Hjulmand schaute grimmig und ließ seinem Ärger nach dem unnötigen Ausrutscher im engen Champions-League-Rennen freien Lauf. "Wir sind nicht zufrieden", betonte der Däne, nachdem Leverkusen beim kriselnden Westrivalen vor allem in der ersten Halbzeit auf ganzer Linie enttäuscht hatte. Seine Forderung? "Wir müssen schneller reagieren und mit viel mehr Intensität spielen."
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Die Steilvorlage, die der VfB Stuttgart im Kampf um die Königsklasse am Nachmittag zuvor geliefert hatte, ließen die Verfolger aus dem Rheinland leichtfertig liegen. Nach der Gladbacher Führung durch Yannik Engelhardt (10.) rettete Bayer ein unglückliches Eigentor von Philipp Sander (45.). Ansonsten habe der Werkself der "Punch" gefehlt, monierte Hjulmand. Eine Debatte über eine fehlende Mentalität oder Gier erstickte Simon Rolfes aber im Keim.
Rolfes fordert Weiterentwicklung
"Ich weiß, wir haben ja ohne Mentalität und Qualität jetzt von fünf Spielen vier gewonnen", sagte der Sportchef süffisant auf eine entsprechende Frage. Rolfes verwies auf die hohe Anzahl an Spielen zuletzt: "Das muss man schon respektieren, da haben sogar auch andere Mannschaften, die ganz oben stehen, schon Schwächen gezeigt. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen." Ein "grundsätzliches Thema" wollte Rolfes daher nicht aufmachen.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Bei den drei Niederlagen zum Jahresstart und den vier Siegen im Anschluss überzeugte Bayer nie über die volle Spielzeit. Die fehlende Konstanz bleibt eine der großen Schwächen des im Sommer runderneuerten Kaders. Rolfes forderte weitere Entwicklungsschritte. "Wir müssen lernen", betonte der Sport-Geschäftsführer, das Team müsse "reifer werden und schneller schalten, welche Sachen gefragt sind".
Die Gemütslage der Gladbacher war kaum besser, nur ein Sieg gelang dem Team von Trainer Eugen Polanski in den jüngsten acht Spielen. "Keiner ist zufrieden mit dem Punkt, auch wenn es am Ende wahrscheinlich gerecht ist", sagte Jens Castrop. Angesichts der weiter bedrohlichen Lage im Abstiegskampf zeigte sich Polanski zwiegespalten. "Aber", betonte er bei Sky, "mit der Art und Weise und der Leistung haben wir eine Visitenkarte im Stadion gelassen."
Zum Ärger der Leverkusener.
