Verbal lässt der Trainer dabei weiter keinen Zweifel an einer bevorstehenden Wende. Vor der brisanten Bundesliga-Partie im hohen Norden bemühte er passenderweise eine Segel-Metapher. "Der Wind dreht sich, die Frage ist nur wann. Er wird sich nur dann nicht drehen, wenn du nachlässt. Und das tun die Jungs nicht", sagte Kwasniok.
Zum Match-Center: Hamburger SV vs. 1. FC Köln
Auch sein Glaube bleibe "unerschütterlich" - trotz der fehlenden Punkte. Als Mutmacher dienen die Leistungen. Zuletzt unterlag man trotz Unterzahl Borussia Dortmund nur knapp (1:2). Es sei "wichtiger, auf die Performance zu schauen, statt in Hysterie zu verfallen", betonte Kwasniok.
Kwasniok: Köln will an Hinspielsieg gegen HSV anknüpfen
Lange sollte die Wende aber nicht mehr auf sich warten lassen. Die Kölner sind nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen und nur zwei Siegen aus 16 Partien in akuter Abstiegsgefahr. Nur die vergleichsweise gute Tordifferenz lässt den FC punktgleich mit dem Relegationsplatz noch oberhalb der Abstiegszone stehen.
Beim HSV müssen wie beim 4:1-Heimsieg im Hinspiel dringend mal wieder drei Punkte her. Auch wenn sich die Vorzeichen seitdem "ein wenig gedreht" hätten, sieht Kwasniok sein Team "sehr wohl in der Lage, dort zu bestehen".
Nach dem Hinspiel lag der FC sechs Punkte vor dem HSV. Nun könnten die Hamburger mit einem Sieg schon fast alles klar machen im Kampf gegen den Abstieg. Nach dann 26 Spieltagen hätten sie mehr Zähler auf dem Konto (32) als in der kompletten Abstiegssaison 2017/18 – und auch acht Punkte mehr als der FC.
Kwasniok gibt sich von der zunehmend angespannten Lage unberührt. "Das macht mit mir recht wenig", behauptete der 44-Jährige. Dass er sich aber sehr wohl mit der Thematik beschäftigt, wurde deutlich, als er eine Liste der Trainerentlassungen im Tabellenkeller vortrug. Es seien die fünf Klubs gewesen, die von ihrer prekären Situation "überrascht" gewesen seien.
FC ordnet Dinge "sachlich und ruhig" ein
Die anderen fünf, zu denen auch Köln zählt, seien dagegen "wohlwissend, um was es geht" in die Saison gegangen, erklärte der Trainer: "Und wenn du das weißt, dann sollte unser Augenmerk darauf liegen, das gemeinsam zu schaffen." Den Klassenerhalt.
Er habe "zu 100 Prozent das Gefühl, dass wir bereit sind, hier einen Weg zu gehen", sagte Kwasniok: "Was ich an der Chefetage und insbesondere an Kess (Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, d.Red.) schätze, ist einfach die Tatsache, dass wir Dinge sachlich und ruhig einordnen."
Ein Sieg in Hamburg wäre dennoch extrem wichtig, damit die Einordnung nicht zeitnah doch zu Kwasnioks Ungunsten ausfällt.
