Das Abrutschen von Platz eins ins Mittelmaß wurde beim FC Augsburg schnell zur Nebensache. "Auf widerwärtigste Weise", teilte der Klub am Samstagabend mit, sei Abwehrspieler Juma Bah nach dem 1:1 (0:0) gegen Union Berlin auf der Social-Media-Plattform Instagram "rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht worden". Die Familie des 20-Jährigen aus Sierra Leone sei ebenfalls betroffen. "Wir sind erschüttert über diesen Hass", schrieben die Fuggerstädter.
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Platzverweis war eher unglücklich
Bah war in der 63. Minute nach einem eher unglücklichen groben Foulspiel mit der Roten Karte vom Platz gestellt worden. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Gastgeber nach einem Platzverweis gegen den früheren Augsburger Felix Uduokhai (19.) wegen einer Notbremse in Überzahl. Die Attacken gegen Bah "werden wir niemals akzeptieren, tolerieren oder einfach hinnehmen", teilte der FCA mit und kündigte an: "Wir werden diesen Vorfall konsequent zur Anzeige bringen."
Dabei hatte der Platzverweis für Bah absurderweise zunächst sogar einen eher positiven Effekt. Bis dahin hatten die Augsburger mit ihrer Überzahl nichts anzufangen gewusst, waren kaum zu nennenswerten Torchancen gekommen. Beide Treffer fielen erst, als beide Mannschaften mit einem Mann weniger spielten. Augsburg ging zunächst durch Han-Noah Massengo in Führung (71.), drei Minuten später glich Janik Haberer mit einer Art Billard-Tor für die Berliner aus (74.).
FCA nun fünf Spiele ohne Sieg
"Für uns sind das zwei verlorene Punkte. Wir müssen die Überzahl besser nutzen und unsere Führung konsequenter verteidigen", sagte Fabian Rieder. Weil das eben nicht gelang, sind die Augsburger wieder im Mittelmaß der Liga angekommen, keine zwei Monate, nachdem sie mit sechs Punkten und 7:1 Toren von der Tabellenspitze gegrüßt hatten. In den vergangenen fünf Spielen blieb die Mannschaft von Trainer Manuel Baum ohne Sieg.
"Wir haben keine Torchance zugelassen, außer, wo sie das Tor machen", jammerte Kapitän Jeff Gouweleeuw, der mit seinem 275. Bundesliga-Einsatz für den FCA zum Rekordspieler des Klubs aufstieg. Negative Gedanken aber seien unbegründet, versicherte Rieder. "Fünf Spiele ohne Sieg ärgern uns natürlich", aber "solche Phasen gehören zum Fußball dazu". Auch Anton Kade versuchte erst mal, Ruhe auszustrahlen: "Es waren auch gute Abläufe dabei, deshalb sollten wir nicht alles negativ sehen."
Die Berliner konnten am Ende mit dem Punkt wie zu erwarten weitaus besser leben. "Absolut verdient", sagte Sport-Geschäftsführer Horst Heldt sei der Zähler, vergaß aber auch nicht zu erwähnen, dass sich die Mannschaft durch den frühen Platzverweis zunächst "selbst in Schwierigkeiten gebracht" habe - "das war unnötig, das sind Sachen, die nicht gut sind."
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