Vor Bundesliga-Gipfel in Dortmund: Sechs Topspiel-Köpfe für letzte BVB-Chance

Die Bayern um Top-Stürmer Harry Kane (2. v. r.) wollen ihre Dominanz im Klassiker untermauern.
Die Bayern um Top-Stürmer Harry Kane (2. v. r.) wollen ihre Dominanz im Klassiker untermauern.REUTERS/Fabian Bimmer

Borussia Dortmund empfängt den FC Bayern am Samstag (18.30 Uhr/Sky) zum Bundesliga-Topspiel. Bei einem Sieg hätte der BVB nur noch fünf Punkte Rückstand - bei zehn ausstehenden Spielen. Eine Niederlage wäre aber gleichbedeutend mit der Entscheidung im Titelkampf. Der SID benennt je drei Köpfe auf beiden Seiten, auf die es ankommen dürfte.

NIKO KOVAC

Sein Gegenüber Vincent Kompany wird von den Bayern als "Sechser im Lotto" (Präsident Herbert Hainer) bezeichnet, die beeindruckende Anti-Rassismus-Rede des Belgiers erntete weltweit Respekt, auch sportlich hat Kompany in München längst alle überzeugt. Kovac tut sich um einiges schwerer, das bittere Champions-League-Aus kratzt auch am Coach, sein abwartender Spielstil gefällt nicht jedem. Eine Klassiker-Pleite könnte die Zweifel am Ex-Münchner mehren - und den Status von Kompany noch einmal erhöhen.

NICO SCHLOTTERBECK

Anfang Februar, damals bei sechs Punkten Rückstand, hatte der 26-Jährige den "Angriff" auf die Bayern ausgerufen. Viel mehr als die Kampfansage des Nationalspielers aber bewegt die BVB-Fans dessen ungeklärte Zukunft. Das Aus in der Königsklasse dürfte die Chancen auf einen Verbleib nicht erhöht haben. Schlotterbeck hat die jüngsten vier Spiele gesperrt oder angeschlagen verpasst, ist aber wieder fit - für seinen vorerst letzten Bundesliga-Gipfel? Die Entscheidung soll im März fallen. Zuletzt hatte es sogar Gerüchte in Richtung FC Bayern gegeben - die sollten aber nach der Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano in München hinfällig sein.

KARIM ADEYEMI

Acht Spiele, ein Tor - so lautet die Bilanz des Flügelstürmers gegen die Bayern, bei denen er einst in der Jugend kickte. Nicht berauschend. Immerhin: Sein Treffer beim 2:0 in München vor zwei Jahren verhalf dem BVB zum einzigen Sieg in den jüngsten zwölf Duellen (acht Niederlagen). Was Adeyemi zu leisten imstande ist, zeigte er auch in Bergamo; sein Traumtor brachte die Borussia an den Rand der Verlängerung. Um sich einen Platz im WM-Kader zu sichern, muss er seine Wankelmütigkeit ablegen und dauerhaft Leistung bringen - am besten auch am Samstag.

MANUEL NEUER

Der Bayern-Kapitän gibt nach seiner Wadenverletzung Vollgas, um pünktlich zum Topspiel fit sein. Es wäre bereits das 45. Duell von Neuer mit dem BVB - und womöglich auch sein letzter Auftritt vor der legendären Südtribüne. Am 27. März wird der Torwart 40, rund um diesen Tag soll dann auch Neuers Zukunft geklärt werden. Noch ist offen, ob der Weltmeister von 2014 seine beeindruckende Karriere im Sommer beenden oder doch noch eine Saison anhängen wird. Doch erst einmal zählt für Neuer nur das Dortmund-Spiel - und der 27. Sieg gegen die Borussia.

HARRY KANE

Frühestens im April werde er sich über den historischen Rekord von Robert Lewandowski mal Gedanken machen, sagte Kane zuletzt gelassen. Doch wenn einer die unglaublichen 41 Saisontreffer des Polen aus der Saison 2020/2021 übertreffen kann, dann ist es der 32 Jahre alte Engländer. Schon jetzt hat er in 22 Ligaspielen 28 Mal getroffen, insgesamt sind es gewaltige 128 Tore in 132 Pflichtspielen für die Bayern. Quoten, die an Gerd Müller oder eben Lewandowski erinnern. Umso mehr wird Kane auch im Topspiel im Fokus stehen. Beim BVB ruhen die Hoffnungen auf Torjäger Serhou Guirassy (BL-Saison 22/11, für Dortmund insgesamt 85/54), der allerdings von den Werten seines überragenden Münchner Konkurrenten nur träumen kann.

JAMAL MUSIALA

Der Zauberfuß ist sieben Monate nach seiner Horror-Verletzung endgültig wieder zurück im Geschehen. Gerade in der heißen Saisonphase soll der 23-Jährige eine Hauptrolle übernehmen. "Wir werden ihn noch brauchen in den großen Spielen, wenn wir was erreichen wollen", sagte Sportvorstand Max Eberl. Doch der Jungstar, auf dem die deutschen Hoffnungen auch bei der WM ruhen, will sich nicht zu viel Druck machen. Er sehe zwar "von Woche zu Woche die Schritte nach vorne. Aber ich habe durch die Verletzung auch Geduld gelernt."

Zum Match-Center: Borussia Dortmund vs. FC Bayern