Schnäppchen-Transfer? Das steckt hinter dem Bayern-Interesse an Marcus Rashford

Wo liegt die Klub-Zukunft von Marcus Rashford?
Wo liegt die Klub-Zukunft von Marcus Rashford?IMAGN IMAGES via Reuters/Jim Rassol

Die Kaderplanung beim FC Bayern München läuft auf Hochtouren. Während Neuzugänge wie Ismael Saibari und Nathaniel Brown oberste Priorität genießen, bahnt sich im Hintergrund ein prominenter Transferpoker an: Der deutsche Rekordmeister zeigt großes Interesse an Marcus Rashford. Manchester United möchte den Offensivstar unbedingt von der Gehaltsliste bekommen und lockt die Münchner mit einem echten Schnäppchen-Preis. Doch der Deal bringt zwei gewaltige Haken mit sich.

Nach einer erfolgreichen Leihe beim FC Barcelona in der Saison 2025/26, bei der der 28-jährige Engländer mit 14 Toren und 14 Assists in allen Wettbewerben voll überzeugte, ist er vorerst zu den "Red Devils" zurückgekehrt. Barcelona besaß zwar eine Kaufoption in Höhe von ca. 30,5 Millionen Euro, ließ diese bisher aber verstreichen. Stattdessen investierten die Katalanen lieber über 80 Millionen Euro in Rashfords Nationalmannschaftskollegen Anthony Gordon von Newcastle United.

Da Barcelona die Option für Rashford bis zum 15. Juni ungenutzt lassen dürfte, sucht Manchester United händisch nach einer schnellen Lösung – und sieht diese offenbar in München.

Die Engländer wollen Rashford am liebsten bis zum 30. Juni verkaufen, um finanzielle Planungssicherheit für die neue Saison zu haben und das Gehalt des Großverdieners einzusparen. Um den Deal zu beschleunigen, signalisieren die Roten Teufel maximale Verhandlungsbereitschaft. Berichten zufolge wollen sie den Bayern "jede nur erdenkliche Unterstützung" bieten.

Zwar forderte United ursprünglich eine Ablöse im Bereich von 40 Millionen Euro, laut Medienberichten aus Spanien wären sie nun aber bereit, sich mit den 30 Millionen Euro zufriedenzugeben, die auch Barcelona hätte zahlen müssen. Für einen Spieler mit der Erfahrung und Klasse des englischen Nationalspielers wäre dies auf dem heutigen Transfermarkt ein absoluter Schnäppchenpreis. Bayern hat sein grundsätzliches Interesse an dem Flügelstürmer bereits in Manchester hinterlegt.

Mega-Gehalt als Stolperstein

Trotz des verlockenden Transferpreises zögern die Bayern-Bosse. Der Grund ist das astronomische Gehalt des Engländers: Rashford verdient aktuell rund 18 bis 20 Millionen Euro im Jahr. An der Säbener Straße herrscht wenig Enthusiasmus, diese Summen zu übernehmen.

In den Münchner Gedankenspielen ist Rashford nämlich keineswegs als absoluter Stammspieler gesetzt. Auf der linken Außenbahn wird beim FC Bayern voraussichtlich Luis Diaz die Nase vorn haben. Ein derart hohes Gehalt für einen potenziellen Rotationsspieler sprengt das Gefüge der Münchner. Zwar berichtet die MARCA, dass Rashford bereit wäre, für einen Verbleib in Barcelona finanzielle Zugeständnisse zu machen, ob er das auch für den FC Bayern tun würde, ist jedoch unklar.

Sollten die Gehaltsforderungen von Rashford unbezahlbar bleiben, schaut sich der FC Bayern bereits nach Alternativen für die linke Außenbahn um. Auf der Wunschliste sollen das 17-jährige Liverpool-Juwel Rio Ngumoha sowie Gabriel Martinelli vom FC Arsenal stehen. Letzterer könnte bei den "Gunners" im Sommer Geld in die Kassen spülen, da Arsenal selbst nach einem neuen Linksaußen fahndet.

Das Pendel könnte jedoch wieder zugunsten von Rashford ausschlagen, sollte Real Madrid ernst machen: Die Königlichen planen angeblich ein 150-Millionen-Euro-Angebot für Bayerns Offensivstar Michael Olise. Bei einem Abgang des Franzosen bräuchte Bayern dringend hochkarätigen Ersatz.

Rashfords Herz schlägt nur für Barcelona

Das größte Hindernis für den FC Bayern sitzt jedoch tiefer: Marcus Rashford selbst will eigentlich gar nicht nach Deutschland. Seine Priorität liegt zu einhundert Prozent auf einem Verbleib beim FC Barcelona unter Trainer Hansi Flick. Beim Treffen der englischen Nationalmannschaft in den USA zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft schwärmte Rashford gegenüber Neuzugang Anthony Gordon sogar bereits in den höchsten Tönen von der Stadt und dem Teamgeist in Katalonien.

Berichten zufolge will Rashford alle Optionen ausschöpfen, um bei Barça zu bleiben – sei es durch eine erneute Leihe oder einen festen Transfer mit Gehaltsverzicht. Solange die Tür in Spanien nicht endgültig zu ist, will der Stürmer von anderen Vereinen nichts wissen. Kontakte zwischen dem FC Bayern und der Spielerseite, über die in Deutschland spekuliert wurde, werden aus Rashfords Umfeld demnach dementiert.

Für den FC Bayern bleibt die Personalie Rashford eine gute Marktgelegenheit, die man an der Säbener Straße genau beobachtet. Aktuell liegt der Fokus der Münchner Vereinsführung jedoch auf den Abschlüssen der Transfers von Ismael Saibari und Nathaniel Brown sowie auf der Generierung von Einnahmen durch Spielerverkäufe. Erst wenn Barcelona sich endgültig gegen Rashford entscheidet und der Spieler signalisiert, dass er sich die Bundesliga vorstellen kann, könnte die Personalie heiß werden.