Kehl übte in ungewohnt deutlichen Worten Kritik am wütenden Karim Adeyemi. Der Nationalspieler sei "emotional. Trotzdem muss er, wenn er ausgewechselt wird, die Entscheidung des Trainers akzeptieren, dafür gibt es keine Entschuldigung", sagte der Sportdirektor von Borussia Dortmund: "Er verhält sich nicht korrekt, von daher wird er eine Geldstrafe kriegen."
Adeyemi, der laut Kehl zumindest "einsichtig" gewesen sei, war beim Heimsieg gegen Mönchengladbach von Trainer Niko Kovac nach schwacher Leistung in der 60. Minute ausgewechselt worden – und damit offensichtlich überhaupt nicht einverstanden.
Zornig versuchte er, in Richtung Kabine zu stapfen, was Kehl vehement verhinderte. "Die Reaktion ist nicht in Ordnung von ihm. Karim hat kein gutes Spiel gemacht, er ist verdient ausgewechselt worden", sagte Kehl: "Die Reaktion will ich nicht sehen, die will der Klub nicht sehen."
Kovac – dem nachgesagt wird, er lege noch mehr Wert auf Disziplin als andere Bundesligatrainer – pflichtete dem Sportdirektor bei. "Ich verlange nichts, was ich nicht von meinen Eltern bekommen habe, oder im Kindergarten und in der Schule", sagte der Kroate: "Ich verlange das Wesentliche. Das gilt für uns alle, und das war nicht in Ordnung."
Match-Center: Dortmund vs. Mönchengladbach
Interne Kritik
Adeyemi hatte bereits im November wegen illegalen Waffenbesitzes für Wirbel gesorgt. Überhaupt wirkt das BVB-Gebilde trotz der beachtlichen Ausbeute von 32 Punkten aus den ersten 15 Saisonspielen fragil.
Die Generalkritik von Abwehrchef Nico Schlotterbeck hallt noch nach. Auch BVB-Berater Matthias Sammer hatte sich nach längerer Ruhephase jüngst gewohnt meinungsstark geäußert.

Umso ärgerlicher aus Dortmunder Sicht war der Ausraster Adeyemis. "Der Trainer trifft eine Entscheidung", sagte Kehl: "Wir haben das vor ein paar Tagen mit der Mannschaft sehr intensiv besprochen."
