duell hochspannend werden. Es ist kein klassisches "Alles-oder-nichts"-Spiel wie früher am letzten Gruppenspieltag, da beide Teams zumindest einen Playoff-Platz bereits sicher haben. Dennoch ist der Anreiz groß, sich durch ein direktes Weiterkommen zusätzliche Spiele zu ersparen – gerade angesichts des dichten nationalen Spielplans.
Für Newcastle könnte ein Spieler besonders entscheidend sein: Vitinha. Der portugiesische Mittelfeldmotor ist weiterhin der zentrale Taktgeber im Spiel der Pariser und bestimmt mit seiner Passsicherheit und Übersicht das Tempo im Mittelfeld.

Alles deutet auf einen intensiven, hochklassigen Champions-League-Abend hin. Da alle Parallelspiele zeitgleich angepfiffen werden, ist es durchaus möglich, dass die endgültige Entscheidung tatsächlich erst mit dem allerletzten Schuss des Abends fällt.

