Spätes Drama: Aufsteiger Ried spielt gegen Rapid um Europa

Kingstone Muandwa (rechts vorne) bejubelt das Siegtor.
Kingstone Muandwa (rechts vorne) bejubelt das Siegtor.ČTK / imago sportfotodienst / Lukas Biereder

Die SV Ried hält den Traum von Europa am Leben: In einem intensiven Duell mit dem WAC trifft Kingstone Mutandwa doppelt und avanciert mit seinem Last-Minute-Tor zum Matchwinner. Nachdem Marco Sulzner kurz vor Schluss ausgleicht, sorgt Mutandwa in der Nachspielzeit für den umjubelten 2:1-Endstand und lässt die Rieder Arena beben.

Was für ein Finish! Nachdem der Wolfsberger AC eine späte Führung des SV Ried kurz vor Schluss ausgleicht, siegt der Aufsteiger durch ein Last-Minute-Tor von Kingstone Mutandwa doch noch und sichert sich zwei Playoff-Spiele gegen den SK Rapid um die Conference League.

Die Gastgeber erwischten den besseren Start und übernahmen in der Anfangsphase die Kontrolle über das Spielgeschehen. Dennoch hätte es beinahe früh geklingelt: Andreas Leitner verschätzte sich bei einem weiten Ball auf Erik Kojzek, kam weit aus seinem Tor heraus und verpasste die Kugel. Für Ried hatte die Szene allerdings keine Folgen, da zuvor auf Abseits entschieden worden war.

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Ried startet besser

In weiterer Folge blieb Ried tonangebend. Nasrawe (5.) und Mutandwa (7.) verzeichneten erste Abschlüsse, ehe Nikki Havenaar nach einer Hereingabe von Nasrawe die bis dahin beste Möglichkeit vorfand, seinen Kopfball jedoch nicht entscheidend platzieren konnte (17.).

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Der WAC konzentrierte sich vor allem auf schnelle Gegenstöße und Standardsituationen. Besonders Dejan Zukic brachte mit gefährlichen Eckbällen immer wieder Unruhe in den Strafraum der Innviertler. Kurz vor dem Halbzeitpfiff bot sich Erik Kojzek nach einem Konter die große Chance auf die Führung, doch nach einer unsauberen Ballmitnahme setzte er den Ball nicht auf das Tor (45.+1).

Ried geht verdient in Führung

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Ried spielbestimmend. In der 64. Minute prüfte Mutandwa WAC-Keeper Nikolas Polster mit einem sehenswerten Distanzschuss, den dieser stark parierte. Nur wenig später rettete Nicolas Wimmer seine Mannschaft mit vollem Einsatz, als er sich in einen Abschluss von Ante Bajic warf und den möglichen Rückstand verhinderte (66.).

Die verdiente Führung gelang schließlich zehn Minuten vor Schluss: Nach einem schön vorgetragenen Angriff über die linke Seite brachte Steurer den Ball präzise zur Mitte, wo Kingstone Mutandwa völlig frei zum Kopfball kam und zum 1:0 einköpfte. Für den Angreifer war es bereits Treffer Nummer 15 in dieser Saison – damit zog er mit Vereinslegende Rene Gartler gleich.

Später WAC-Ausgleich reicht nicht

Der WAC gab sich allerdings nicht geschlagen und schlug kurz vor Schluss zurück. Nach einem schnellen Doppelpass mit Donis Avdijaj zog Marco Sulzner aus rund 16 Metern ab und setzte den Ball sehenswert ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich (87.).

Als sich bereits alles auf eine Verlängerung einstellte, folgte in der Nachspielzeit die Entscheidung: Ein weiter Befreiungsschlag von Bajic erreichte Mutandwa, der auf Höhe der Mittellinie gestartet war. Da Piesinger das Abseits aufgehoben hatte, lief der Stürmer alleine auf Polster zu und hob den Ball souverän zum viel umjubelten 2:1-Endstand ins Netz (90.+3).

Mit dem späten Erfolg stoppt Ried die starke Serie des WAC und wahrt gleichzeitig die Chance auf ein Europacup-Ticket. Bereits am Freitag wartete mit dem SK Rapid das nächste richtungsweisende Duell.