"Wirbelwind" mit "Chaos-Kreativität": Nächste Show von Luis Díaz gegen Leipzig?

Luis Diaz (l.) war der herausragende Spieler für Bayern gegen Hoffenheim.
Luis Diaz (l.) war der herausragende Spieler für Bayern gegen Hoffenheim.REUTERS/Heiko Becker

Mit dem unterschriebenen Spielball unter dem Arm schlenderte Luis Díaz glücklich aus der Arena in die Münchner Nacht. Die rote Kapuze seines Klub-Hoodies hatte der Kolumbianer tief ins Gesicht gezogen. Denn reden mochte der 29-Jährige über seine beeindruckende Show beim 5:1 (3:1) des FC Bayern im Topspiel gegen die TSG Hoffenheim nicht - das übernahmen Andere. Und die gerieten ins Schwärmen, längst sind die anfänglichen Zweifel am 75-Millionen-Transfer verflogen.

Trainer Vincent Kompany würdigte "diese Chaos-Kreativität" seines umtriebigen und wuchtigen Flügelspielers, der an allen fünf Treffern beteiligt war. Für Sportvorstand Max Eberl war Díaz "der Schlüsselspieler, der den Unterschied gemacht hat". Dabei hatte es durchaus Kritik gegeben, als der deutsche Rekordmeister im Sommer so viel Geld für einen Spieler ausgab, der zum Zeitpunkt des Wechsels schon 28 Jahre alt war.

Darauf angesprochen schmunzelte Eberl nur und erwiderte entspannt: "Wir haben genau hingeschaut. Luis hat in Liverpool einen riesigen Unterschied gemacht in einer Mannschaft, die sehr erfolgreich war. Das setzt er nahtlos hier beim FC Bayern fort." Díaz spiele mit "unglaublich viel Herz, Herzblut und Bereitschaft".

Frag nach bei Hoffenheim. Díaz erzielte nicht nur selbst drei Treffer (45.+2, 62., 89.), sondern holte auch die Elfmeter heraus, die Torjäger Harry Kane jeweils souverän verwandelte (20., 45.). Er sei ein "echter Wirbelwind, einfach nur eindrucksvoll", lobte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und stellte heraus, dass Díaz zudem "extrem mannschaftsdienlich" agiere.

Der kolumbianische Nationalspieler, der bei bereits 18 Treffern in 30 Pflichtspielen für die Bayern steht, kommt aber nicht nur wegen seiner sportlichen Qualitäten gut an. "Was der abreißt, ist überragend. Er ist ein super Typ", betonte Nationalspieler Aleksandar Pavlovic.

Eberl sieht immer noch "Luft nach oben"

Nicht nur bei Díaz soll es so weitergehen. Nach zwei Ausrutschern wähnen sich die Bayern vor dem Pokal-Viertelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD, Sky und Flashscore-Audioreportage) gegen RB Leipzig wieder in der Spur. "Wir sind Tabellenführer, wir sind noch im DFB-Pokal und unter den Top Acht in der Champions League. Das ist ein guter Moment für uns. Jetzt beginnt die eigentliche Saison – und wir müssen von hier aus weitermachen und sehen, wer mithalten kann", sagte Kane bei DAZN. Man habe, ergänzte Dreesen, "am Ende des Tages dann doch ein Statement mit diesem Sieg gesetzt".

Dennoch: Euphorisch war die Stimmung keineswegs. Man habe Dortmund als Verfolger "wahrgenommen. Sie spielen eine herausragende Saison", sagte Eberl und betonte: "Wir müssen jetzt unsere Spiele gewinnen." Und auf diesem Weg sieht der Sportvorstand durchaus noch "Luft nach oben".

Bei Luis Díaz geht es dagegen kaum besser.